T 0014/83 (Vinylchloridharze) vom 07.06.1983
- Europäischer Rechtsprechungsidentifikator
- ECLI:EP:BA:1983:T001483.19830607
- Datum der Entscheidung
- 7. Juni 1983
- Aktenzeichen
- T 0014/83
- Antrag auf Überprüfung von
- -
- Anmeldenummer
- 79300604.0
- IPC-Klasse
- -
- Verfahrenssprache
- Englisch
- Verteilung
- Im Amtsblatt des EPA veröffentlicht (A)
- Download
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- Amtsblattfassungen
- Weitere Entscheidungen für diese Akte
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- Zusammenfassungen für diese Entscheidung
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- Bezeichnung der Anmeldung
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- Name des Antragstellers
- Sumitomo
- Name des Einsprechenden
- -
- Kammer
- 3.3.01
- Leitsatz
1. Die Frage, ob eine Erfindung hinreichend deutlich und vollständig offenbart ist, darf nicht allein vom Inhalt der Patentansprüche her beurteilt werden. Liegt einer chemischen Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Erzeugnis mit bestimmten messbaren Eigenschaften (z.B. Gelgehalt, Polymerisationsgrad eines Copolymers) herzustellen, und wird diese Aufgabe durch ein Verfahren gelöst, bei dem mehrere Variable zusammenwirken, so ist diese technische Lehre trotz gelegentlicher Fehlschläge bei strikter Einhaltung der vorgeschriebenen Bereiche dieser Variable im Sinne des Artikels 83 EPÜ hinreichend offenbart, wenn der Fachmann aufgrund eines klaren Anhaltspunkts über den Einfluss einzelner Variabler auf die Eigenschaften des Erzeugnisses in der Beschreibung in die Lage versetzt wird, die angestrebten Stoffparameter im Fall eines Fehlschlags rasch und zuverlässig einzustellen.
2. Kann eine solchermassen offenbarte Lehre durch einen Patentanspruch nicht so präzise definiert werden, dass hierdurch gelegentliche Fehlschläge ausgeschlossen werden, so ist ein solcher Patentanspruch jedenfalls dann nicht zu beanstanden, wenn die - nicht präzise zu fassende - Abstimmung seiner Variablen aufeinander der Beschreibung zu entnehmen ist.
- Relevante Rechtsnormen
- European Patent Convention Art 83 1973European Patent Convention R 29 1973
- Schlagwörter
- Offenbarung der Erfindung
Ausführbarkeit
Fehlschlag/gelegentlicher
Inhalt der Patentansprüche
Patentansprüche/Inhalt - Orientierungssatz
- -
- Zitierte Akten
- -
- Zitierende Akten
- T 0079/88T 0155/88T 0312/88T 0453/88T 0475/88T 0291/89T 0435/89T 0623/89T 0082/90T 0410/90T 0791/90T 0376/91T 0393/91T 0418/91T 0444/91T 0656/91T 0886/91T 0931/91T 0951/91T 0117/92T 0503/92T 0573/92T 0585/92T 0068/93T 0583/93T 0024/94T 0140/94T 0356/94T 0799/95T 0518/96T 1067/96T 0354/97T 0470/97T 0488/97T 1055/98T 1149/98T 1163/98T 0620/99T 0363/00T 1082/01T 0327/02T 1146/02T 0260/03T 0936/03T 0108/04T 0169/04T 0895/04T 1253/04T 0510/05T 1576/05T 0364/06T 1743/06T 0431/07T 1614/07T 1133/08T 0119/12T 1034/12T 2374/13T 1064/15T 0377/17T 0594/20T 2015/20T 0603/22
ENTSCHEIDUNGSFORMEL
Aus diesen Gründen wird wie folgt entschieden:
1. Die Entscheidung der Prüfungsabteilung des Europäischen Patentamts vom 18. August 1982 wird aufgehoben.
2. Die Sache wird an die Vorinstanz zurückverwiesen mit der Auflage, die Sachprüfung auf der Grundlage der sieben Patentansprüche vom 11. März 1983, die am 11. April 1983 eingegangen sind, durchzuführen.