Europäischer Erfinderpreis 2013 geht an herausragende Erfinder aus Frankreich, Österreich, Schweden, der Schweiz, Spanien und den USA

  • Europäisches Patentamt ehrt Erfinder für ihre bahnbrechenden Leistungen auf den Gebieten LCD-Technologie, Nanokapseln zur Krebsbehandlung, Pyrosequenzierung, USB und Dämpfungssysteme für Türen (Blumotion).
  • Auszeichnungen in Amsterdam in Beisein von Prinzessin Beatrix überreicht.
  • EPA-Präsident Benoît Battistelli: "Diese Erfinder sind wirkliche Vorbilder, weil sie nicht nur geniale technische Lösungen zu den wichtigen Herausforderungen unserer Zeit wie Gesundheit und Klimawandel gefunden haben. Sie haben auch durch die Qualität ihrer Produkte und Dienste, die wir täglich nutzen, auch den Alltag der Menschen vereinfacht und durch die Schaffung von Arbeitsplätzen zu Wirtschaftswachstum beigetragen."
  • José Luis López Gómez ist Gewinner des ersten Publikumspreises.


Amsterdam, 28. Mai 2013
 -- Das Europäische Patentamt hat heute die Gewinner des Europäischen Erfinderpreises 2013 bekannt gegeben, mit dem herausragende Erfinder für ihren Beitrag zu gesellschaftlicher Entwicklung, Wohlstand und technologischem Fortschritt gewürdigt werden.

Rund 500 Gäste nahmen an der Preisverleihung im Beurs van Berlage in Amsterdam teil, darunter Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Beatrix der Niederlande, der niederländische Staatssekretär für Bildung, Kultur und Wissenschaft, Sander Dekker, und EU-Binnenmarktskommissar Michel Barnier.

Die Preise für 2013 wurden in fünf Kategorien verliehen; hinzu kam erstmals ein Publikumspreis. Die Preisträger sind:

  • Lebenswerk: Martin Schadt (Schweiz) als Erfinder der weltweit ersten flachen Flüssigkristall- Anzeige, besser bekannt als LCD. Schadts Technologie hat den Weg für Niedrigenergie-Geräte wie Tablet-Computer, Mobiltelefone und Flachbildschirme geebnet, die inzwischen von Millionen Menschen auf der ganzen Welt genutzt werden.
  • Industrie: Claus Hämmerle und Klaus Brüstle (Österreich) vom Vorarlberger Möbelzulieferer Julius Blum GmbH für ein Dämpfungssystem  zum sanften Schließen von Klappen, Türen und Auszügen bei Möbeln. 'Blumotion' konnte einen enormen Markterfolg auf der ganzen Welt verzeichnen und hat sich zum Branchenstandard entwickelt. 
  • Kleine und mittelständische Unternehmen: Pål Nyrén (Schweden) für die Erfindung der Pyrosequenzierung - ein wesentlich schnelleres, einfacheres und kostengünstigeres Verfahren zur Sequenzierung von DNA-Strängen. Niedrige Kosten verbunden mit einer hohen Sequenzierungsgeschwindigkeit haben die Analyse der Bausteine des Lebens nachgerade revolutioniert und eröffnen neue Möglichkeiten zur Erforschung personalisierter Behandlungs- und Heilverfahren für lebensbedrohliche Krankheiten wie Krebs.
  • Forschung: Patrick Couvreur, Barbara Stella, Véronique Rosilio und Luigi Cattel (Frankreich, Italien), ein Team an der Universität Paris-Sud, für die von ihnen entwickelten Nanokapseln, die 70-mal kleiner als rote Blutkörperchen und biologisch abbaubar sind und Krebszellen vernichten, ohne gesundes Gewebe zu schädigen.
  • Außereuropäische Staaten: Ajay V. Bhatt, Bala Sudarshan Cadambi, Jeff Morriss, Shaun Knoll und Shelagh Callahan (USA) für die Schaffung und Entwicklung der USB-Technologie (Universal Serial Bus), einer der wichtigsten Errungenschaften im Computerbereich. USB hat sich längst zu einem Standard entwickelt und ermöglicht es Nutzern, Peripherie-Geräte wie Drucker  einfacher an Computer anzuschließen, erleichtert aber auch Hard- und Softwareentwicklern ihre Arbeit. Heute gibt es weltweit Milliarden USB-fähiger elektronischer Geräte, seien es Webcams, Mobiltelefone oder Speichersticks.
  • Der Gewinner des Publikumspreises ist José Luis López Gómez (Spanien), dessen Erfindung, bei Hochgeschwindigkeitszügen statt einer Standardachse eine einzigartige „unabhängig geführte" Radkonstruktion zu verwenden, diese Züge zu den bequemsten und sichersten im Eisenbahnverkehr gemacht hat. Ein elektronisches System überwacht die Drehgeschwindigkeit der Räder. Anhand deren leicht konischer Form und des Längenunterschieds zwischen der inneren und äußeren Schiene in einem Kurvenbereich kann das System den genauen Kontaktpunkt der Räder ermitteln. Pneumatische Aufhängungseinrichtungen an den Rädern bringen diese dann in die optimale Stellung. 

