Nach ständiger Rechtsprechung der Beschwerdekammern ist eine bloße Prüfung auf Beweisanzeichen für das Vorliegen erfinderischer Tätigkeit kein Ersatz für die technisch-fachmännische Bewertung der Erfindung gegenüber dem Stand der Technik nach
Art. 56 EPÜ. Liegen solche Anzeichen vor, so kann sich aber aus der Gesamtbetrachtung des Stands der Technik unter Abwägung aller maßgeblichen Fakten die erfinderische Tätigkeit ergeben, ohne dass allerdings der zwingende Schluss zu ziehen wäre, dass hieraus die erfinderische Tätigkeit regelmäßig folgt (s.
T 24/81, ABl. 1983, 133;
T 55/86). Solche zusätzlichen Beweisanzeichen sind nämlich nur in Zweifelsfällen von Bedeutung, wenn also die objektive Bewertung der Lehren des Stands der Technik noch kein klares Bild ergibt (
T 645/94,
T 284/96,
T 71/98,
T 323/99,
T 877/99). Beweisanzeichen stellen somit lediglich Hilfserwägungen für die Beurteilung der erfinderischen Tätigkeit dar (
T 1072/92,
T 351/93).