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Erik Dahlman, Stefan Parkvall, Muhammad Kazmi, Robert Baldemair, George Jöngren, Henning Wiemann, Johan Torsner und Magnus Stattin (Schweden, Österreich, Deutschland)

Finalisten des Europäischen Erfinderpreises 2014

Erik Dahlman und Team

Kategorie: Industrie

Sektor: Mobilfunktechnologie und -dienste

Unternehmen: Ericsson

Patentnummern: EP2327192, EP2364559

Erfindung: Mobilfunkstandard LTE

Die 3G-Netze, die den ersten mobilen Breitband-Internetzugang ermöglichten, werden nun durch LTE-Netze ersetzt, die viel höhere Datenübertragungsraten bieten als die 10 Jahre alte 3G-Technologie. Ein Expertenteam bei Ericsson hat mit einer bedeutenden Zahl von Patenten zur Entwicklung des LTE-Standards beigetragen, der den Wirtschaftsmarkt des mobilen Internets erst entstehen ließ.

Ericsson logo

Um mit dem immer größeren Angebot an Multimedia-Inhalten und der zunehmenden Zahl der Nutzer Schritt zu halten, die über Mobilgeräte auf das Internet zugreifen, müssen die Kommunikationsnetze immer fortschrittlicher und effizienter werden. Nun wurde als Ersatz für die vorherige Generation ein neuer Netzstandard entwickelt: der sogenannte Long-Term-Evolution-Standard "LTE", auch "4G" genannt.

Die LTE-Technologie besteht aus Tausenden einzeln patentierten Innovationen, und ihre Entwicklung kann nicht einer einzigen Organisation, Firma oder Person zugeschrieben werden. Acht Ericsson-Angestellte - Erik Dahlman, Stefan Parkvall, Muhammad Kazmi, Robert Baldemair, George Jöngren, Henning Wiemann, Johan Torsner und Magnus Stattin – und ihr Team haben allerdings einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung des LTE-Standards geleistet. Ihre Patente in den Bereichen Konzeption von Funknetzbasisstationen, Signalverarbeitung, Konzeption von Luftschnittstellen und effiziente Nutzung von Funkressourcen sind von besonderer Bedeutung, weil sie die Qualität der LTE-Signale und damit den Gesamtwert des Dienstes für die Endnutzer erhöhen.


Gesellschaftlicher Nutzen:

LTE-Netze bieten mit Downloadgeschwindigkeiten bis zu 300 Megabits pro Sekunde (Mbit/s) und Spitzen-Uploadgeschwindigkeiten bis zu 75 Mbit/s deutlich höhere Übertragungsraten als die bisherigen 3G-Netze (7 Mbit/s bzw. 1 Mbit/s). Dadurch wird das Angebot für die Internetnutzer erheblich verbessert, weil sie beispielsweise Live-Fernsehen in HDTV-Qualität auf ihren Mobilgeräten ansehen können. Ericsson und andere Branchengrößen arbeiten bereits am Folgestandard LTE-Advanced, der wiederum höhere Geschwindigkeiten und Kapazitäten bieten und Hunderten Millionen Menschen weltweit ein noch schnelleres und besseres Interneterlebnis auf ihren Mobilgeräten ermöglichen wird.

Wirtschaftlicher Nutzen:

Im vierten Quartal 2013 nutzten etwa 200 Millionen Kunden weltweit LTE, die die Wahl zwischen mehr als 1 000 verschiedenen LTE-fähigen Gerätemodellen hatten. Ferner wurden in dieser Zeitspanne rund 250 Millionen LTE-Smartphones verkauft.

Der Markt wächst rapide, und eine Verlangsamung ist nicht in Sicht: Ein Bericht geht von einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 56 % zwischen 2013 und 2020 aus, während nach Ericssons eigenen Untersuchungen bis 2018 eine Zunahme des mobilen Datenverkehrs um das Zwölffache zu erwarten ist. Ericsson ist der führende Hersteller von LTE-Infrastruktur und wickelt schätzungsweise 50 % des gesamten LTE-Smartphone-Datenverkehrs ab.

  • Muhammad Kazmi, Stefan Parkvall

    Muhammad Kazmi, Stefan Parkvall

  • Muhammad Kazmi

    Muhammad Kazmi

  • Muhammad Kazmi, Erik Dahlman, Stefan Parkvall, Robert Baldemair

    Muhammad Kazmi, Erik Dahlman, Stefan Parkvall, Robert Baldemair

  • Muhammad Kazmi, Stefan Parkvall

    Muhammad Kazmi, Stefan Parkvall

  • Stefan Parkvall, Muhammad Kazmi

    Stefan Parkvall, Muhammad Kazmi

  • Stefan Parkvall, Muhammad Kazmi

    Stefan Parkvall, Muhammad Kazmi

  • Kazmi, Parkvall

    Muhammad Kazmi, Stefan Parkvall


Funktionsweise:

LTE nutzt eine Luftschnittstelle für Downlinks (vom Funkmast zum Gerät) und eine weitere für Uplinks (vom Gerät zum Funkmast), um eine optimale Signalübertragung in beide Richtungen zu gewährleisten. Ferner kommt bei der Stimmen- und Datenübertragung durch die Luft eine besondere Zugangstechnologie zum Einsatz, die es den Geräten ermöglicht, mit jeder Funkzelle innerhalb des LTE-Netzes mehrere Downlink-Verbindungen aufzubauen. Dies sorgt für eine bessere Stabilität, Geschwindigkeit und Kapazität der Downlink-Verbindung verglichen mit den Technologien der 3G-Netze.

Für den Uplink wird eine analoge Technologie verwendet, sodass das Gerät stabile Upload-Verbindungen herstellen kann, obwohl LTE-fähige Geräte üblicherweise ein schwächeres Uplink-Signal aufweisen, um den Akku zu schonen.

The inventors:

Dank der Erfolge von Erik Dahlman, Stefan Parkvall, Muhammad Kazmi, Robert Baldemair, George Jöngren, Henning Wiemann, Johan Torsner, Magnus Stattin und weiteren Ericsson-Experten hält das schwedische Unternehmen nun nach eigenen Angaben beeindruckende 25 % aller wesentlichen LTE-Patente. Einige der Nominierten wurden von Ericsson zu verschiedenen Zeiten zum "Erfinder des Jahres" gekürt.

2009 wurden Parkvall und Dahlman für ihren Beitrag zum technischen und kommerziellen Erfolg der UMTS-Erweiterung HSPA von der schwedischen Regierung mit dem Stora Teknikpriset ausgezeichnet.


Wussten Sie das?

Da LTE-Netze eine viel höhere Kapazität haben als 3G-Netze, ist die Gefahr der sogenannten "Zellatmung" geringer, eines Phänomens, das auftritt, wenn in einem 3G-Netz eine Mobilsignalstation gezwungen ist, die Kapazität zugunsten der Abdeckung zu reduzieren. Dadurch können mehr Nutzer, die sich nah beieinander befinden, im Internet surfen, ohne eine Verlangsamung der Zugangsgeschwindigkeit befürchten zu müssen.

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