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European Inventors of the Year 2009

Adolf Goetzberger, Gewinner in der „Kategorie Lebenswerk"

Kaum ein Forscher hat mehr für die Solarenergie getan als der heute 80-jährige. Seine Arbeit hat dazu beigetragen, dass sich eine exotische Energiequelle zu einer Milliarden Euro schweren Industrie entwickelt hat.

In den späten 70er-Jahren betrieb der Deutsche Forscher visionäre Forschungsarbeiten im Bereich Fluoreszenzkollektoren/-konzentratoren für die Solarenergieumwandlung, die den Wirkungsgrad der Solarenergieerzeugung revolutionieren sollten. 1982 gründete er das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg. In den darauf folgenden Jahren führte er bahnbrechende Forschungsarbeiten auf diesem jungen Sektor durch. Unter Goetzbergers Leitung entwickelte das ISE den ersten hoch effizienten elektronischen Inverter für autonome photovoltaische Systeme. Seine Veröffentlichung „Photovoltaic Solar Energy Generation" ist bis heute ein Standardwerk, das von Wissenschaftlern aus der ganzen Welt zitiert wird.

Joseph Le Mer, Gewinner in der Kategorie „KMU/Forschung"

In den letzten 30 Jahren machte Joseph Le Mer eine Erfindung nach der anderen auf dem Gebiet der Heizanlagen. Mit der Entwicklung eines Wärmeaustauschers gelang ihm schließlich der Durchbruch. Le Mers Wärmeaustauscher zeichnen sich durch ihre einrohrige Auslegung aus. Dadurch sind sie nicht nur kostengünstiger in der Herstellung und relativ leicht, sondern auch dynamischer, weil mehrere Rohre parallel oder in Reihe geschaltet werden können um unterschiedlichen Heizanforderungen zu genügen. Zusätzlich wird die Umwelt nicht allzu sehr belastet und es wird ein deutlich über dem Industriestandard liegender Wirkungsgrad erzielt. Gemeinsam mit Rocco Giannoni gründete Le Mer Giannoni France, das zum internationalen Erfolgsunternehmen aufstieg.

Yiqing Zhou , Gewinner in der Kategorie „außereuropäische Staaten"

Malaria ist die weltweit gefährlichste von Parasiten übertragene Krankheit beim Menschen. Gegen Malaria gibt es keinen Impfstoff und Medikamente müssen billig sein: in den ärmsten Regionen der Welt wütet die Krankheit am schlimmsten. Auf der Suche nach einer kostengünstigen Behandlung setzten Professor Yiqing Zhou und sein Team am Institut für Mikrobiologie und Epidemiologie an der Militärakademie für Medizin in Peking auf traditionelle chinesische Medizin. Das Interesse der Forscher galt einem alten pflanzlichen Heilmittel namens Artemisia annua. Aus der Pflanze entwickelte Zhou einen natürlich vorkommenden Stoff namens „Artemisinin". Er versetzte den Wirkstoff mit einem bewährten Malariamedikament - Benflumetol - und entwickelte so das neue Medikament. Zhous Wirkstoff ist billig in der Herstellung und hoch wirksam. Ein durch Malaria verursachtes Fieber wird in nur 24 bis 36 Stunden unter Kontrolle gebracht. Außerdem entwickeln Malariastämme keine problematischen Resistenzen gegen das Medikament. Zhous Medikament wird seit 2001 vom Pharmaunternehmen Novartis unter der Bezeichnung Coartem vertrieben.

Jürg Zimmermann und Brian Druker, Gewinner in der Kategorie „Industrie"

Die chronische myeloische Leikämie (CML) galt lange als eine der tödlichsten Formen von Krebs die Erwachsene und Kinder gleichermaßen treffen kann. Dank dem vom amerikanischen Krebsforscher Brian Druker und vom schweizerischen Medizinchemiker Jürg Zimmermann entwickelten Krebsmedikament Glivec, hat die CML viel von ihrem Schrecken verloren.

Nachdem Forscher 1960 als Ursache für CML ein abnorm verkürztes Chromosom entdeckt hatten und 13 Jahre später klar wurde, dass dieses durch den Austausch von Chromosomen entsteht, sah man den Schlüssel zur Heilung der Krankheit. 1990 begannen Wissenschaftler mit der Suche nach Inhibitoren dieses Fusionsproteins namens BCR-ABL, das zur Überproduktion weißer Blutkörperchen führt. Beim schweizerischen Pharmazieunternehmen Novartis entwickelten Wissenschaftler einen Stoff der BCR-ABL reduzieren soll und Jürg Zimmermann und sein Team machten sich daran, diesen Stoff zu verbessern. 1994 tat sich Novartis mit dem Onkologen Brian Druker zusammen und verfeinerte den Wirkstoff. Inzwischen wird der als Glivec bekannte Stoff als Wundermittel angepriesen. Die Therapie mit Glivec führt heute in 98% der Fälle zu einem verbesserten Blutbild.


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