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Anmeldungen beim EPA erreichen neuen Spitzenwert

6. März 2014

EPA Präsident President Benoît Battistelli spricht bei der Pressekonferenz in Brüssel

Europa bleibt ein Schlüsselmarkt für Innovation: Die Patentanmeldungen beim EPA haben mit 266 000 im vergangen Jahr eine neue Rekordmarke erreicht, 2,8% mehr als im Vorjahr (2012: 258 000). Die Zahl der Patenterteilungen stieg um 1,6% auf 66 700 (2012: 65 600). 

"Die Nachfrage nach Patentschutz in Europa ist zum vierten Mal in Folge gestiegen", so EPA-Präsident Benoît Battistelli. "Dies zeigt, dass auch immer mehr Unternehmen aus der ganzen Welt Europa als erstklassigen Innovationsstandort ansehen. Die starke Verankerung europäischer Firmen in patentintensiven Technologien unterstreicht einmal mehr die zentrale wirtschaftliche Bedeutung dieser Industriesektoren für Wachstum und Beschäftigung in der EU."

Einreichungen nach Ursprungsländern und Regionen

Mit einem Anteil von 35% am Gesamtaufkommen konnten die 38 Mitgliedstaaten der Europäischen Patentorganisation ihre Position auch im vergangenen Jahr behaupten. Rund zwei Drittel der Anmeldungen stammten aus außereuropäischen Staaten. 24% aller Einreichungen wurden aus den USA eingereicht, gefolgt von Japan (20%), Deutschland (12%), China (8%), Südkorea (6%), Frankreich (5%), der Schweiz und den Niederlanden (jeweils 3%) sowie Großbritannien und Schweden (je 2%). 

Europäer mit den meisten Anmeldungen nach Bevölkerungsanteil

Ein Beleg für die Technologiestärke europäischer Staaten ist das Verhältnis der beim EPA eingereichten Patentanmeldungen zur Einwohnerzahl eines Landes. Mit 832 Anmeldungen pro Million Einwohner lag 2013 die Schweiz ganz vorne, gefolgt von Schweden (402), Finnland (360) sowie Dänemark und den Niederlanden mit jeweils 347 Anmeldungen. Im Vergleich der Wirtschaftsregionen war Japan mit 177 Anmeldungen an der Spitze, mit deutlichem Abstand zu Südkorea bzw. dem Durchschnitt der 28 EU-Staaten (jeweils 129 Anmeldungen), den USA (107) und China (3). 

Europa stabil, mit regionalen Unterschieden

Trotz der gesamthaft stabilen Anmeldeentwicklung aus Europa zeigten sich 2013 regional erhebliche Unterschiede. Deutliche Zunahmen verzeichneten die Niederlande (+17,2%), Dänemark (+8,1%), Schweden (+7,5%), aber auch Länder mit geringerem Anmeldeaufkommen wie beispielsweise Portugal (+34,5%), die Türkei (+31,9%), die Tschechische Republik (+26,5%) und Irland (+9,4%). Die Anmeldungen aus Frankreich (+1,1%), Finnland (+0,6%) und Österreich (+0,2%) nahmen deutlich langsamer zu, während Belgien (mit einem Minus von 7,4%), Deutschland (-5,4%), Großbritannien (- 3%), Italien (- 2,7%),die Schweiz (-2%) und Spanien (-1%) gegenüber dem Vorjahr rückläufige Zahlen aufwiesen . 

Stabile Zunahme aus den USA, Wachstumsmotor Asien

Erneut sprunghaft gestiegen sind die Anmeldungen aus China (+16,2%) und Südkorea (+14%). Die USA mit 2,8% und Japan mit 1,2% setzten dagegen ihr Anmeldewachstum langsamer, aber mit sehr hohen Anmeldzahlen fort. Somit entfielen rund drei Viertel des Anmeldewachstums beim EPA auf Einreichungen aus Asien. Dies ist im wesentlichen auf die Dominanz asiatischer Firmen bei Computern, in der Elektronik und der Digitalen Kommunikation (Mobilfunk) zurückzuführen.

Fünf europäische Firmen in den Top Ten, Samsung an der Spitze

Diese Entwicklung verdeutlicht auch die erneute Spitzenposition von Samsung (2833 Anmeldungen) im Firmenranking des EPA. Mit fünf Unternehmen unter den zehn anmeldestärksten Firmen, nämlich Siemens (2.), Philips (3.), BASF (5.), Robert Bosch (6.) und Ericsson (10.) bauten die Europäer jedoch ihre Präsenz gegenüber 2012 um eine Position aus.

Die Analyse einer repräsentativen Auswahl an Recherchenanträgen beim EPA im vergangen Jahr zeigt zudem, dass das Amt auch für kleinere Nutzer ein wichtige Anlaufstelle ist: 29% der Anmelder waren KMU und 5,5% Forschungsinstitute bzw. Universitäten, während  der Anteil der größeren Unternehmen bei 65,5% lag. 

Europa dominant im Automobilsektor, bei Umwelttechnologien und in der Medizintechnik

Europäische Firmen reichten 2013 in neun der zehn anmeldestärksten Technologiefelder die meisten Anmeldungen beim EPA ein - ein weiterer Beleg für das ausgewogene und breit abgestützte Patentportfolio der europäischen Wirtschaft.

Gegenüber dem Vorjahr verbesserten sich die Europäer vor allem im größten Technologiefeld, der Medizintechnik, und überholten dort mit einem Anteil von 41% die US-Firmen (39%). Mit einem 60%- Anteil im Transportwesen, besonders im Automobilsektor und in der Luftfahrt, sowie mit jeweils über 50% im Maschinen- und Turbinenbau (einschließlich sauberer Energietechnologien) und in der Messtechnik (54%) setzten die Europäer weitere Akzente in ihrer Anmeldetätigkeit. 

Einzig bei Computern lagen europäische Firmen mit einem Anteil von 31% hinter ihren US-amerikanischen Konkurrenten (34%) zurück, während Japan besonders in der Elektrotechnik (25%) und bei Fahrzeugen (22%) Präsenz zeigte. In der Digitalen Kommunikation war China mit einem Anteil von 15% erneut dominant. 

Anmeldezuwachs gegenüber 2012 registrierte das EPA vor allem bei Computern und im Transportwesen (jeweils +5%) und bei elektrischen Maschinen (+4%), während bei Arzneimitteln (-14%), im Bereich Maschinen, Pumpen und Turbinen (-8%), in der organischen Chemie und der Digitalen Kommunikation (jeweils -7%) sowie der Biotechnologie (-4%) die Anmeldungen zurückgingen.

Weitere Informationen

Jahresbericht 2013

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