European Patent Office

G 0002/04 (Übertragung des Einspruchs/HOFFMANN-LA ROCHE) vom 25.05.2005

Europäischer Rechtsprechungsidentifikator
ECLI:EP:BA:2005:G000204.20050525
Datum der Entscheidung
25. Mai 2005
Aktenzeichen
G 0002/04
Antrag auf Überprüfung von
T 1091/02 2004-07-23
Anmeldenummer
92305862.2
IPC-Klasse
C12Q 1/68
Verfahrenssprache
Englisch
Verteilung
Im Amtsblatt des EPA veröffentlicht (A)
Amtsblattfassungen
Weitere Entscheidungen für diese Akte
-
Zusammenfassungen für diese Entscheidung
-
Bezeichnung der Anmeldung
Methods for detection of carcinoma metastases by nucleic acid amplification
Name des Antragstellers
F. HOFFMANN-LA ROCHE AG, et al.
Name des Einsprechenden
(1) Akzo Nobel N.V.
(2) Vysis Inc.
Kammer
-
Leitsatz

I. a) Die Einsprechendenstellung ist nicht frei übertragbar.

b) Eine juristische Person, die bei Einlegung des Einspruchs eine Tochter der Einsprechenden war und die den Geschäftsbetrieb weiterführt, auf den sich das angefochtene Patent bezieht, kann nicht die Einsprechendenstellung erwerben, wenn ihre gesamten Aktien an eine andere Firma übertragen werden.

II. Wenn bei Einlegung einer Beschwerde aus berechtigtem Grund Rechtsunsicherheit darüber besteht, wie das Recht hinsichtlich der Frage des richtigen Verfahrensbeteiligten auszulegen ist, ist es legitim, dass die Beschwerde im Namen der Person eingelegt wird, die die handelnde Person nach ihrer Auslegung als richtigen Beteiligten betrachtet, und zugleich hilfsweise im Namen einer anderen Person, die nach einer anderen möglichen Auslegung ebenfalls als der richtige Verfahrensbeteiligte betrachtet werden könnte.

Schlagwörter
Zulässigkeit der Vorlage (bejaht)
Übertragung der Einsprechendenstellung - freie Übertragbarkeit (verneint) - Übertragung an die Tochtergesellschaft, in deren Interesse der Einspruch eingelegt wurde (verneint)
Berichtigung des Beschwerdeführers entgegen der wirklichen Absicht (verneint)
Hilfsantrag zur Person des Beschwerdeführers bei Rechtsunsicherheit
Orientierungssatz
-

ENTSCHEIDUNGSFORMEL

Aus diesen Gründen wird entschieden:

Die der Großen Beschwerdekammer vorgelegten Fragen werden wie folgt beantwortet:

I. a) Die Einsprechendenstellung ist nicht frei übertragbar.

b) Eine juristische Person, die bei Einlegung des Einspruchs eine Tochter der Einsprechenden war und die den Geschäftsbetrieb weiterführt, auf den sich das angefochtene Patent bezieht, kann nicht die Einsprechendenstellung erwerben, wenn ihre gesamten Aktien an eine andere Firma übertragen werden.

II. Wenn bei Einlegung einer Beschwerde aus berechtigtem Grund Rechtsunsicherheit darüber besteht, wie das Recht hinsichtlich der Frage des richtigen Verfahrensbeteiligten auszulegen ist, ist es legitim, dass die Beschwerde im Namen der Person eingelegt wird, die die handelnde Person nach ihrer Auslegung als richtigen Beteiligten betrachtet, und zugleich hilfsweise im Namen einer anderen Person, die nach einer anderen möglichen Auslegung ebenfalls als der richtige Verfahrensbeteiligte betrachtet werden könnte.