Eine neue Detaildimension

Gewinner in der Kategorie Industrie beim "European Inventor Award 2010"

Die leistungsstarken handgehaltenen 3D-Scansysteme der Ingenieure Albert Markendorf und Raimund Loser markieren einen Quantensprung in der industriellen Messtechnik. Ihre Scanner werden heute von Leica Geosystems mit Erfolg in der gesamten Welt vermarktet.

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Interview

Interview transcript

Auf einen Blick

Erfinder: Albert Markendorf, Schweiz, und Raimund Loser, Deutschland

Erfindung: Dreidimensionales Scan- und Messsystem

Sektor: Industrielle Messtechnik

Unternehmen: Leica Geosystems

Präzision ist entscheidend bei der geografischen Vermessung genauso wie bei der digitalen Vermessung im Rahmen der industriellen Qualitätskontrolle. Jeder Milli­meter zählt, wenn Bahnunternehmen Gleise vermessen oder Automobil- und Flugzeughersteller Kontrollscans ihrer Produkte durchführen.

Entsprechend wenig verwundert es, dass die Messtechnik boomt. Die Umsätze auf dem europäischen Markt für Mikromesstechnik beliefen sich 2008 auf 117,2 Mio. USD und sollen bis 2013 auf 199,7 Mio. USD steigen. Der Markt für Geodaten-Informationssysteme, einschließlich Scanner, wird derzeit auf 1,7 Mrd. USD geschätzt.

Bis vor Kurzem boten digitale Scanner nur ein begrenztes Maß an Genauigkeit, doch der Schweizer Ingenieur Albert Markendorf und sein deutscher Kollege Raimund Loser stießen mit ihrer neuen Generation dreidimensionaler Scanner in eine ungeahnte Detaildimension vor, die des Millimeterbereichs.

Als sie Mitte der 90er-Jahre mit der Entwicklung ihres Systems begannen, ließen sie sich von einem klassischen Messinstrument inspirieren, dem Theodoliten (aus dem Griechischen: "klare Sicht auf die Umgebung"), einem von Hand gehaltenen Gerät aus dem 16. Jahrhundert, mit dem sich horizontale und vertikale Winkel in der Umgebung messen lassen.

Markendorf und Loser wollten ein tragbares, handgehaltenes Gerät, das nicht nur Winkel, sondern auch Entfernungen messen kann, und mussten schnell feststellen, dass keine der damals auf dem Markt erhältlichen laserbasierten Lösungen diese Anforderungen erfüllte.

Nach dem Vorbild des Theodoliten und seines Prinzips der Winkelmessung entwickelten sie also einen Handlaserscanner mit einem besonderen Kniff: Ihr Scanner misst nämlich auch den Winkel, in dem der Laser von einem Gegenstand reflektiert wird.

Die ersten Testergebnisse erwiesen sich als bahnbrechend. Die neuen Scanner konnten Gegenstände - auch bewegliche - aus einer Entfernung von bis zu 100 Metern mit einer erstaunlichen Genauigkeit von unter 6 mm erfassen.

Als die Scanner 2004 unter den Bezeichnungen T-Probe und T-Scan auf den Markt kamen, stießen sie auf überwältigende Resonanz. Allein im ersten Jahr verkaufte Leica Geosystems über 1 500 Geräte.

Automobilunternehmen, darunter führende Hersteller wie Audi, Daimler und Toyota, machen inzwischen die Hälfte des Kundenstamms für dieses System aus, das bis zu neun Autos mit einer einzigen Aufstellung messen kann und damit zehnmal mehr als ältere Systeme. Auch führende Flugzeugbauer wie Boeing und Airbus benutzen die handgehaltenen Geräte.

2008 beschäftigte Leica Geosystems, Marktführer auf dem Gebiet der 3D-Scansysteme, 3 500 Mitarbeiter und verzeichnete einen Umsatz von 595,4 Mio. USD. Ein Eckpfeiler der gesamten Produktpalette von 3D-Scansystemen sind die von Markendorf und Loser entwickelten Scanner.

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