Amtsblatt November 2017

Referenz: A99
Online-Veröffentlichungsdatum: 30.11.2017

EUROPÄISCHES PATENTAMT


Vertretung

Praktika für Vertreter im Patentwesen - Praktika Intern 2018 – Arbeiten mit Prüfern

Das Programm Praktika Intern richtet sich an zugelassene Vertreter, die freiberuflich oder in der Industrie tätig sind und Erfahrung mit der Abfassung und Verfolgung europäischer Patentanmeldungen haben. Die Organisation und Koordination des internationalen Programms übernimmt die Europäische Patentakademie. Ihr Ziel ist es, Interessenten aus allen derzeitigen und künftigen Vertragsstaaten des Europäischen Patentübereinkommens (EPÜ) gleichermaßen den Zugang zu Aus- und Fortbildungsangeboten im Bereich des europäischen und internationalen Patentrechts (Theorie und Praxis) zu ermöglichen.

Das Programm läuft vom 15. bis 31. Oktober 2018 in der Zweigstelle München des EPA.

Programmüberblick

Die Praktikanten verbringen drei Wochen in der Generaldirektion 1 (GD 1), deren Aufgabenspektrum die Bereiche Recherche, Prüfung und Einspruch umfasst. Hier haben die Praktikanten die Möglichkeit, an realen Fällen zu arbeiten und mit spezifischen Software-Programmen, die die Prüfer für ihre tägliche Arbeit nutzen, Recherchen im Stand der Technik durchzuführen. Jeder Praktikant wird von einem oder mehreren Prüfern betreut, die ihn Schritt für Schritt in die Arbeitsweise der GD 1 einführen.

Am ersten Tag des Programms organisiert die Europäische Patentakademie eine Einführungsveranstaltung mit Präsentationen über allgemeine EPA-relevante Themen wie die Prüfertätigkeit und einer Einführung in das europäische Patentsystem. Am Ende des ersten Tages treffen die Praktikanten ihre Tutoren. Zusätzliche Schulungen können organisiert werden, etwa zu folgenden Themen:

Grundlagen der Recherchentools des EPA

Einspruchsverfahren vor dem EPA

Mündliche Verhandlungen

Formalprüfungsverfahren im EPA

Ablegen der EEP

Arbeiten mit Prüfern

Innerhalb des oben beschriebenen Rahmens können die Aktivitäten auf die jeweiligen Bedürfnisse der einzelnen Teilnehmer zugeschnitten werden. Die Praktikanten sollten deshalb in dem Zeitraum vor Programmbeginn mit "ihrem" Prüfer Kontakt aufnehmen, um ihre Erwartungen zu besprechen; dies gibt dem Prüfer auch genügend Zeit, interessante Fälle zu sammeln, die während des Praktikums erörtert werden können.

Die Praktikanten können mündlichen Verhandlungen in ihrer und in anderen Abteilungen beiwohnen und an den Nachbesprechungen teilnehmen, die von den Tutoren für sie organisiert werden.

Die meisten Praktikanten möchten sich ein Bild davon machen, wie Prüfer an eine Recherche herangehen, eine Recherchenstrategie entwickeln und eine Stellungnahme zur Recherche abfassen. Viele sind auch daran interessiert, selbst einmal eine Anmeldung samt Ansprüchen zu analysieren, etwas über die Klassifizierungsarbeit und die verfügbaren Datenbanken zu erfahren und gemeinsam mit dem Prüfer Akten zu prüfen. In der Vergangenheit haben Praktikanten gelegentlich Mitteilungen (wie Zurückweisungen oder Erteilungsvorschläge) verfasst, Erwiderungen analysiert und Einsprüche vorbereitet.

Kosten

Die Teilnahme ist kostenlos. Jedoch müssen die Praktikanten für Verpflegung und Unterkunft selbst aufkommen und ihre Reisekosten selbst tragen. In hinreichend begründeten Ausnahmefällen kann eine finanzielle Unterstützung durch das EPA gewährt werden.

Allgemeine Teilnahmevoraussetzungen

Von den Teilnehmern werden ausreichende Kenntnisse des europäischen Patenterteilungsverfahrens erwartet, die sie beispielsweise durch den erfolgreichen Abschluss der EURO-CEIPI-Grundausbildung im europäischen Patentrecht oder eines gleichwertigen Kurses erworben haben. Das Bestehen der europäischen Eignungsprüfung (EEP) ist keine zwingende Voraussetzung für die Teilnahme, wohl aber werden fundierte theoretische Kenntnisse des EPÜ und Fähigkeiten zu dessen praktischer Umsetzung erwartet; die bestandene EEP ist deshalb ein klarer Nachweis für den geforderten Kenntnisstand.

Voraussetzungen für die Teilnahme sind ein akademischer Abschluss einer technischen oder wissenschaftlichen Fachrichtung sowie gute Kenntnisse mindestens einer der drei Amtssprachen des EPA.

Wer am Programm Praktika Intern teilnehmen möchte, muss seinen Geschäfts- oder Wohnsitz in einem der EPÜ-Vertragsstaaten haben. Bei der Auswahl der Bewerber bemüht sich die Patentakademie um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Praktikanten aus Vertragsstaaten mit einer hohen Zahl zugelassener Vertreter und aus Vertragsstaaten mit noch wenigen zugelassenen Vertretern. Im Falle von Bewerbern aus den letztgenannten Staaten geht auch deren Erfahrung als nationale Patentanwälte in die Beurteilung ihres allgemeinen Kenntnisstands in Patentfragen ein.

Interessenten sollten vor ihrer Bewerbung unbedingt prüfen, ob die Teilnahme am Programm Praktika Intern mit ihren beruflichen und privaten Verpflichtungen vereinbar ist. Sie müssen den dreiwöchigen Zeitraum in ihrem Kalender fest einplanen, bis das Auswahlverfahren abgeschlossen ist (in der Regel im Februar).

Bewerbungen für das Programm Praktika Intern sind nur online unter dem folgenden Link möglich: www.epo.org/praktika

Anmeldeschluss: 31. Januar 2018

 

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