In
T 619/02 (ABl. 2007, 63) stellten der Hauptantrag und der erste Hilfsantrag keine Erfindung im Sinne von
Art. 52 (1) EPÜ 1973 dar. Der zweite Hilfsantrag betraf ein Verfahren zur Herstellung eines parfümierten Erzeugnisses, das die Parfümierung mit einem Duftstoff umfasst, wobei der Duftstoff nach einem Verfahren ausgewählt wird, in dem das (unparfümierte) Erzeugnis selbst oder alternativ ein anderes gewünschtes Attribut als Träger verwendet wird. Die Beschwerdekammer 3.4.02 stellte fest, dass der Anspruch auf die Herstellung eines parfümierten Erzeugnisses gerichtet sei, der die Aufbringung des ausgewählten Duftstoffs auf das Erzeugnis erforderlich mache und damit einen Prozess oder eine Tätigkeit definiere, die ihrer Natur nach technisch seien und zum technischen Gebiet des Parfümierens gehörten. Die Kammer wies darauf hin, dass das Vorliegen erfinderischer Tätigkeit nur auf der Grundlage der technischen Aspekte der Unterscheidungsmerkmale und der durch die beanspruchte Erfindung gegenüber dem Stand der Technik erzielten Wirkung festgestellt werden könne. Das beanspruchte Verfahren weiche vom nächstliegenden Stand der Technik dahin gehend ab, dass der Duftstoff nach einem bestimmten Selektionsverfahren ausgewählt worden sei. Jedoch seien weder das Selektionsverfahren, noch der daraus resultierende ausgewählte Duftstoff technischer Natur gewesen. Haben die Unterscheidungsmerkmale einer Erfindung gegenüber dem nächstliegenden Stand der Technik im Rahmen der beanspruchten Erfindung keine technische Funktion oder erzielen keine technische Wirkung, abgesehen von einem vielleicht kommerziell vielversprechenden, jedoch rein ästhetischen oder emotionalen und daher technisch willkürlichen Effekt, so kann nach Auffassung der Kammer eine spezifische objektive technische Aufgabe durch die Erfindung nicht als gelöst gelten (s. auch
T 1212/04).