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Herausragende Erfinder mit dem Europäischen Erfinderpreis 2014 ausgezeichnet

17. Juni 2014

Artur Fischer

Das EPA hat heute in Berlin geniale Erfinder und Erfinderteams für ihre Beiträge zum sozialen, wirtschaftlichen und technologischen Fortschritt mit dem Europäischen Erfinderpreis 2014 geehrt.

Zur feierlichen Preisverleihung im ehemaligen Kaiserlichen Telegrafenamt Berlin waren 500 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik geladen, darunter der Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz Heiko Maas.

"Innovation ist absolut unerlässlich, um Wachstum und Wohlstand in Europa zu schaffen und die Stellung Europas als eine der führenden Industrieregionen zu festigen", sagte EPA-Präsident Benoît Battistelli auf der Preisverleihung. "Alle heute hier gewürdigten Erfinder haben bahnbrechende technologische Innovationen auf ihrem Fachgebiet hervorgebracht. Dank ihrer Errungenschaften verbessert sich unser Alltag und können globale Herausforderungen wie der Klimawandel, Zugang zu sauberem Trinkwasser und die Verbesserung des Gesundheitswesens eher bewältigt werden. Ihre Genialität und Kreativität sind Ausdruck der Position Europas als führende Technologieregion. Und Patente tragen tagtäglich entscheidend zum Erhalt dieser Position bei."

epi-Präsident Tony Tangena, die Preisträger des Publikumspreises Masahiro Hara und Takayuki Nagaya sowie EPA-Präsident Benoît Battistelli

Die Preisträger sind:

  • Lebenswerk: Artur Fischer (Deutschland)
    Mit mehr als 1 100 Patent- und Gebrauchsmusteranmeldungen ist Artur Fischer einer der produktivsten Erfinder der Welt. Seine nach ihm benannte Erfindung des Spreizdübels bzw. "Fischer-Dübels" revolutionierte 1958 die Baubranche und wurde seither weltweit milliardenfach eingesetzt. Weitere Innovationen, die ihm Weltruhm eingetragen haben, sind unter anderem der erste Synchronblitz für Fotoapparate und die fischertechnik-Baukästen.

  • Koen Andries

    Industrie: Koen Andries (Belgien), Jérôme Guillemont (Frankreich) und Team
    Das Team wurde für seinen Beitrag zur Entwicklung des ersten neuen effektiven Tuberkulose-Medikaments in 40 Jahren ausgezeichnet. Dank der Arbeit des Forscherteams unter der Leitung von Andries und Guillemont kann die Krankheit - einschließlich der multiresistenten Formen - erfolgreich behandelt werden. Das innovative Medikament unterbindet die Energiezufuhr in Tuberkulosebakterien und ermöglicht damit kürzere Behandlungszeiten und eine vollständige Genesung.

  • Kleine und mittlere Unternehmen (KMU): Peter Holme Jensen, Claus Hélix-Nielsen und Danielle Keller (Dänemark)
    Das dänische Team erhielt den Preis für seine Erfindung einer mit Aquaporinen beschichteten Membran für die Wasseraufbereitung, mit der Wasser ohne großen Energiebedarf gereinigt werden kann. Die Innovation des dänischen Chemiker-Teams beruht auf der natürlichen Filterfunktion der sogenannten Aquaporine und unterscheidet sich damit von konventionellen Methoden, die ein umfangreiches, energie- und kostenintensives Filtersystem auf der Grundlage von hydrostatischem Druck voraussetzen.

  • Peter Holme Jensen

    Forschung: Christofer Toumazou (Vereinigtes Königreich)
    Christofer Toumazou gewann mit seiner Erfindung eines DNA-Schnelltests, der das Genom eines Menschen innerhalb von Minuten ohne die bisher erforderlichen Laboranalysen entschlüsseln kann - ein Meilenstein auf dem Weg zu einem innovativen Gesundheitswesen mit vorbeugendem Charakter. Er basiert auf einem Mikrochip, der genetische Störungen unmittelbar entdecken kann. Der Chip wird in einen USB-Stick eingesteckt und liefert sofort Ergebnisse, die direkt am Computer ausgewertet werden können.

  • Außereuropäische Staaten: Charles W. Hull (Vereinigte Staaten)
    Charles W. Hull erhielt seinen Erfinderpreis für die Erfindung des 3D-Drucks - einer Technologie, die derzeit in zahlreichen Bereichen eingesetzt wird und eine wahre Revolution in der industriellen Produktion ausgelöst hat. Zwar gibt es inzwischen viele verschiedene 3D-Druck-Verfahren, sie beruhen jedoch letztlich alle auf Hulls ursprünglicher Erfindung.

  • Publikumspreis: Masahiro Hara, Takayuki Nagaya und Team (Japan)
    Er ist aus unserem Alltagsleben kaum noch wegzudenken: der QR-Code ("Quick Response Code"). Zur Anwendung kommt er unter anderem bei der Bestandsverwaltung in Fabriken, der Verwaltung von Patientenakten, der Markierung biologischer Proben sowie im Marketingbereich. Der QR-Code verbindet mittels einer App auf dem Smartphone oder Tablet die physische mit der virtuellen Welt.

Lord Younger mit dem Gewinner in der Kategorie

Das Votum der Öffentlichkeit fiel eindeutig aus: das japanische Team erhielt über 30 % der mehr als 20 000 abgegebenen Stimmen. Die Beteiligung war damit mehr als doppelt so hoch als 2013.

Bei der Preisübergabe in der Kategorie "Forschung" erklärte Christofer Toumazou, dass die Erfindung für "künftige Ärzte, meinen Sohn Markus und meine Frau Melanie" sei. Er schloss mit einem Zitat: "Die Zukunft ist schon da. Sie ist bloß noch nicht gleichmäßig verteilt."

Der Gewinner in der Kategorie "KMU", Peter Holme Jensen, sagte, die Erfindung seines Teams "schaffe eine nachhaltige Zukunft für Wasser". Er dankte seiner Frau, dass sie ihn unterstützt habe, als er beschloss, "seinen Job aufzugeben", um seine Idee in die Tat umzusetzen. Claus Hélix-Nielsen ermutigte junge Leute, innovativ zu sein: "Es gibt viel zu tun … packt es an! Alles ist möglich."

Koen Andries, der Gewinner in der Kategorie "Industrie", war "stolz, den Preis im Namen seiner acht Kollegen entgegennehmen zu dürfen". Er bezeichnete ihn als "Tribut an alle Unternehmen und Forscher, die daran arbeiten, Krankheiten in der dritten Welt zu bekämpfen".

Charles W. Hull

Der Preisträger in der Kategorie " Außereuropäische Staaten", Charles W. Hull, dankte den "aberhunderten von Wissenschaftlern und Ingenieuren, die dazu beigetragen haben, den 3D-Druck zu dem zu machen, was er heute ist".

Der Gewinner des Publikumspreises Masahiro Hara dankte ebenfalls seinen "Teamkollegen und seinem Unternehmen" sowie den "vielen Menschen", die dazu beigetragen haben, den QR- Code in der ganzen Welt zu verbreiten.

Der für sein Lebenswerk ausgezeichnete Preisträger Artur Fischer wurde mit stehendem Applaus empfangen und bezeichnete den Preis "als eines der größten Geschenke", die er "in einem langen Leben" erhalten habe. Er ermutigte alle Eltern, ihre Kinder spielen zu lassen, und sagte: "Wir müssen das Kind in uns bewahren, wenn wir erfindungsreich sein wollen."

Weitere Informationen

Europäischer Erfinderpreis

Finalisten und Preisträger 2014

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