T 0119/82 (Gelatinierung) vom 12.12.1983
- Europäischer Rechtsprechungsidentifikator
- ECLI:EP:BA:1983:T011982.19831212
- Datum der Entscheidung
- 12. Dezember 1983
- Aktenzeichen
- T 0119/82
- Antrag auf Überprüfung von
- -
- Anmeldenummer
- 79301547.0
- IPC-Klasse
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- Verfahrenssprache
- Englisch
- Verteilung
- Im Amtsblatt des EPA veröffentlicht (A)
- Download
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- Amtsblattfassungen
- Weitere Entscheidungen für diese Akte
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- Zusammenfassungen für diese Entscheidung
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- Bezeichnung der Anmeldung
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- Name des Antragstellers
- Exxon
- Name des Einsprechenden
- -
- Kammer
- 3.3.01
- Leitsatz
1. Die Wirkung eines Verfahrens zeigt sich im Ergebnis, d.h. im chemischen Bereich im Erzeugnis, mit allen ihm innewohnenden Eigenschaften und den Folgen seiner besonderen Herstellung, z.B. Qualität, Ausbeute und wirtschaftlichem Wert. Bekanntlich sind Analogieverfahren dann patentfähig, wenn sie zu neuen, erfinderischen Erzeugnissen führen, und zwar deshalb weil sich alle Merkmale des Analogieverfahrens nur von einer bisher unbekannten und unvorhersehbaren Wirkung ableiten lassen (Aufgabenerfindung). Ist jedoch die Wirkung ganz oder teilweise bekannt, ist also das Erzeugnis bekannt oder nur eine neue Modifikation eines bekannten Strukturteils, dann sollte die Erfindung, d.h. das Verfahren oder das Zwischenprodukt hierfür, nicht ausschließlich aus Merkmalen bestehen, die sich bereits zwangsläufig und aufgrund des Stands der Technik in naheliegender Weise von dem bekannten Teil der Wirkung ableiten lassen (vgl. auch "Zykolopropan/ Bayer, T 65/82, ABl. 8/1983,327).
2. Eine Lösung ist nicht nur dann naheliegend, wenn der Fachmann alle Vorteile eines bestimmten Schrittes erkennen konnte, sondern auch dann, wenn ihm klar sein mußte, daß er angesichts der vorhersehbaren Nachteile oder mangels einer Verbesserung nicht in der vorgeschlagenen Weise handeln sollte, vorausgesetzt, er hat diese Folgen insgesamt tatsächlich richtig eingeschätzt.
3. Der Beschwerdeführer, der ein Vorurteil geltend macht, das den Fachmann von der angeblichen Erfindung abgehalten hätte, hat die Beweislast für ein solches Vorurteil.
- Relevante Rechtsnormen
- European Patent Convention Art 52(1) 1973European Patent Convention Art 56 1973
- Schlagwörter
- Erfinderische Tätigkeit
Wirkung von Verfahren
Wirkung/Vorhersehbarkeit
Ableitbarkeit der Erfindung von einer bekannten Wirkung - Orientierungssatz
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- Zitierte Akten
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- Zitierende Akten
- T 0410/87T 0468/88T 0243/89T 0749/89T 0291/90T 0800/91T 0862/91T 0427/92T 0712/92T 0881/92T 0882/92T 0939/92T 0051/93T 0955/93T 0098/94T 0244/94T 0341/94T 0663/94T 0072/95T 0531/95T 0084/96T 0177/96T 0284/96T 0918/96T 0157/97T 0158/97T 0176/97T 0793/97T 0585/99T 1059/99T 0338/00T 0730/00T 0118/01T 0230/01T 0686/01T 1212/01T 0684/02T 0334/03T 0620/04T 1393/04T 0307/05T 1082/05T 1115/05T 1131/05T 0142/06T 1305/06T 0018/07T 0447/07T 0181/09T 1647/09T 1117/10T 2077/10T 2315/11T 0119/12T 0322/13T 2309/17
ENTSCHEIDUNGSFORMEL
Aus diesen Gründen wird wie folgt entschieden:
1. Die Entscheidung der Prüfungsabteilung des Europäischen Patentamts vom 15. Februar 1982 wird aufgehoben.
2. Die Beschwerde wird insoweit zurückgewiesen, als sie die mit Schreiben der Anmelderin vom 20. September 1983 vorgelegten Anspruchssätze A, B und C betrifft.
3. Die Sache wird an die Vorinstanz mit der Auflage zurückverwiesen, die Sachprüfung auf der Grundlage des unter demselben Datum vorgelegten, auf die Bohrlochregulierung gerichteten Anspruchssatzes D fortzusetzen.
4. Der Antrag auf Rückzahlung der Beschwerdegebühr wird zurückgewiesen.