In
T 624/91 wurde die Auffassung vertreten, dass punktuelle Offenbarungen von Legierungszusammensetzungen im Stand der Technik angesichts der bei der Herstellung und Analyse bekanntermaßen auftretenden Schwankungen als Durchschnitts- oder Nennwerte innerhalb eines kleinen Bereichs zu verstehen seien, sofern keine Beweise für das Gegenteil vorlägen. Die Kammer wies auf Folgendes hin: Wolle ein Metallurg eine Legierung mit einer bestimmten theoretischen Zusammensetzung herstellen, so weiche die Zusammensetzung des Endprodukts immer etwas von dieser Zielvorgabe ab oder bleibe sogar innerhalb gewisser enger Grenzen unbestimmt. Der metallurgische Herstellungsprozess lasse sich nämlich nicht in immer gleicher idealer Form wiederholen, sodass die tatsächliche Zusammensetzung verschiedener Chargen, für die dieselbe theoretische Zusammensetzung vorgegeben gewesen sei, in einem gewissen Bereich um diese Zielvorgabe gestreut sei. Infolgedessen offenbare die theoretische Zusammensetzung der entgegengehaltenen Legierung die Zusammensetzung nicht nur als punktuellen Wert, den in der Praxis niemand zu realisieren vermöge, sondern auch einen gewissen Bereich um diese mittlere oder theoretische Zusammensetzung, in den die meisten analysierten, mit der theoretischen Zusammensetzung als Zielvorgabe hergestellten Legierungen fielen, sofern die Herstellung und Analyse der Legierung mit der auf diesem technischen Gebiet üblichen Sorgfalt vorgenommen worden sei.