Brigitte Kowanz

Kowanz (JPG)Morse, Codes, 1998 (2006)
Leuchtstofflampen, Acrylglasrohre, Lack
je 120 x 62 cm
Berlin, Konferenzbereich
(c) VG Bild-Kunst, Bonn 2013; Foto: Jörg Koopmann

Die beiden Werke Morse und Codes können exemplarisch für das Werk der Künstlerin Brigitte Kowanz (*1957 Wien, AT) stehen, die sich mit dem Thema Licht auf vielfältige Weise auseinandersetzt. Sie begreift Licht als physikalisches Phänomen mit metaphysischer Dimension, das Bilder und Text gleichermaßen vermitteln kann. In Morse und Codes zeigt Kowanz zwei skulpturale Anordnungen, in denen horizontal angebrachte Neonröhren so übereinander montiert werden, dass sie jeweils eine hochformatige Lichtskulptur ergeben. Das kalkig-weiße Farbklima der Leuchtmittel ist jeweils durch schwarze Manschetten verschiedener Breite unterbrochen, so dass sich leuchtende und schwarze Abschnitte zu einem grafischen Muster zusammensetzen. Dieses Muster stellt kodiert den jeweiligen Titel der Arbeit dar. Wie diese schon anzeigen, greift Kowanz hier das sogenannte Morse-Alphabet auf, das Samuel Morse ab 1838 entwickelt hatte. Die Kodierung des Alphabets und der Ziffern von null bis neun durch Punkte und Linien durch kurze und lange Signale akustischer, visueller oder taktiler Art ermöglicht eine sprachlicher Kodierung und Dekodierung. Auch mittels Licht kann das Morsealphabet eingesetzt werden – Brigitte Kowanz führt dies in dieser Installation vor und erinnert damit auch an diese bahnbrechende Erfindung des Künstlers und Erfinders Samuel Finley Breese Morse, die auch zu den historischen Vorläufern der digitalen Nachrichtenübermittlung zu zählen ist.

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