Kurz, schmerzlos und effizient

Erfinder des Jahres 2008 in der Kategorie "KMU"

Anfang der 90er-Jahre entwickelte ein schottisches Erfinderteam ein System, mit dem sich die Netzhaut eines Patienten durch nichtinvasive Laserscanning-Technologie in einer Viertel-Sekunde umfassend und detailliert abbilden lässt. Seitdem gehören unangenehme Augenuntersuchungen der Vergangenheit an.

Anfang der 90er-Jahre musste sich Douglas Andersons kleiner Sohn regelmäßig Augenuntersuchungen unterziehen. Die Untersuchungen waren unangenehm, vor allem für ein kleines Kind, und die Ergebnisse waren bestenfalls lückenhaft.

1992 erblindete Douglas' Sohn, damals fünf Jahre alt, auf einem Auge, weil eine Netzhautablösung nicht rechtzeitig erkannt worden war. Daraufhin widmete Douglas Anderson sich der Entwicklung einer kinderfreundlichen Methode zur Untersuchung der Netzhaut, mit der sich umfassende und deutliche Bilder erzielen lassen, ohne die Pupille erweitern zu müssen.

Nach mehreren Jahren Tests in Zusammenarbeit mit Crombie Anderson, einer britischen Produktdesignberatung, patentierte Anderson zusammen mit Robert Henderson, einem Optikingenieur, der damals als externer Berater tätig war, und Roger Lucas das erste Laserscanning-Ophtalmoskop, das die Abtastung eines sehr großen Bereichs der Netzhaut ermöglichte. Im selben Jahr gründete Douglas das Unternehmen Optos mit Sitz in Dunfermline, Schottland als Ausgründung von Crombie Anderson. Bei seiner Einführung an der Londoner Börse im Februar 2006 hatte Optos die Methoden zur Durchführung von Augenuntersuchungen bereits revolutioniert. Das Unternehmen erzielte am ersten Tag seiner Börsennotierung Eigenkapital in Höhe von 54 Mio. USD.

Optos nahm seine Aktivitäten zunächst in Großbritannien und den USA auf, hat seinen Vertrieb aber inzwischen auch auf Kanada und in Europa auf Frankreich, Deutschland, Norwegen, Spanien und die Schweiz erweitert.

In seinem am 30. September 2007 zu Ende gegangenen Geschäftsjahr erzielte Optos einen Umsatz von 86,8 Mio. USD; dies entspricht einer Steigerung um 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Film 


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Funktionsweise

Das Optos Laserscanning-Ophthalmoskop ist ein geschütztes medizintechnisches Gerät, das eine vollständige Untersuchung der Netzhaut durchführt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Netzhautuntersuchungen arbeitet das Gerät mit einem sehr schwachen Laserstrahl, um eine hochauflösende, digitale Ultra-Weitwinkel-Aufnahme der Netzhaut zu erstellen. Dabei werden etwa 82 Prozent der Netzhaut in einem einzigen Abtastvorgang erfasst und abgebildet.

Das Laserscanning-System verbindet zwei Laser mit geringer Leistung zu einem Laserstrahl, der dann auf die Netzhaut des Patienten projiziert und durch einen Scanwinkel von 200 Grad manipuliert wird. Das von der Netzhaut reflektierte Licht wird dann durch das Scanning-System zurückgesandt und durch hochsensible Photodioden in elektrische Impulse umgesetzt. Diese Impulse werden wiederum digitalisiert und formatiert, um so eine digitale Aufnahme zu erzeugen, die gespeichert und zur Verlaufskontrolle später mit anderen Aufnahmen verglichen werden kann. Die Netzhautuntersuchung erfolgt in einer Viertel-Sekunde und erfordert keine Erweiterung der Pupille, wogegen herkömmliche Verfahren zur Untersuchung der Netzhaut mehr Zeit in Anspruch nehmen und dabei invasiver und weniger patientenfreundlich sind.

Auf einen Blick 

Erfinder Douglas Anderson, Robert Henderson, Roger Lucas (Vereinigtes Königreich)
Erfindung
Laserscanning-Ophthalmoskop
Branche
Gesundheitswesen
Unternehmen
Optos Plc

Read the story behind retinal screening (Englisch)

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