Energieeffiziente Innovationen: Flugzeuge, Züge und Autos

In den vergangenen acht Jahren wurde der Europäische Erfinderpreis einer Reihe von Erfindern verliehen, deren Innovationen das Reisen energieeffizienter, sicherer und komfortabler gemacht haben. Hier ist ein Überblick über die Erfinder, die unsere Fortbewegung verändert haben.

Norbert Enning und Ulrich Klages

Leichtgewichte für die Straße

Den Durchbruch für energieeffiziente Autos brachte die Umstellung auf neue Leicht­baurahmen, die den Kraftstoffverbrauch senken und im Wesentlichen einem Team von Audi-Ingenieuren unter der Leitung von Norbert Enning und Ulrich Klages zu verdanken sind. Ihre patentierten Fahrzeugrahmen aus Aluminium waren wegbereitend für das erste in Großserie produzierte Aluminium-Auto der Welt und eröffneten neue Möglich­keiten für die Fahrzeugkonstruktion in Leichtbauweise. 2008 wurden die Leistungen der Ingenieure mit dem Europäischen Erfinderpreis in der Kategorie Industrie ausge­zeichnet.


Mobile Brennstoffzellen

Neue Kraftstoffzusammensetzungen

Jahrzehntelang war der Verbrennungsmotor das gängige Antriebssystem für Kraft­fahrzeuge. Die Kanadier Ben Wiens und Danny Epp und der deutsche Chemiker Manfred Stefener gehören zu dem großen Kreis von Erfindern, die saubere Alternativen entwickeln und verbessern.

Wiens und Epp nutzten Wasserstoff als Energieträger und entwickelten eine der ersten effektiven Brennstoffzellen für Kraftfahrzeuge. Ihre von Ballard Power Systems vertriebenen Brennstoffzellen kommen heute in öffentlichen Bussen und Kfz-Prototypen zum Einsatz und gewannen 2010 den Europäischen Erfinderpreis in der Kategorie Außereuropäische Staaten.

Die patentierten mobilen Brennstoffzellen des deutschen Chemikers Manfred Stefener, Gewinner des Europäischen Erfinderpreises 2012 in der Kategorie KMU, machen nachhaltige Stromerzeugung mobiler und flexibler. Die von Stefeners Firma Smart Fuel Cell vermarktete Erfindung hat sich bereits über 20 000 Mal verkauft und versorgt Boote oder Wohnmobile mit Strom.


Thales Systèmes Aéroportés team

Gleichmäßigeres Fahren

 Das Kfz-Radarsystem eines französischen Erfinder-Teams von Thales Systèmes Aéroportés schien anfangs eher eine nette Neuerung zu sein als eine Notwendigkeit, letztendlich avancierte das System jedoch zu einem der erfolgreichsten Abstands­regeltempomaten aller Zeiten. Die Technologie hilft dem Fahrer nicht nur, Auffahrunfälle zu vermeiden, sie lässt ihn auch die Geschwindigkeit konstanter halten und reduziert den Spritverbrauch. Mit dem Radarsystem schaffte es das Team unter die Finalisten des Europäischen Erfinderpreises 2011.


Alain Porte

Stille ...

Bei dem Wort "Verschmutzung" denken wir in der Regel zuerst an Smog und Müll, aber auch Lärmverschmutzung beeinträchtigt unser Wohlbefinden und schadet der Umwelt. Die Airbus-Erfinder Alain Porte, André Robert und Hervé Batard, Finalisten des Euro­päischen Erfinderpreises 2008 in der Kategorie Industrie, nahmen sich des Problems lauter, tieffliegender Jets an. Sie entwickelten eine spezielle einheitliche Schall­dämpfung für Flugzeuge, die das Phänomen der sogenannten "akustischen Streuung" reduziert. Flugzeuge, die mit dieser Technologie ausgestattet sind, können jetzt einige der strengsten Lärmschutzauflagen der Welt erfüllen.


Moderner Gleisbau

Moderne Schienen

Der österreichische Ingenieur Josef Theurer wird zu Recht als "Vater des modernen Gleisbaus" bezeichnet. Während seiner jahrzehntelangen beruflichen Laufbahn hat er über 500 Erfindungen und mindestens neun bahnbrechende Innovationen hervor­gebracht, die die Verlegung und Wartung moderner Gleisstrecken stark geprägt haben. Aufgrund des breit gefächerten Arbeitsgebiets entwickelte sich Theurers Unternehmen Plasser & Theurer zu einem der erfolgreichsten Gleisbaubetriebe überhaupt und trug dazu bei, energiesparende Bahnreisen als echte Alternative zu Auto und Flugzeug zu etablieren. Theurer war Finalist des Europäischen Erfinderpreises 2012 in der Kategorie Lebenswerk.


Marion "Frank" Rudy

Menschliche Fortbewegung

Ungeachtet aller Fortschritte im energieeffizienten Transportwesen kommen wir oft immer noch am umweltfreundlichsten von A nach B, wenn wir unseren eigenen Körper bewegen. Auch in diesem Bereich haben Gewinner und Finalisten des Europäischen Erfinderpreises ihren Beitrag geleistet.

Der amerikanische Erfinder Marion "Frank" Rudy, Finalist des Europäischen Erfinder­preises 2009 in der Kategorie Außereuropäische Staaten, kreierte stoßdämpfende Einlegesohlen und sorgte damit für eine Revolution in der Schuhindustrie. Heute laufen Spitzensportler und Spaziergänger gleichermaßen wie auf Wolken. Um schwitzende Füße kümmerte sich der italienische Unternehmer Mario Moretti Polegato. Er ent­wickelte eine mikroskopisch poröse Membran für Schuhsohlen, die Nässe abhalten und Fußschweiß passieren lassen. Sein Unternehmen Geox entwickelte sich zu einem der größten Schuhhersteller der Welt, und Polegato wurde 2012 in der Kategorie Lebens­werk für den Europäischen Erfinderpreis nominiert.

Die Erfindung der britischen Schwimmerin und Bekleidungsdesignerin Fiona Fairhurst dürfte in der Welt des Wassersports bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Über 130 Schwimmweltrekorde wurden von Wettkampfteilnehmern gebrochen, die den von ihr konzipierten "Fastskin"-Schwimmanzug trugen. Er ist der Hautstruktur von Haien nachempfunden und soll die Schnelligkeit eines Schwimmers um bis zu 7 % steigern können, weshalb er mittlerweile bei internationalen Wettkämpfen verboten ist. Fairhurst war Finalistin des Europäischen Erfinderpreises 2009 in der Kategorie Industrie.

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