European Patent Office

D 0008/82 (Verstoß gegen berufliche Regeln) vom 24.02.1983

Europäischer Rechtsprechungsidentifikator
ECLI:EP:BA:1983:D000882.19830224
Datum der Entscheidung
24. Februar 1983
Aktenzeichen
D 0008/82
Antrag auf Überprüfung von
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Anmeldenummer
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IPC-Klasse
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Verfahrenssprache
Deutsch
Verteilung
Im Amtsblatt des EPA veröffentlicht (A)
Amtsblattfassungen
Weitere Entscheidungen für diese Akte
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Zusammenfassungen für diese Entscheidung
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Bezeichnung der Anmeldung
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Name des Antragstellers
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Name des Einsprechenden
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Kammer
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Leitsatz

1. Im Disziplinarverfahren hat der betroffene zugelassene Vertreter über die reine Auskunftspflicht gemäß Artikel 18 VDV hinaus eine allgemeine Mitwirkungspflicht, da das Verfahren auch seiner Rechtfertigung,d.h. der Wahrung oder Wiederherstellung seiner beruflichen Würde i.S.v.Artikel 1(1)VDV dient.

2. Der Disziplinarrat ist berechtigt, eine Angelegenheit dem Disziplinarausschuß zu übertragen, wenn der Betroffene seiner Mitwirkungspflicht nicht genügt und dadurch das Verfahren verzögert oder erschwert. Dem Disziplinarausschuß ist es vorbehalten zu bewerten, ob das Verhalten als Mißachtung des Disziplinarrats anzusehen und zu ahnden ist.

3. Die Wahrheitspflicht gemäß Artikel 1(1) Satz 2 VDV bezieht sich nicht nur auf die Berufsausübung, sondern auch auf Aussagen in einem Disziplinarverfahren.

Relevante Rechtsnormen
Regulation on discipline for professional representatives Art 1(1)Regulation on discipline for professional representatives Art 18Regulation on discipline for professional representatives Art 4(1)
Schlagwörter
Verstoß gegen berufliche Regeln
Unerlaubte Anzeigenwerbung
Auskunftspflicht
Wahrheitspflicht
Orientierungssatz
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Zitierte Akten
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Zitierende Akten
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ENTSCHEIDUNGSFORMEL

Aus diesen Gründen wird wie folgt entschieden:

1. Die Entscheidung des Disziplinarrats des Instituts der beim Europäischen Patentamt zugelassenen Vertreter vom 23. Juli 1982 wird aufgehoben.

2. Die Angelegenheit wird an den Disziplinarausschuß des Europäischen Patentamts überwiesen.

3. Die Entscheidung über die Kosten des Verfahrens bleibt der abschließenden Entscheidung vorbehalten.