Die Regierung der Republik Albanien (AL) hat am 11. Februar 2010 die Urkunde über den Beitritt zum Europäischen Patentübereinkommen (EPÜ) hinterlegt.
Damit tritt das EPÜ für Albanien am 1. Mai 2010 in Kraft.
Der Europäischen Patentorganisation gehören somit ab 1. Mai 2010 die folgenden 37 Mitgliedstaaten an:
Albanien, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Monaco, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, San Marino, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern.
Weitere Einzelheiten über die Auswirkungen des Beitritts und die nationalen Durchführungsbestimmungen Albaniens zum EPÜ werden in späteren Ausgaben des Amtsblatts veröffentlicht.
Ab 1. Mai 2010 eingereichte europäische Patentanmeldungen schließen die Benennung des neuen Vertragsstaats ein 1 . Eine nachträgliche Benennung Albaniens in vor diesem Zeitpunkt eingereichten Anmeldungen ist nicht möglich.
Um jedoch die Benennung des neuen Vertragsstaats zu ermöglichen, wird das EPA europäischen Patentanmeldungen, die im April 2010 eingereicht werden, den 1. Mai 2010 als Anmeldetag zuerkennen, wenn dies bei Einreichung der Anmeldung ausdrücklich beantragt wird.
Staatsangehörige Albaniens und Personen mit Sitz oder Wohnsitz in Albanien können ab 1. Mai 2010 internationale Anmeldungen auch beim Europäischen Patentamt als Anmeldeamt einreichen.
In einem ab dem 1. Mai 2010 eingereichten PCT-Antrag (PCT/RO/101) ist der dem EPÜ neu beigetretene Staat automatisch auch zur Erlangung eines europäischen Patents bestimmt (Regel 4.9 (a) (iii) PCT).
Aufgrund internationaler Anmeldungen mit einem Anmeldetag vor dem 1. Mai 2010 kann kein europäisches Patent für Albanien erteilt werden. Jedoch kann - die Bestimmung Albaniens in der internationalen Anmeldung vorausgesetzt - ein nationales Patent erlangt werden. Die Benennung Albaniens beim Eintritt einer internationalen Anmeldung mit einem Anmeldetag vor dem 1. Mai 2010 in die europäische Phase 2 ist rechtlich unwirksam.
Mit dem Inkrafttreten des EPÜ in Albanien am 1. Mai 2010 endet das Erstreckungsabkommen zwischen Albanien und der Europäischen Patentorganisation; damit entfällt die Möglichkeit, europäische Patentanmeldungen und Patente auf dieses Land zu erstrecken 3 . Jedoch gilt das Erstreckungssystem weiterhin für alle europäischen und internationalen Anmeldungen mit Anmeldetag vor dem 1. Mai 2010 und die hierauf erteilten europäischen Patente.