G 0004/95 (Vertretung) vom 19.02.1996
- Europäischer Rechtsprechungsidentifikator
- ECLI:EP:BA:1996:G000495.19960219
- Datum der Entscheidung
- 19. Februar 1996
- Aktenzeichen
- G 0004/95
- Antrag auf Überprüfung von
- T 0803/93 1995-07-19
- Anmeldenummer
- 85304219.0
- IPC-Klasse
- G07G 1/06
- Verfahrenssprache
- Englisch
- Verteilung
- Im Amtsblatt des EPA veröffentlicht (A)
- Download
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- Amtsblattfassungen
- Weitere Entscheidungen für diese Akte
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- Zusammenfassungen für diese Entscheidung
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- Bezeichnung der Anmeldung
- Apparatus and method for reducing theft from a store
- Name des Antragstellers
- Bogasky, John J.
- Name des Einsprechenden
- Sensormatic Electronics Corp.
- Kammer
- -
- Leitsatz
1. In der mündlichen Verhandlung nach Artikel 116 EPÜ im Rahmen des Einspruchs- oder Einspruchsbeschwerdeverfahrens kann es einer Person, die den zugelassenen Vertreter eines Beteiligten begleitet, gestattet werden, außerhalb des Rahmens von Artikel 117 EPÜ und über den umfassenden Vortrag des Falls des Beteiligten durch den zugelassenen Vertreter hinaus für diesen Beteiligten mündliche Ausführungen zu konkreten rechtlichen oder technischen Fragen zu machen.
2. a) Ein Rechtsanspruch auf solche mündlichen Ausführungen besteht nicht; sie dürfen nur mit Zustimmung des EPA und nach seinem Ermessen gemacht werden.
b) Das EPA hat bei der Ausübung seines Ermessens, mündliche Ausführungen durch eine Begleitperson im Einspruchs- oder Einspruchsbeschwerdeverfahren zuzulassen, hauptsächlich die folgenden Kriterien zu berücksichtigen:
i) Der zugelassene Vertreter muß beantragen, daß diese mündlichen Ausführungen gemacht werden dürfen. Im Antrag sind der Name und die Qualifikation der Begleitperson anzugeben und der Gegenstand der beabsichtigten mündlichen Ausführungen zu nennen.
ii) Der Antrag ist so rechtzeitig vor der mündlichen Verhandlung zu stellen, daß sich alle Gegenparteien auf die beabsichtigten mündlichen Ausführungen angemessen vorbereiten können.
iii) Ein Antrag, der erst kurz vor oder während der mündlichen Verhandlung gestellt wird, ist zurückzuweisen, sofern nicht außergewöhnliche Umstände vorliegen, es sei denn, alle Gegenparteien sind damit einverstanden, daß die beantragten mündlichen Ausführungen gemacht werden.
iv) Das EPA muß davon überzeugt sein, daß die Begleitperson die mündlichen Ausführungen unter der ständigen Verantwortung und Aufsicht des zugelassenen Vertreters macht.
c) Für mündliche Ausführungen durch zugelassene Patentvertreter aus Ländern, die nicht Vertragsstaaten des EPÜ sind, gelten keine besonderen Kriterien.
