Eines der Ergebnisse der Strategiediskussion, die der
Verwaltungsrat der Europäischen Patentorganisation (EPO) 2006 abgeschlossen
hat, war der Vorschlag, von den nationalen Patentämtern durchgeführte Arbeiten
bei der Prüfung von Nachanmeldungen im Europäischen Patentamt (EPA) zu
verwerten. Mit diesem Nutzungskonzept, das Teil der Initiative für ein
europäisches Patentnetz ist, soll die Effizienz des Patenterteilungsprozesses
durch die Vermeidung von Doppelarbeit gesteigert werden. Seit
1. April 2007 wird im Rahmen des Pilotprojekts zur Nutzung von
Arbeitsergebnissen (Utilisation Pilot Project - UPP) getestet, inwieweit das
Konzept für eine umfassende Implementierung geeignet ist.
Der Zweck des UPP besteht darin, zu prüfen, in welchem Umfang die Ergebnisse der Arbeiten, die von den nationalen Patentämtern der EPO-Mitgliedstaaten zu Anmeldungen im Prioritätsjahr durchgeführt wurden, vom EPA und von den Anmeldern selbst genutzt werden können.
Mit dem Projekt soll eruiert werden, ob sich durch die Nutzung der von den nationalen Patentämtern durchgeführten Arbeiten die Effizienz des europäischen Patenterteilungsverfahrens insgesamt steigern lässt.
Das Pilotprojekt, das vom EPA zusammen mit vier Pilotämtern (Dänemark, Deutschland, Österreich und Vereinigtes Königreich) durchgeführt wird, wird als "UPP Direkt" während des gesamten Jahres 2008 fortgeführt. Die Ergebnisse werden laufend ausgewertet.