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Das Europäische Patent


Ein Europäischer Erfolg im Dienste der Innovation

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Eva Leitolf

Leitolf (JPG)Ohne Titel (aus der Serie "Ganz still und stumm / Naturstücke"), 1997-2001
C-Print, Acrylglas
100 x 80 cm
Berlin, Konferenzbereich
(c) VG Bild-Kunst, Bonn 2013; Foto: Courtesy Galerie Elka Jordanow, München

Eva Leitolfs Fotografien aus der Serie "Ganz still und stumm / Naturstücke" wirken geheimnisvoll: Eng gefasste Ausschnitte geben nicht viel über eine Landschaft preis, sondern konzentrieren sich auf den Formenreichtum im Detail. Die Szenen sind von einem Spot beleuchtet, der auf etwas hinzuweisen scheint, das sich dem Betrachter zunächst jedoch nicht erschließt. Zeit und Ort der Aufnahmen bleiben unklar. Zu sehen sind Ausschnitte aus der vermutlich mitteleuropäischen Tier- und Pflanzenwelt - Geäst von Laub- und Nadelbäumen, dazwischen versteckt, Vögel oder Nagetiere. Und obwohl das Thema ganz offensichtlich die Natur ist, muten alle Aufnahmen artifiziell an. Diese Irritation des Betrachters ist Teil der künstlerischen Strategie, denn Eva Leitolf (*1966 Würzburg, DE) fotografiert tatsächlich nicht im Freien, in der Natur, sondern zeigt Dioramen wie sie aus Naturkundemuseen bekannt sind. Das synthetisierte, stilisierte Arrangement solcher zu didaktischen Zwecken komponierter Schaukästen greift sie auf, untersucht unsere Wahrnehmung von Natur und fragt nach der Unterscheidung zwischen Natürlichem und Künstlichem.

Der erste Teil des Titels ‚Ganz still und stumm’ bezieht sich auf den Text des von August Heinrich Hoffmann 1843 verfassten Kinderliedes ‚Ein Männlein steht im Walde’. Damit spielt die Künstlerin zum einen auf eigene Kindheitserfahrungen an, in denen der Wald sowohl vertrautes als auch unheimliches Terrain war und bezieht sich darüber hinaus auf die Natur und insbesondere den Wald als ein wichtiges Thema der deutschen Kunst und Kultur.

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