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EPA_KF_DenHaag_Web_2012

> D > D 5 Mit der Neupräsentation der Sammlungsbestände in den Bürogebäuden des EPA im Den Haager Vorort Rijswijk wurde im Jahr 2011 die Intention verfolgt, vor­ handene Schwerpunkte der hier bereits bestehenden Sammlung zu vertiefen sowie neue spannungsreiche Konstellationen zwischen in jüngster Zeit erworbe­ nen Kunstwerken und älteren Arbeiten im Bestand zu arrangieren. Damit sollte sich die Entwicklungsfähig­ keit des sozialen Konzepts von "Kunst am Arbeitsplatz" auch am Standort Den Haag unter Beweis stellen. Dass die Verbindung von zeitgenössischer Kunst und Arbeitsplatz nicht nur an repräsentativen Orten wie in Foyers, der Kantine oder den langen Korridoren zwi­ schen den einzelnen Teilen des Gebäudekomplexes eine Rolle spielt, verdeutlicht das neue kuratorische Konzept, das in pragmatischer Weise auf die beson­ deren architektonischen, funktionalen und nutzungs­ bedingten Voraussetzungen in den Bürogebäuden eingeht und diese zum Ausgangspunkt der Neuhän­ gung macht. Eine Herausforderung war es, den wachsenden Anteil an konzeptuellen Positionen in der Sammlung auch an diesem Standort des EPA sichtbar zu machen und ihn gegenüber dem bis dato vorherrschenden Bestand an dekorativen Werken zu stärken. Gleichzeitig sollten die Eigenheiten, die den Standort Den Haag kennzeich­ nen, herausgearbeitet werden. Dazu gehören unge­ wöhnliche architektonische Voraussetzungen wie der raumhohe Palmen­garten in der Eingangshalle, die Gartenanlage vor der Südfassade der Kantine sowie die langen Verbindungsbrücken zwischen den drei großen Gebäudeteilen: Sie alle bieten besondere räum­ liche Voraussetzungen, die im Rahmen der Neuhän­ gung entweder überhaupt erstmals bedacht wurden (Gartenanlage) oder die bisher ungesehene Perspek­ tiven auf vertraute Werke ermöglichen. Anders als in München, wo bereits 1978 – 80 mit einem Kunst-am-Bau-Wettbewerb die Weichen für eine pro­ fessionelle Sammlungstätigkeit des EPA gestellt wur­ den, setzten die Ankaufstätigkeit und der Entwurf ortsbezogener Installationen in Rijswijk erst relativ spät ein, nämlich mit dem 1998 – 2002 realisierten Neu­ bau, der als architektonisches Gelenkstück die beiden Hochhaus-Solitäre verbinden und damit die Funktion Aktuelle Kunst im Europäischen Patentamt Den Haag eines Kommunikationszentrums erfüllen sollte. Dabei setzte man einen Schwerpunkt auf aktuelle nieder­ ländische Kunst mit gegenständlichen Referenzen zur Stilllebenmalerei des 17. Jahrhunderts, verarbeitete kunsthandwerkliche Motive wie Tulpen oder Kacheln und wagte sich auch an Experimente mit ungewöhn­ lichen Techniken (Hologramm, spezielle Gußverfahren, hängende Gärten) heran. In diese Phase der Planung fallen daher Auftragsarbeiten, die florale Motive oder Naturreferenzen verarbeiten oder bestimmte techni­ sche Verfahren als Innovation präsentieren, z. B. Jeppe Hein (Vorplatz), Nol Hennissen (Vorplatz), Dieter Jung (Eingangshalle), Liet Heringa/Maarten van Kalsbeek (Kantine) und Yoshiuki Miura (Auditorium). Auch der Bestand an Fotografien, die in diesen Jahren erworben wurden, greift immer wieder auf das Motiv der Blüte/ Tulpe als beliebtes touristisches Motiv der Niederlande zurück (Smulders, Oberer, Spaans). Die Neuhängung im Jahr 2011 setzt demgegenüber auf eine bewusst sehr internationale Auswahl von Kunst, um dem Charakter des EPA als einer internatio­ nalen Organisation mit fast 40 Mitgliedstaaten ge­ recht zu werden. Dabei wurden konzeptuelle Arbeiten z. B. von Francisco Da Mata oder Ann Veronica Jans­ sens integriert, um mehr als bisher vorhandene Lücken im Sammlungsbestand zu schließen und einen Bo­ gen zu Positionen an anderen Standorten zu schlagen. Großformatige Tafelbilder, z. B. von Nikolaus Moser und Monique Frydman, setzen verstärkt auf Farbmäch­ tigkeit und lassen einen nüchternen Sitzungssaal vor Vitalität erstrahlen. Mit den social benches von Jeppe Hein und dem Cosack (Kosak) von Rotraut Klein- Moquay werden zwei weitere Skulpturengruppen erst­ mals im Außenraum präsentiert, die die Grünflächen im Park vor der Kantine farbenfroh beleben und in ih­ rem spielerischen Ansatz und dem augenzwinkern­ den Humor unmittelbar Bezug nehmen auf den Brun­ nen von Jeppe Hein und die nierenförmigen Bänke von Nol Hennissen vor dem Entrée. Nach wie vor wird das Kommunikationszentrum des 2002 fertiggestell­ ten Neubaus von einer Konzentration dekorativer Arbei­ ten mit floralen Motiven geprägt, doch lässt die Ver­ dichtung solcher Bestände rund um den raumhohen Palmengarten eher an ein ironisches Zitat aus dem real vorhandenen Feuchtbiotop als an eine ernstge­

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