Fünfzehn herausragende Erfinder für European Inventor Award nominiert

Herunterladen

Fotos: Nominierte für den "European Inventor Award 2012"

Press releases in national languages:

Australia (PDF, 84 KB)
Deutschland (PDF, 113 KB)
France (PDF, 84 KB)
Italia (PDF, 109 KB)
Nederland (PDF, 88 KB)
Österreich (PDF, 107 KB)
United Kingdom (PDF, 84 KB)
United States (PDF, 89 KB)

  • Europäisches Patentamt zeichnet bahnbrechende Erfindungen aus
  • Battistelli: „Patente spielen eine Schlüsselrolle, um Innovation anzuregen, Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern und die Gesellschaft voranzubringen. Hinter jeder Innovation stehen leidenschaftliche Entdecker, denen das EPA seine Anerkennung zollen möchte. Erfinder sind die wahren Helden der Wirtschaft des 21. Jahrhunderts."

München, 2. Mai 2012 - Fünfzehn Wissenschaftler und Unternehmer sind für den Europäischen Erfinderpreis nominiert, der jährlich vom Europäischen Patentamt (EPA) an herausragende Erfinder für ihren Beitrag zum technologischen, sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt vergeben wird. Die Preisträger werden im Rahmen der Preisverleihung am 14. Juni in Kopenhagen bekannt gegeben.

Die fünfzehn Finalisten kommen aus den Bereichen medizinische Forschung, Medizintechnik, Telekommunikation, Abwasserreinigung, Recycling von Batterien, Energiespeicher, Kleidung, Lasertechnologie, Gleisbau und Architektur. Die Finalisten stammen aus sieben europäischen und zwei außereuropäischen Ländern.

Der Europäische Erfinderpreis wird in den fünf Kategorien „Industrie", „Forschung", „Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)", „Außereuropäische Staaten" sowie „Lebenswerk" vergeben. Von den rund 200 nominierten Erfindern oder Erfinderteams wählte eine internationale Jury die 15 Finalisten aus. Die Jury setzt sich aus führenden Persönlichkeiten aus Industrie, Wissenschaft, Politik und Medien zusammen. EPA Präsident Benoît Battistelli bekräftigte: „Patente spielen eine Schlüsselrolle, um Innovation anzuregen, Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern und die Gesellschaft voranzubringen. Hinter jeder Innovation stehen leidenschaftliche Entdecker, denen das EPA seine Anerkennung zollen möchte. Erfinder sind die wahren Helden der Wirtschaft des 21. Jahrhunderts."

Nominierte in der Kategorie „Lebenswerk"

Die drei Finalisten in der Kategorie „Lebenswerk" kommen aus Österreich, Deutschland und Italien.

Der österreichische Ingenieur und Unternehmer, Dr. Josef Theurer, hat in seinem Leben rund 1.050 Patente angemeldet und gleichzeitig eines der erfolgreichsten Unternehmen Österreichs aufgebaut: Plasser & Theurer ist Weltmarktführer für Gleisbaumaschinen.

Prof. Josef Bille von der Universität Heidelberg in Deutschland hat fast 100 Patente im Bereich der Augenheilkunde angemeldet und gilt als Pionier der Augenlaserkorrektur. Mit Prof. Billes bahnbrechender Erfindung der Wellenfront-Technologie können Kurz- und Weitsichtigkeit sowie Astigmatismus von Millionen Patienten weltweit durch Augen-Laseroperationen korrigiert werden.

Der dritte Nominierte ist der italienische Unternehmer Mario Moretti Polegato, Gründer der Firma GEOX. Polegatos Entschlossenheit eine Abhilfe für Schweißfüße zu finden, führte zu einem verbesserten wasserdampfdurchlässigen Schuh, welcher die Schuhindustrie revolutionierte.  

Nominierte in der Kategorie „Industrie"

Die Finalisten in der Kategorie „Industrie" stammen aus Deutschland, den Niederlanden und Dänemark. Der deutsche Kardiologe Prof. Hugo Katus entwickelte gemeinsam mit Dr. Klaus Hallermayer von Roche Diagnostics einen neuen Bluttest, der die sichere Diagnose von Herzinfarkten - derzeit die weltweit häufigste Todesursache - ermöglicht. Der so genannte Troponin-T-Antikörpertest ermöglicht ein Höchstmaß an Genauigkeit, um Herzinfarkte zu erkennen und wurde zum internationalen „Goldstandard" für Kardiologen.