- Relevante Rechtsnormen
- European Patent Convention Art 116 1973European Patent Convention Art 117 1973European Patent Convention Art 133 1973European Patent Convention Art 134 1973
- Schlagwörter
- Mündliche Ausführungen durch eine Begleitperson im Einspruchs- oder Einspruchsbeschwerdeverfahren
- Orientierungssatz
- -
- Zitierte Akten
- -
- Zitierende Akten
- G 0002/12G 0002/13G 0003/19R 0003/08R 0010/10R 0022/10R 0012/12R 0012/22R 0024/22J 0001/04T 0085/93T 0803/93T 1077/93T 1082/93T 0097/94T 0334/94T 0151/95T 0840/95T 0941/95T 0476/96T 0212/97T 0502/97T 0633/97T 0899/97T 1180/97T 0005/98T 0144/98T 0241/98T 0438/98T 0556/98T 0621/98T 0840/98T 0695/99T 0966/99T 0780/00T 0896/00T 0922/00T 1048/00T 1169/00T 0179/01T 0292/01T 0475/01T 1288/01T 0063/02T 0302/02T 0596/02T 0764/02T 0956/02T 1212/02T 0120/03T 0315/03T 0566/03T 0741/03T 0877/03T 0089/04T 0256/04T 0496/04T 1392/04T 0365/05T 0774/05T 1394/05T 0083/06T 0392/06T 0678/06T 0910/06T 1207/06T 1208/06T 1706/06T 0095/07T 0131/07T 0482/07T 0520/07T 0699/07T 0708/07T 0919/07T 1357/07T 0378/08T 0453/08T 0604/08T 1168/08T 1546/08T 2135/08T 0124/09T 0150/09T 0756/09T 1045/09T 0032/10T 0614/10T 1314/10T 1693/10T 2422/10T 0577/11T 1271/11T 1329/11T 1458/11T 1713/11T 2197/11T 2321/11T 2552/11T 0443/12T 0623/12T 1150/12T 1431/12T 1654/12T 1706/12T 1821/12T 1914/12T 2036/12T 2216/12T 2440/12T 1027/13T 1102/13T 1233/13T 2086/13T 0420/14T 0544/14T 1635/14T 1668/14T 0335/15T 0491/15T 0833/15T 1287/15T 1890/15T 2068/15T 2196/15T 2198/15T 0421/16T 0589/16T 0634/16T 0946/16T 1105/16T 1711/16T 2492/16T 0459/17T 0484/17T 1656/17T 2064/17T 2758/17T 0885/18T 2243/18T 2502/18T 0247/19T 0406/19T 1166/19T 2116/19T 2401/19T 2914/19T 1194/20T 1624/20T 0440/21T 0765/21T 0953/21T 1612/21T 1946/21T 2045/21T 0302/22T 0654/22T 1252/22T 2112/22T 0579/23T 1047/23T 1966/23T 1994/23T 1996/23
ENTSCHEIDUNGSFORMEL
Aus diesen Gründen wird entschieden:
1 und 2: In der mündlichen Verhandlung nach Artikel 116 EPÜ im Rahmen des Einspruchs- oder Einspruchsbeschwerdeverfahrens kann es einer Person, die den zugelassenen Vertreter eines Beteiligten begleitet, gestattet werden, außerhalb des Rahmens von Artikel 117 EPÜ und über den umfassenden Vortrag des Falls des Beteiligten durch den zugelassenen Vertreter hinaus für diesen Beteiligten mündliche Ausführungen zu konkreten rechtlichen oder technischen Fragen zu machen.
3 a: Ein Rechtsanspruch auf solche mündlichen Ausführungen besteht nicht; sie dürfen nur mit Zustimmung des EPA und nach seinem Ermessen gemacht werden.
b: Das EPA hat bei der Ausübung seines Ermessens, mündliche Ausführungen durch eine Begleitperson im Einspruchs- oder Einspruchsbeschwerdeverfahren zuzulassen, hauptsächlich die folgenden Kriterien zu berücksichtigen:
i) Der zugelassene Vertreter muß beantragen, daß diese mündlichen Ausführungen gemacht werden dürfen. Im Antrag sind der Name und die Qualifikation der Begleitperson anzugeben und der Gegenstand der beabsichtigten mündlichen Ausführungen zu nennen.
ii) Der Antrag ist so rechtzeitig vor der mündlichen Verhandlung zu stellen, daß sich alle Gegenparteien auf die beabsichtigten mündlichen Ausführungen angemessen vorbereiten können.
iii) Ein Antrag, der erst kurz vor oder während der mündlichen Verhandlung gestellt wird, ist zurückzuweisen, sofern nicht außergewöhnliche Umstände vorliegen, es sei denn, alle Gegenparteien sind damit einverstanden, daß die beantragten mündlichen Ausführungen gemacht werden.
iv) Das EPA muß davon überzeugt sein, daß die Begleitperson die mündlichen Ausführungen unter der ständigen Verantwortung und Aufsicht des zugelassenen Vertreters macht.
c: Für mündliche Ausführungen durch zugelassene Patentvertreter aus Ländern, die nicht Vertragsstaaten des EPÜ sind, gelten keine besonderen Kriterien.