Zahl der Patentanmeldungen in Europa erreicht Allzeithöchststand

13. April 2011

Anmeldeaufkommen beim Europäischen Patentamt 2010 um 11 % gestiegen 

Beim EPA gingen im letzten Jahr 235 000 europäische Patentanmeldungen ein - mit einem Plus von 11 % gegenüber 2009 ist dies das höchste Aufkommen in der 34-jährigen Geschichte des Amts. Etwa 39 % dieser Anmeldungen kamen aus den 38 Mitgliedstaaten der Europäischen Patentorganisation, 26 % aus den USA, 18 % aus Japan und jeweils 5 % aus China und Südkorea.

"Diese Zahlen belegen klar und deutlich: es geht wieder aufwärts", sagt EPA-Präsident Benoît Battistelli. "2010 ist die Nachfrage nach Patentschutz in jeder Region der Welt gestiegen. Nach zwei Jahren mit rückläufiger Tendenz haben die EU und die USA heute fast wieder dasselbe Niveau erreicht wie vor der Krise. Dies hat in Kombination mit einem massiven Anstieg der Patentanmeldungen aus Asien - vor allem aus China - dazu geführt, dass 2010 für das EPA ein Rekordjahr war".

Anmeldungen nach Land und Region

92 500 oder 39 % aller Patentanmeldungen, die beim EPA eingingen, kamen aus den 38 Mitgliedstaaten der Organisation (EU 27: 82 800); damit hatten die Anmeldungen der Europäer einen etwas geringeren Anteil am eigenen Markt als im Vorjahr (2009: 41 %; EU: 35 %). Deutschland lag mit 14 % (33 100 Anmeldungen, +8,5 % gegenüber 2009) erneut eindeutig an der Spitze, gefolgt von Frankreich mit 5 % (11 700 Anmeldungen, +1 %) sowie der Schweiz, dem Vereinigten Königreich und den Niederlanden mit jeweils etwa 3 %.

Hohe Zuwachsraten verzeichneten auch Länder mit deutlich niedrigerem Anmeldevolumen wie Belgien (+19 %), Österreich (+14 %), Spanien (+8,5 %), Luxemburg (+27 %) und Polen (+22 %), sowie die Slowakei (+30 %) und Estland (+23 %).

Bei den außereuropäischen Staaten stammten mit Abstand die meisten europäischen Patentanmeldungen aus den USA und Japan, wobei auf die USA 26 % (61 000 Anmeldungen, +12 %) und auf Japan 18 % (42 000; +10 %) des Gesamtaufkommens entfielen; der Anteil Chinas und Südkoreas betrug jeweils 5 %. Beachtlich gestiegen ist die Zahl der Anmeldungen aus Südkorea (12 000; +21 %) und insbesondere China (13 000; +54 %), das Korea zahlenmäßig überholt hat.

Europäische Unternehmen an der Spitze

Nimmt man einzelne Unternehmen als Maßstab, so sind europäische Firmen weiterhin die Top-Anmelder auf dem heimischen Markt, wobei die drei europäischen Konzerne Siemens (2 135 Anmeldungen), Philips (1 765 Anmeldungen) und BASF (1 707 Anmeldungen) die Liste der produktivsten Anmelder 2010 anführen. Wie stark die Position der europäischen Industrie in der Rangliste des EPA ist, lässt sich auch daran ablesen, dass von den 50 größten Anmeldern 21 aus Europa kommen, 16 aus Asien, 12 aus den USA und einer aus Kanada.

Medizintechnik ganz vorn

Das Anmeldeaufkommen beim EPA ist 2010 auf allen wichtigen Gebieten der Technik gestiegen. An der Spitze lag dabei die Medizintechnik mit 10 500 Anmeldungen, es folgten Computertechnik (8 300 Anmeldungen) sowie elektrische Maschinen, Apparate und Energie (8 200). Die größten Zuwachsraten verbuchten Biotechnologie (7 400 Anmeldungen, +42,6 %), Arzneimittel (6 700, +20 %) und digitale Kommunikation (8 000, +11,2 %). Auf den Gebieten Telekommunikation, Transport und Computer ist das Niveau von 2008 (vor der Krise) noch nicht wieder erreicht

Weitere Informationen

Statistik 2010 (PDF, 40 KB)

Europäische Unternehmen führen die Liste der größten Anmelder an (Patentanmeldungen beim EPA) (JPG)

Anmeldezahlen wieder im Aufwind (JPG)

Anteil am Anmeldeaufkommen: Europäer führend auf dem heimischen Markt (JPG)

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