Dr. Jaap Haartsen aus den Niederlanden erfand Bluetooth, während er bei LM Ericsson Telephone arbeitete. Bluetooth wird heute in mehr als zwei Milliarden Geräten weltweit eingesetzt und veränderte nicht nur die Art und Weise, wie elektronische Geräte untereinander kommunizieren, sondern auch wie sich Menschen miteinander vernetzen und austauschen.

Das dänische Team um Jan Tøpholm, Søren Westermann und Svend Vitting Andersen von der Firma Widex entwickelte eine computergestützte Methode, um individuelle, komfortable Hörgeräte herzustellen. Diese einzigartige stereo-lithographische Herstellungsmethode, CAMISHA (Computer-Aided Manufacturing of Individual Shells for Hearing Aids) genannt, revolutionierte sogleich den Markt für Hörgeräte.

Nominierte in der Kategorie „Forschung"

Die drei Teams aus der Kategorie „Forschung" kommen aus Großbritannien, Australien, Frankreich und den Niederlanden.

Prof. Jason Chin aus Großbritannien und Prof. Oliver Rackham aus Australien fanden einen Weg unnatürliche Aminosäuren in Proteine einzubauen. Dies ermöglicht Molekularbiologen, die Funktionen der Proteine in Zellen mit noch nie dagewesener Präzision zu kontrollieren und sichtbar zu machen. Ihre bahnbrechende Erfindung hat das Potential, die Behandlung von Patienten mit proteinähnlichen Therapeutika, wie beispielsweise Insulinbehandlungen, sowie die Erkennung von Prostata-, Eierstock- und Darmkrebs maßgeblich zu verbessern.

Die besonders ansteckende Krankheit Hepatitis B – hundertmal ansteckender als HIV mit jährlich 350 Millionen neuen Fällen weltweit – erwies sich bei den meisten Behandlungen als resistent, bis Dr. Gilles Gosselin, Prof. Jean-Louis Imbach und Dr. Martin L. Bryant (Frankreich) ein wirksames Medikament entwickelten und erfolgreich auf den Markt brachten.

Prof. Mark van Loosdrecht, Dr. Merle Krista de Kreuk und Dr. Joseph Heijnen aus den Niederlanden erfanden ein fortschrittliches biologisches Verfahren zur Abwasserreinigung auf Basis von aerober granularer Biomasse, welches kommerziell angewandt wird. Der so genannte NEREDA Prozess reduziert den Nitrogen- und Phosphatlevel um 95%, ohne Verwendung von zusätzlichen Chemikalien.

Nominierte in der Kategorie „Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)"

Die drei Unternehmer und ihre Teams aus der Kategorie „KMUs" stammen aus Deutschland und Frankreich.

Dr. Manfred Stefener aus Deutschland, Gründer der Smart Fuel Cell AG (SFC), schuf gemeinsam mit Oliver Freitag und Dr. Jens Müller die erste tragbare Brennstoffzelle, die so genannte Direct Methanol Fuel Cell oder kurz: DMFC. Die heutigen Brennstoffzellen von SFC werden in einer großen Bandbreite von Anwendungen eingesetzt, unter anderem im Verkehrsmanagement, in Sicherheits- und Überwachungssystemen sowie zur stationären Stromversorgung von abgelegenen Messstationen. Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 hat die heutige SFC Energy AG mehr als 24.000 Brennstoffzellen verkauft.

Der passionierte Segler und dreifache Gewinner des Admiral's Cup, Dr. Stefan Lehnert (Deutschland), strebte ursprünglich die Verbesserung seiner Segel an. Daraus hervorgegangen ist die Entwicklung von Dach- und Fassadensystemen aus ETFE (Ethylen-Tetrafluorethylen). Bestehend aus luftgefüllten Folienkissen haben diese Verkleidungssysteme die Grenzen der Architektur erweitertet und ermöglichten innovative Bauten wie das Eden Projekt in England oder das Nationale Schwimmzentrum in China.

Die französischen Wissenschaftler Dr. Farouk Tedjar und Jean-Claude Foudraz entwickelten eine neue Methode, um Lithium-Ionen Batterien wieder aufzubereiten und dabei 98% der enthaltenen wertvollen Metalle wiederherzustellen. Ohne Wiederaufbereitung führt die Entsorgung dieser wieder aufladbaren Batterien allein in Europa zu jährlich 180.000 bis 200.000 Tonnen Abfall.

