Art. 54 (4) EPÜ (früher
Art. 54 (5) EPÜ 1973) sieht vor, dass die allgemeinen Bestimmungen über die Neuheit die Patentfähigkeit von zum Stand der Technik gehörenden Stoffen und Stoffgemischen, die zur Anwendung in einem der in
Art. 53 c) EPÜ (früher
Art. 52 (4) EPÜ 1973) genannten Verfahren bestimmt sind, nicht ausschließen sollen, wenn diese Anwendung nicht zum Stand der Technik gehört. Somit führt die erwähnte Bestimmung neben dem allgemeinen Neuheitsbegriff für Stoffe und Stoffgemische auf dem Gebiet der chirurgischen und therapeutischen Behandlung sowie der Diagnostizierverfahren am menschlichen und tierischen Körper einen besonderen Neuheitsbegriff ein, der auf anderen technischen Gebieten unbekannt ist (
T 128/82, ABl. 1984, 164). Im EPÜ 2000 wurden einige dieser Bestimmungen modifiziert, ihr eigentlicher Inhalt ist aber unverändert geblieben.