Dokumentation und Patentinformation

Datenbestände
Datenverwaltung und Qualität
Klassifizierung
Rechnergestützte Recherche
Europäische Veröffentlichungen
Espacenet

Datenbestände
 
Die Zahl der elektronisch recherchierbaren Patentdokumente in der wichtigsten Recherchendatenbank des EPA ist im Jahr 2005 auf 53,2  Millionen angestiegen. Bei den digitalisierten Faksimile-Dokumenten aus der Patent- und der Nichtpatentliteratur sind 6,7 Millionen Dokumente hinzugekommen, so dass der Bestand nun 62 Millionen umfasst. Besondere Anstrengungen wurden unternommen, um auf den Gebieten Telekommunikationsnormen und traditionelles Wissen neue Datenbanken zu beschaffen. Im Berichtsjahr haben interne und externe Benutzer Daten im Umfang von 48 Terabyte aus den EPA-Datenbanken heruntergeladen.
 
Im Rahmen der zweiseitigen Zusammenarbeit mit Asien wurden Bemühungen um die Aufnahme von ASEAN-Patentdaten in die Espacenet-Datenbank unternommen, und der Zugang zu technischen Informationen aus China wurde deutlich verbessert: So wurden 1,3 Millionen chinesische Patentdokumente in die EPA-Datenbanken und in Espacenet aufgenommen; eine Datenbank zur Traditionellen Chinesischen Medizin ist dort ebenfalls vertreten.
 
Datenverwaltung und Qualität
 
In der bibliografischen Datenbank sind 3,4 Millionen Dokumente hinzugekommen.
 
Beim Projekt zur Umstrukturierung von DOCAREA wurden im Jahr 2005  drei wichtige Ziele erreicht: fortlaufendes Laden von Daten und Online-Korrektur sind nunmehr möglich, die Klassifikationsdatenbank kann mit Daten von Ämtern arbeiten, die die neue Internationale Patentklassifikation (IPC 8) verwenden, und die Recherchendatenbank des Amts lässt sich täglich (anstatt wöchentlich) aktualisieren, so dass neue Patentdokumente am Tag ihrer Veröffentlichung über die Suchmaschine des EPA für die elektronische Patentrecherche (EPOQUE) bzw. über Espacenet zugänglich sind.
 
Die „Citations“-Datenbank des EPA enthält Angaben zu Patent- und Nichtpatentliteratur, die in veröffentlichten Anmeldungen und Patenten angeführt wird; derzeit umfasst sie 14 Millionen Quellen, die in 5 Millionen Patentdokumenten genannt sind. Im Jahr 2005 wurden im Rahmen von Qualitätskontrollen und Korrekturarbeiten an 4,6 Millionen neu angeführten Dokumenten 314 000 manuelle Korrekturen vorgenommen.
 
Klassifizierung
 
Eine der Kerntätigkeiten des EPA ist die Klassifizierung von Patentdokumenten nach der Europäischen Klassifikation (ECLA), einer amtseigenen, verfeinerten Fassung der Internationalen Patentklassifikation (IPC). Die ECLA umfasst rund 130 000 Klassifikationseinheiten und ermöglicht so einen raschen und systematischen Zugriff auf den Prüfstoff auf allen Gebieten der Technik. Sie kann auch bei Abfragen in Espacenet eingesetzt werden und wird an externe Abonnenten auf CD-ROM vertrieben.
 
Eine wichtige Aufgabe im Bereich der Klassifizierung war im Jahr 2005 die technische Umsetzung der IPC-Reform, um das EPA rechtzeitig für das Inkrafttreten der IPC 8 Anfang 2006 zu rüsten. 
 
Rechnergestützte Recherche
 
EPOQUE wird derzeit umstrukturiert, um die Suchfunktionen und die Leistung des Systems zu verbessern. Im Jahr 2005 wurden insgesamt 236 Millionen Dokumente mit EPOQUE gesichtet, 25 % mehr als im Vorjahr, wobei das System monatlich von 4 950 Benutzern im EPA und in den Patentämtern der Mitgliedstaaten eingesetzt wurde.
 
