Grundlage für die Zusammenarbeit der Europäischen Patentorganisation mit ihren Mitgliedstaaten ist die Politik der Zusammenarbeit im Rahmen des europäischen Patentnetzes.
Die Zusammenarbeitspolitik zielt darauf ab, die Patentsysteme der Mitgliedstaaten zu verbessern. Durch den Transfer von Wissen, Erfahrungen und Know-how sollen dabei die Innovationstätigkeit und die wirtschaftliche Entwicklung in ganz Europa gefördert werden.
Die Zusammenarbeit ruht auf folgenden Säulen:
Schwerpunkte der Zusammenarbeitspolitik sind u. a. der Datenaustausch, die Bereitstellung von Rechercheninstrumenten und Datenbanken sowie die Bereiche Patentinformation, Aus- und Fortbildung, Patentsensibilisierung und Automatisierungsanwendungen. Die einschlägigen Projekte lassen sich in einen nationalen Aktionsplan einbinden, der zwischen dem EPA und dem betreffenden Mitgliedstaat vereinbart wird. Für die Aufstellung der Aktionspläne, die Koordinierung der Maßnahmen mit den ausführenden Einheiten, die Überwachung der Projektausführung und die Auswertung der Ergebnisse zeichnet die Abteilung des EPA verantwortlich, die die Kontakte zu den Mitgliedstaaten pflegt.
Die Maßnahmen im Rahmen der Zusammenarbeitspolitik stehen allen Mitgliedstaaten der Europäischen Patentorganisation offen, der derzeit über 30 Staaten angehören.
Das erste Rahmenprogramm für die Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten wurde von der EPO im Jahr 1989 aufgelegt; damals war die Zusammenarbeit auf nationale Projekte im Bereich der Patentinformation beschränkt. 1995 ermöglichte ein neues Rahmenprogramm die Durchführung von Patentinformationsprojekten, die individueller zugeschnitten waren. 1997 kamen mit der Einführung eines weiteren Rahmenprogramms gemeinsame Projekte für mehrere Mitgliedstaaten hinzu. Dieser Rahmen wurde 2002 über die Patentinformation hinaus ausgedehnt und umfasste dann Bereiche wie Datenaufbereitung, Automatisierungssysteme, Aus- und Fortbildung sowie Patentsensibilisierung.
Die Politik der Zusammenarbeit im Rahmen des europäischen Patentnetzes, die nun das Programm aus dem Jahr 2002 abgelöst hat, deckt auch alle anderen Bereiche ab, in denen die optimale Nutzung gemeinsamer Ressourcen gefördert werden kann.
Hauptdirektor
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