Eine neue Dimension der mikroskopischen Analyse

Béla Molnár

Der ungarische Erfinder Béla Molnár und seine in Budapest ansässige Firma 3DHistech haben einen digitalen Scanner für Objektträger (Slide-Scanner) entwickelt, der rasch und effizient fokussieren kann, was bei der Hochgeschwindigkeitsdigitalisierung mikroskopischer Schnitte von essenzieller Bedeutung ist. Damit können schnellere und genauere Diagnosen gestellt werden, was wiederum eine verbesserte medizinische Behandlung ermöglicht.

Erfinder: Béla Molnár (et al.), Ungarn

Erfindung: Digitaler Slide-Scanner mit schneller und effizienter Fokussierung

Firma: 3DHISTECH Ltd.

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Die Analyse von Gewebeschnitten ist ein wichtiger Bereich der medizinischen Diagnostik. Doch in der traditionellen optischen Mikroskopie können bei der Analyse von Präparaten wegen der begrenzten Gewebeausschnitte Diagnosefehler auftreten.

Medizinische Einrichtungen müssten tagtäglich eine wachsende Zahl von Diagnosetests durchführen und dies mit gleichbleibender oder sogar höherer Qualität. Angesichts neuer Diagnosetechniken und der unvermeidlichen Kostenoptimierung ist dies eine erhebliche und immer schwerer zu bewältigende Herausforderung für den traditionellen Diagnose-Workflow. Die Patienten wiederum sind daran interessiert, rasch zuverlässige Testergebnisse zu erhalten.

Diese Einschränkungen der traditionellen mikroskopischen Diagnostik lassen sich mit Molnárs digitalem Slide-Scanner überwinden. Seine schnelle und effiziente Fokussierung ist die Voraussetzung für eine Digitalisierung der Objektträger mit hoher Geschwindigkeit und Bildqualität.

Die höhere Digitalisierungsgeschwindigkeit wird auf zweierlei Weise erreicht: Zum einen werden die mit dem Objektträger zu bewegende Masse und die Zahl der Trägerverschie­bungen reduziert. Zum anderen werden optimierte Softwarealgorithmen zur Fokussierung verwendet, sodass die bewegte Masse nicht allzu häufig angehalten und wieder in Bewe­gung gesetzt werden muss, wodurch die Bildqualität ebenfalls gewahrt bleibt.

Der digitale Slide-Scanner ist ein Durchbruch in der Entwicklung bildgebender Systeme für die medizinische Diagnostik. Diese Technologie ist für viele Forscher und Ärzte von unschätzbarer Bedeutung, nicht zuletzt für Pathologen, die Gewebeproben von Patienten auf ernsthafte Erkrankungen wie etwa Krebs untersuchen.

Doch die digitalen Aufnahmen, die durch Molnárs Erfindung möglich werden, liefern den Ärzten nicht nur wertvolle Informationen über ihre Patienten, sie können zudem problem­los und schnell selbst an räumlich weit entfernte Experten übermittelt werden, die bereits ähnliche Krankheitsfälle behandelt haben und dann zeitgleich denselben Gewebeschnitt auf ihrem Bildschirm untersuchen können.

Mit der Erfindung Molnárs und seiner Kollegen dürfte die Analyse von Gewebeproben schneller, kostengünstiger und - dank der digitalisierten Informationen - überall in der Welt leicht abrufbar werden.

Es steht außer Zweifel, dass die virtuelle Mikroskopie eine neue Dimension der Gewebe­diagnostik eröffnet, indem sie eine Digitalisierung mit hoher Geschwindigkeit und Bildquali­tät sowie eine softwaregestützte Analyse medizinischer Proben erlaubt. Die Technologie ist jedoch nicht auf die medizinische Diagnostik beschränkt - sie kann auch in der Arznei­mittelforschung und für Lehrzwecke nutzbringend eingesetzt werden.

Molnárs eindrucksvolle Leistungen wurden mit verschiedenen Preisen gewürdigt, so mit dem renommierten Großen Preis Ungarns für Innovation, den er 2004 für seine Arbeit im Bereich virtuelle Mikroskopie und digitale Histologie erhielt.

Inzwischen hat sich 3DHistech weltweit einen Namen gemacht. Die Firma hat innerhalb von zehn Jahren über 400 Produkte für die virtuelle Mikroskopie verkauft (digitale Slide-Scanner und Softwareanwendungen) und hält damit den zweitgrößten Marktanteil im Welt­maßstab. Vor Kurzem hat 3DHistech damit begonnen, sein Portfolio von rein diagnos­tischen Produkten auf Lösungen für die digitale Pathologie zu erweitern.

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