Nach Artikel 2 (2)
EPÜ hat das europäische Patent in jedem Vertragsstaat, für den es erteilt
worden ist, dieselbe Wirkung und unterliegt denselben Vorschriften wie ein in
diesem Staat erteiltes nationales Patent, soweit das EPÜ nichts anderes
bestimmt.
Die nationalen
Validierungserfordernisse sind der Tabelle IV in der EPA-Veröffentlichung
"Nationales Recht zum EPÜ" sowie der EPA-Webseite zum Londoner
Übereinkommen zu entnehmen.
Derzeit können
folgende Übersetzungserfordernisse geltend gemacht werden:
- Einreichung einer
Übersetzung der vollständigen Patentschrift in der Landessprache,
- Einreichung einer
Übersetzung der bloßen Patentansprüche in der Landessprache oder
- Einreichung einer
Übersetzung der Patentansprüche in der Landessprache und einer Übersetzung der
europäischen Patentschrift in Englisch, wenn das europäische Patent in Deutsch oder
Französisch erteilt worden ist.
In Deutschland, Frankreich,
Luxemburg, Monaco, der Schweiz/Liechtenstein und im Vereinigten Königreich muss
keine Übersetzung der europäischen Patentschrift eingereicht werden (Stand: 1. Mai 2008).
Nach Artikel 64 (1) EPÜ gewährt das europäische Patent seinem Inhaber
automatisch ab dem Tag der Bekanntmachung des Hinweises auf seine Erteilung im
Europäischen Patentblatt dieselben Rechte, die ihm ein dort erteiltes
nationales Patent gewähren würde.
Die übrigen 27 Vertragsstaaten
(Stand: 1. Mai 2008) haben Vorschriften nach Artikel 65 (1)
EPÜ oder Artikel 1 (2) und (3) des Londoner Übereinkommens erlassen:
- Nach Artikel 65 (1)
EPÜ kann jeder Vertragsstaat, wenn das vom EPA erteilte, in geänderter Fassung
aufrechterhaltene oder beschränkte europäische Patent nicht in einer seiner
Amtssprachen abgefasst ist, vorschreiben, dass der Patentinhaber bei seiner
Zentralbehörde für den gewerblichen Rechtsschutz eine Übersetzung des Patents
in der erteilten, geänderten oder beschränkten Fassung nach eigener Wahl in einer
seiner Amtssprachen oder, soweit dieser Staat die Verwendung einer bestimmten
Amtssprache vorgeschrieben hat, in dieser Amtssprache einzureichen hat.
- Nach Artikel 1 (2)
des Londoner Übereinkommens verzichtet ein Vertragsstaat, der keine Amtssprache
mit einer der Amtssprachen des EPA gemein hat, auf die in Artikel 65 (1)
EPÜ vorgesehenen Übersetzungserfordernisse, wenn das europäische Patent in der
von diesem Staat vorgeschriebenen Amtssprache des EPA erteilt oder in diese
Sprache übersetzt und nach Maßgabe des Artikels 65 (1) EPÜ
eingereicht worden ist. Nach Artikel 1 (3) des Londoner
Übereinkommens können die obigen Vertragsstaaten verlangen, dass eine
Übersetzung der Patentansprüche in einer ihrer Amtssprachen nach Maßgabe des
Artikels 65 (1) EPÜ eingereicht wird.
Belgien,
Bulgarien, Estland, Finnland, Griechenland, Irland, Italien, Malta, Norwegen,
Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, die Slowakei, Spanien, die Tschechische
Republik, die Türkei, Ungarn und Zypern haben Vorschriften nach Artikel 65 (1)
EPÜ erlassen und verlangen eine Übersetzung der vollständigen europäischen
Patentschrift, wenn das europäische Patent nicht in einer ihrer Amtssprachen
erteilt worden ist.
Die Übersetzungserfordernisse
für die Staaten, die das Londoner Übereinkommen umgesetzt haben, lauten wie
folgt:
- Lettland,
Litauen und Slowenien verlangen, dass eine Übersetzung der Patentansprüche in
einer ihrer Amtssprachen nach Maßgabe des Artikels 65 (1) EPÜ
eingereicht wird.
- Dänemark,
Island, Kroatien, die Niederlande und Schweden verlangen ebenfalls, dass eine
Übersetzung der Patentansprüche in einer ihrer Amtssprachen nach Maßgabe des
Artikels 65 (1) EPÜ eingereicht wird. Diese Staaten verzichten auf
weitere Übersetzungserfordernisse, wenn das europäische Patent in Englisch
erteilt oder - falls es in Deutsch oder Französisch erteilt worden ist - ins
Englische übersetzt und nach Maßgabe des Artikels 65 (1) EPÜ
eingereicht worden ist. In Dänemark, Island, den Niederlanden und Schweden kann
die Übersetzung auch in der jeweiligen Amtssprache eingereicht werden.
Alle diese
Vertragsstaaten haben nach Artikel 65 (3) EPÜ vorgeschrieben, dass
bei Nichtbeachtung der entsprechenden nationalen Bestimmungen die Wirkungen des
europäischen Patents als von Anfang an nicht eingetreten gelten. Unter welchen
Voraussetzungen im Einzelnen dieser Rechtsverlust eintritt, bestimmt sich nach
dem nationalen Recht. In den meisten Vertragsstaaten ist die Frist zur
Einreichung der Übersetzung nicht verlängerbar.
Nähere Informationen sind der
EPA-Veröffentlichung "Nationales Recht zum EPÜ" sowie der
EPA-Webseite zum Londoner Übereinkommen zu entnehmen.