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Artur Fischer (Deutschland)

Gewinner des Europäischen Erfinderpreises 2014 in der Kategorie Lebenswerk

Artur Fischer

Kategorie: Lebenswerk

Sektor: Bauwesen

Unternehmen: Fischerwerke

Patentnummern: EP1170046, EP0112456, EP0331874, B1 0833065

Erfindungen: Dübel, Synchronblitz, Fischertechnik, ...

Artur Fischer ist einer der produktivsten Erfinder der Welt: mehr als 1 100 Patent- und Gebrauchsmusteranmeldungen gehen allein in Deutschland auf sein Konto, weltweit sind es unzählige mehr. Bekannt wurde der 94-jährige "König der Dübel" vor allem durch seine beliebteste Erfindung, den Spreizdübel, der die Baubranche revolutioniert hat.

Vor 65 Jahren, d. h. 1949, erhielt Fischer sein erstes Patent für den sog. "Synchronblitz", ein Blitzgerät für Fotoapparate mit synchroner Auslösung. Darauf folgte eine Vielzahl weiterer Erfindungen und Patente, von Getränkehaltern und CD-Boxen über Ablagefächer und Lüftungsdüsen bis hin zu Kinderspielzeug.

Weltweit produziert und kopiert wurde jedoch der kleine Plastikdübel, den Fischer 1958 erfand. Damit lassen sich Schrauben in Materialien befestigen, die schwere Lasten normalerweise nicht tragen könnten. Der Dübel, dessen einzige Rivalen Schrauben und Nägel sind, ist eines der am häufigsten verwendeten Bauteile der Welt: etwa 14 Millionen Dübel und Bolzen werden täglich produziert.

Gesellschaftlicher Nutzen

Fischers Erfindung veränderte die Bau- und die Heimwerkerbranche von Grund auf und verdrängte alle möglichen Arten von Dübeln rasch aus den Regalen. Doch der "Fischer-Dübel" war erst der Anfang: Fischer erdachte nicht nur einige neue Lösungen für Probleme am Bau, er schuf auch Stahlanker, Bohrgeräte, chemische Befestigungen und Klebstoffe, und seine Erfindungen werden tagtäglich milliardenfach auf der ganzen Welt verwendet.

Wirtschaftlicher Nutzen

Aus der von Fischer 1948 gegründeten Fischerwerke GmbH entwickelte sich die Unternehmensgruppe fischer, die auch die Geschäftsbereiche fischer Automotive Systems und fischer Consulting umfasst und in verschiedenen Bereichen des Befestigungsmarkts Weltmarktführer ist.

Das Familienunternehmen, das seit 1980 von Fischers Sohn Klaus geführt wird, hat 42 internationale Tochtergesellschaften, beschäftigt weltweit 4 000 Mitarbeiter und verkauft seine Produkte in über 100 Ländern. 2012 erwirtschafteten die Fischerwerke mit 14 000 verschiedenen Produkten einen Umsatz von 618 Mio. EUR. Obwohl das Unternehmen weltweit Produktionsstandorte betreibt, werden über die Hälfte seiner Produkte nach wie vor in Deutschland hergestellt.
  • Artur Fischer

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Funktionsweise

Der Fischer-Dübel wird in Bohrlöcher gesetzt oder in Oberflächen gedrückt, um zwei Komponenten miteinander zu verbinden, meist zur Befestigung von Schrauben in Wänden oder Decken. Wenn eine Schraube in den Dübel gedreht wird, dehnt dieser sich aus und seine Sperrzungen verkeilen sich im Bohrloch, sodass er sich nicht mitdreht.

Die Dübel bestehen aus hitzebeständigem Nylon und ersetzen damit frühere Metalldübel mit Hanfkern. Obwohl sie aus Plastik sind, erleichtern Dübel die Befestigung schwerer Gegenstände, indem sie Schrauben fest in der Oberfläche verankern.

Der Erfinder

Die meisten von Fischers Erfindungen resultieren aus seinen persönlichen Erfahrungen: Die Fotografin, die wegen der Brandgefahr durch ihren Magnesiumblitz kein Bild machen wollte, die Fensterläden in seiner Wohnung, die immer wieder von der Wand fielen, der Baukasten, den er sich als Kind wünschte. Sein ganzes Leben lang hat der heute 94-Jährige Probleme aus seinem Alltag in Lösungen verwandelt.

Für seine mehr als 1 100 Patent- und Gebrauchsmusteranmeldungen wurden ihm unzählige Auszeichnungen verliehen, u. a. die Ehrendoktorwürde der Universität Stuttgart.

Wussten Sie das?

Der fischertechnik-Baukasten für Kinder kam 1964 auf den Markt und wurde schnell zum Bestseller. Das Baukastensystem ist heute weltweit Standard für Bildungsspielzeug. Es vermittelt Kindern technisches Grundverständnis, unterstützt die Entwicklung der Hand-Auge-Koordination und der Feinmotorik und fördert räumliches Bewusstsein, logisches Denken und Kreativität. Ingenieure verwendeten einige der frühen fischertechnik-Produkte aufgrund ihrer Präzision zur Simulierung von Industrie-Robotern und zur Konstruktion von Modellen computergesteuerter Produktionsstätten.

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