Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

16:07:10 - EPA_KK_MUC_Bayer_Web_2012

5 > D > D Aktuelle Kunst im Europäischen Patentamt München, BayerstraSSe 115 Mit der Neupräsentation der Sammlungsbestände in einem städtebaulich markanten Gebäude des EPA an der Bayerstraße 115 wurde im Jahr 2010 die Inten­ tion verfolgt, neue spannungsreiche Konstellationen zwischen in jüngster Zeit erworbenen Kunstwerken und älteren Arbeiten im Bestand zu arrangieren und damit die Entwicklungsfähigkeit des sozialen Kon­ zepts von "Kunst am Arbeitsplatz" unter Beweis zu stellen. Dass die Verbindung von zeitgenössischer Kunst und Arbeitsplatz nicht nur an repräsentativen Orten wie dem zentralen Foyer, der Kantine oder in Treppenhäusern eine Rolle spielt, verdeutlicht das hier neu entwickelte kuratorische Konzept, das auf die besonderen architektonischen Voraussetzungen des Gebäudes an der Bayerstraße eingeht und diese zum Ausgangspunkt der Neuhängung macht. Insge­ samt 23 kleine Foyers, ursprünglich konzipiert als kommunikative Knotenpunkte der Mitarbeiter um die vier Treppenhäuser herum sowie zum zentralen Foyer hin, boten interessante räumliche Voraussetzungen für die Präsentation insbesondere bildhauerischer Arbeiten, die sich schon im Besitz des EPA befanden oder eigens erworben wurden. Über die zentralen Blickachsen treten die Plastiken, Skulpturen und Objek­ te miteinander in Dialog und bieten so eine kom­ munikative Verbindung über die Korridore hinaus an. Mit seinem einladenden "Stadtbalkon", dessen trapez­ förmigen terrassierten Eingangsbereich sechs schlanke, über drei Geschosse reichende Betonstützen markie­ ren, bildet das Gebäude auf dem ehemaligen Gelände eines Möbelkaufhauses im Münchner Westend schon von Weitem einen Blickfang. Das architektonische Herzstück, der fünfgeschossige überdachte Innenhof, ist über eine Freitreppe von der Bayerstraße her er­ reichbar.Vom Stadtbalkon führt eine Fußgängerbrücke über die Bayerstraße und stellt so eine verkehrsfreie Verbindung zwischen Westendstraße und Hacker­ brücke dar. Ein Wunsch des Bauherren war es, schon während der Planungsphase für das Gebäude Kunst- am-Bau-Wettbewerbe zu realisieren und auf diese Weise komplexere künstlerische Installationen als in­ tegralen Bestandteil des Neubaus zu verwirklichen. Mit ortsbezogenen Entwürfen von Steven Rand (Stadt­ balkon), Yvonne Lee Schultz (großes Foyer), Susanne Pittroff, Marie-Thérèse Vacossin (Treppenhäuser), Beat Zoderer, Andrej Barov (Kantine) und Chihiro Shimotani (Innenhof) wurden sehr unterschiedliche Künstler, Konzepte und Generationen eingeladen, prominente und besonders frequentierte Bereiche des Bürogebäudes zu gestalten. Die Neuhängung im Jahr 2010 setzt in den 23 kleinen Foyers einen Schwerpunkt auf Dialoge zwischen je zwei künstlerischen Positionen. So kommt es, dass sich in einigen Foyers etwa Arbeiten von Jonathan Monk und Valérie Belin, Riccardo Previdi und Lia Perjovschi, Gregor Hildebrandt und Isa Melsheimer oder Markus Amm und Stanislav Kolíbal begegnen und neue Pers­ pektiven durch die Gegenüberstellung eröffnen. Andere Foyers sind nur einem Künstler gewidmet, wie etwa Katharina Grosse,Thomas Ruff, Jorinde Voigt, Katharina Sieverding oder Roman Signer. Nicht immer sind alle Kunstwerke für den Bediensteten auch unmittelbar als Kunst erkennbar, sodass die Präsentation dazu an­ regt, vertraute Wahrnehmungsmuster in Frage zu stellen, innezuhalten und routinierte Sehgewohnhei­ ten zu hinterfragen.Wer das inhaltliche Konzept der Kunstwerke nicht kennt, wird kaum bemerken, welche prominenten Künstler ihn mitunter umgeben. Gerade die vielen auf den ersten Blick sprö­den, analytischen Positionen, aber auch jene Künst­ler, die sich inhaltlich in die Nähe von Technik und Wissenschaft begeben, erfordern Hintergrundwissen, um sich im Bürokontext verständlich zu machen. Diesem Bedarf gerecht zu werden, ist Anliegen des vorliegenden Standortführers. Die internationale Auswahl der Arbeiten umfasst dabei sowohl etablierte zeitgenössische Künstler als auch junge aktuelle Positionen der nach 1970 geborenen Ge­ neration. In einigen der ausgestellten Werke offen­ bart sich eine gewisse Auseinandersetzung mit Fragen aus Naturwissenschaften und Technik (Thomas Ruff, Jorinde Voigt, Katharina Sieverding, Andreas Zybach); nicht wenige spielen lustvoll, augenzwinkernd, iro­ nisch oder kritisch mit dem Konsummaterialismus der Popkultur einer technikverliebten Gesellschaft (Gerwald Rockenschaub, Sylvie Fleury, Claude Closky, Jonathan Monk,Valérie Belin, Jirˇi Georg Dokoupil, Krisˇtof Kintera, Andrej Barov). Unter den vorgestellten Positionen sind aber auch konzeptuelle Einzelgänger wie Roman Sig­ ner, Michael Kienzer, Rui Chafes oder Róza El-Hassan.

Pages