"Innovation ist der Schlüssel zur Sicherung von Lebensqualität und wirtschaftlichem Wohlstand in Europa", erklärte EPA-Präsident Benoît Battistelli bei der Preisverleihung. "Alle der heute geehrten Erfinder sind wirkliche Vorbilder, weil sie nicht nur geniale technische Lösungen zu den wichtigen Herausforderungen unserer Zeit wie Gesundheit und Klimawandel gefunden haben. Sie haben auch durch die Qualität ihrer Produkte und  Dienste, die wir täglich nutzen,  auch den Alltag der Menschen vereinfacht und durch die Schaffung von Arbeitsplätzen zu Wirtschaftswachstum beigetragen. Sie stehen für die Kreativität und den Erfindergeist in Europa, die beide durch Patente eine wichtige Unterstützung erfahren."

Der Europäische Erfinderpreis

Der Europäische Erfinderpreis wird seit 2006 jährlich durch das Europäische Patentamt verliehen. Mit ihm werden Erfinder und Erfinderteams ausgezeichnet, die mit ihren bahnbrechenden Arbeiten Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit geben und so zu sozialem Fortschritt, Wirtschaftswachstum und Wohlstand beitragen. Nominierungen können von der Öffentlichkeit sowie von den Patentprüfern des Europäischen Patentamts und der nationalen Patentämter Europas eingereicht werden. Aus den Nominierten werden fünfzehn Finalisten und - in einem späteren Schritt - die Preisträger von einer hochkarätig besetzten internationalen Jury ausgewählt, der Experten aus Wirtschaft, Politik, Medien, Wissenschaft und Forschung angehören. Der Preis wird in fünf Kategorien verliehen: Industrie, Forschung, Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), Außereuropäische Staaten und Lebenswerk. In diesem Jahr war erstmals die breite Öffentlichkeit aufgerufen, aus den 15 Finalisten den Gewinner des Publikumspreises zu küren.

Über das EPA

Das Europäische Patentamt (EPA) mit Sitz in München und Dienststellen in Berlin, Brüssel, Den Haag und Wien ist mit fast 7.000 Mitarbeitern eine der größten Behörden in Europa. Das EPA wurde mit dem Ziel gegründet, die Zusammenarbeit zwischen den Staaten Europas auf dem Gebiet des Patentwesens zu stärken. Über das zentralisierte Anmeldeverfahren vor dem EPA können Erfinder  Patentschutz in den 38 Mitgliedstaaten der Europäischen Patentorganisation erlangen. Darüber hinaus ist das EPA in Sachen Patentinformation und Patentrecherche weltweit führend.

Hinweis an die Redaktionen 

Fotos zur Erfinder-Gala sowie weitere Informationen zu den Nominierten und Gewinnern finden Sie unter: www.epo-presschannel.com

TV-Material über die Erfinder und die Verleihung des Erfinderpreises finden Sie unter www.hellosports.com/inventions

Pressekontakt

Europäisches Patentamt

Oswald Schröder
Sprecher
Tel.: +49 89 2399 1800
Mobil: +49 163 8399 668
E-Mail: oschroeder@epo.org

Rainer Osterwalder
Stellvertretender Sprecher
Tel.: +49 89 23 99 1820
Mobil: +49 163 8399 527
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