Nominiert in der Kategorie "Außereuropäische Staaten"

Die Nominierten in der Kategorie „Außereuropäische Staaten" kommen aus den USA und Australien.

Der autodidaktische Wissenschaftler und Sozialunternehmer Dr. Stanford Ovshinsky (USA) entwickelte die ersten NiMH Batterien, welche eine umweltfreundliche Energiespeicherlösung mit Rekordlebensdauer und doppelter bis dreifacher Kapazität von Nickel-Cadmium Batterien der gleichen Größe besitzen. Im Markt für tragbare elektronische Geräte haben sie sich als erste Wahl durchgesetzt. Zudem haben NiMH Batterien die Entwicklung von Hybrid- und Elektroautos ermöglicht: Seither wurden weltweit über 4,5 Millionen Hybrid-Elektroautos mit NiMH Batterien verkauft und weitere sind in der Herstellung. Dr. Stanford Ovshinsky hat sein ganzes Leben der Forschung und Innovation gewidmet und besitzt über 400 Patente.

Prof. Federico Capasso (USA), Prof. Jérôme Faist (Schweiz) und ihr Team erfanden den sogenannten Quantenkaskadenlaser (QKL), der elektromagnetische Spektren erreichen kann, die bislang durch Laserlicht nicht realisierbar waren. Die Fähigkeit von Quantenkaskadenlasern aus einer kompakten Quelle große Bandbreiten, starke Helligkeit und hohe Leistungen effizient zu produzieren führte zu einer Reihe von einzigartigen Produkten - von kleinen Sensoren für die Detektion von Sprengstoffen und anderen toxischen Chemikalien bis hin zu leistungsfähigeren Radarsystemen.

Dr. John O' Sullivan, Graham Daniels, Dr. Terence Percival, Diethelm Ostry und John Deane (Australien) entwickelten eine Technologie, die drahtlose Netze (wireless LAN) so schnell und robust machte wie Kabellösungen, was letztendlich zu unserem heutigen WLAN führte.

Über den Europäischen Erfinderpreis

Seit dem Jahr 2006 vergibt das Europäische Patentamt jährlich den Europäischen Erfinderpreis in Kooperation mit der Europäischen Kommission und dem Land, das die EU Ratspräsidentschaft inne hat - in diesem Jahr Dänemark. Der Preis zeichnet Erfinder aus, die mit ihren bahnbrechenden Arbeiten Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit geben und so zu Fortschritt und Wohlstand beitragen. Nominierungen können von der Öffentlichkeit sowie von den Patentprüfern des Europäischen Patentamts und der nationalen Patentämter Europas eingereicht werden. Die Nominierten und die anschließenden Preisträger werden von einer hochkarätig besetzten internationalen Jury mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Medien, Wissenschaft, der akademischen Welt und der Forschung ausgewählt.

Über das Europäische Patentamt

Das Europäische Patentamt (EPA) mit Sitz in München und Büros in Berlin, Brüssel, Den Haag und Wien ist mit fast 7.000 Mitarbeitern eine der größten europäischen Institutionen. Das EPA wurde mit dem Ziel gegründet, die Zusammenarbeit zwischen den Staaten Europas auf dem Gebiet des Erfindungsschutzes zu stärken. Über das zentralisierte Anmeldeverfahren vor dem EPA können Erfinder Patentschutz in allen 38 Mitgliedstaaten der Europäischen Patentorganisation erlangen. Das EPA ist die weltweit führende Behörde für Patentinformation und Patentrecherche. Im Jahr 2011 verzeichnete das EPA eine neue Rekordzahl von 244.000 Patentanmeldungen und erteilte 62.115 europäische Patente.

 Weitere Informationen über das EPA und seine Tätigkeiten finden Sie unter www.epo.org.

 Für umfassende und detaillierte Informationen zu den Erfindungen und Erfindern (Texte, Hintergrundmaterial, Fotos, Filmmaterial) folgen Sie bitte www.epo-presschannel.com.

Pressekontakt

Oswald Schröder                                              Rainer Osterwalder
Sprecher                                                          Stellv. Sprecher
Tel:      +49 89 2399 1800                                 Tel:      +49 89 23 99 18 20
Mobil:   +49 163 8 39 96 68                               Mobil:   +49 163 8 39 95 27
Email:   oschroeder@epo.org                            Email:   rosterwalder@epo.org

Quick Navigation