Im Berichtsjahr startete das Amt ein neues Projekt zur Entwicklung eines integrierten Tools, mit dem der Patentprüfer den schriftlichen Bescheid und den Recherchenbericht gleichzeitig erstellen kann. Das Projekt befindet sich derzeit in der Phase des Schnittstellendesigns, die bis Ende 2006 abgeschlossen sein soll.
 
Europäische Veröffentlichungen
 
Am 1. April 2005 wurde der Europäische Publikationsserver als offizielles Medium für die Veröffentlichung europäischer Patentdokumente eingerichtet. Die Online-Veröffentlichung trägt nicht nur zu einer stärkeren Verbreitung der Patentinformation bei, sondern hat auch die Veröffentlichungskosten des Amts deutlich gesenkt.
 
Im Laufe des Jahres 2005 wurden sämtliche Veröffentlichungen des Amts auf die Umstellung zum neuen XML-Datenformat vorbereitet. Dadurch ergaben sich verschiedene Neuentwicklungen, darunter eine neue Version der MIMOSA-Benutzersoftware, die für Patentinformationsdatenbanken im Internet geeignet ist. Die erste Datenbank dieser Art wird Anfang 2006 vom Amt bereitgestellt.
 
Espacenet
 
Bei Espacenet haben sich durch wichtige Weiterentwicklungen wie die Aufnahme japanischer Daten in die weltweite Datenbank, die Verfügbarkeit von Daten aus britischen, deutschen und europäischen Patentdokumenten am Veröffentlichungstag und die Einführung einer intelligenten Funktion für die Nummernsuche merkliche Verbesserungen ergeben. Nach jahrelangen Diskussionen wurde schließlich die Funktion zum Herunterladen vollständiger Dokumente eingeführt; zudem wird der Server mit Sperrmechanismen vor Roboterzugriffen geschützt, damit die Systemkapazität in möglichst hohem Umfang für Einzelnutzer zur Verfügung steht.
 
Die Nutzung von Espacenet hat 2005 weiter zugenommen; mittlerweile sind 100 000 Einzelnutzer pro Woche zu verzeichnen, und im Dezember wurde ein Spitzenwert von fast 8 Millionen Abfragen pro Tag erreicht. Ebenfalls im Dezember war das Espacenet-Team bei den internationalen Online Information Awards in London als „Spitzenreiter im öffentlichen Sektor“ nominiert.
 
Die bibliografische Sammlung mit öffentlich zugänglichen Daten wurde um Algerien und die Ukraine erweitert, so dass nunmehr die Daten von 76 Patentbehörden in Espacenet verfügbar sind. Daten aus Hongkong, der Slowakei und Slowenien wurden in die Rechtsstandsdatenbank aufgenommen, die damit zum Jahresende 47 Patentbehörden abdeckte. Dank verbesserter Verfahren zur Datenerfassung kann das EPA zudem aus dem Vereinigten Königreich, aus Irland und von der WIPO stammende Rechtsstandsdaten am Veröffentlichungstag zugänglich machen.
 
Im Rahmen seiner allgemeinen Strategie zur Unterstützung der europäischen Industrie betreibt das Amt schon seit Jahren ein spezialisiertes Helpdesk für Fragen zu japanischen Patentinformationen.
 
Dieses Dienstleistungsangebot wurde 2005 dahin gehend erweitert, dass nun Hilfe und Beratung zu Patentinformationen aus dem gesamten ostasiatischen Raum verfügbar ist. Dank der japanisch- und chinesischsprachigen Mitarbeiter liegt ein besonderer Schwerpunkt auf Japan und China. Außerdem wurde mit dem koreanischen Patentamt die baldige Einrichtung eines Helpdesk für koreanische Patentinformation vereinbart.
 

Quick Navigation