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EPA_KF_MUC_Grasser_Web_2012

5 > D > D Aktuelle Kunst im Europäischen Patentamt München, GrasserstraSSe 9 Die Sammlung des EPA hat ihren Ursprung in der Verbindung von zeitgenössischer Kunst und Arbeits­ welt. Dass auch heute noch das soziale Konzept von "Kunst am Arbeitsplatz" hochaktuell ist, zeigt der jüngste Neubau des Europäischen Patentamts an der Grasserstraße in München. Die Kunst, die einem hier so beiläufig in Foyers und Kantinen, in Schu­ lungsräumen und Teeküchen, in Treppenhäusern oder sogar der Sporthalle begegnet, ist manchmal so dis­ kret, dass sie vertraute Wahrnehmungsmuster infrage stellt, zunächst anlockt, überrascht, vielleicht auch irri­tiert. Bisweilen fordert sie auch mit ihrer enormen Ausstrahlung und physischen Präsenz dazu heraus, den "Museumsblick" und weitere routinierte Seh­­ gewohnheiten zu hinterfragen.Wer sich dabei nicht auskennt, wird kaum bemerken, welche Stars der in­ter­nationalen Kunstwelt ihn mitunter umgeben. Gerade die auf den ersten Blick spröden, analytischen Positionen, aber auch die vordergründig dekorativen Arbeiten, die durch Monumentalität, Farbe oder Struk­ tur auffallen, verlangen Hintergrundwissen, um sich im Bürokontext verständlich zu machen. Diese Informationslücke zu schließen, ist Anliegen des vorliegenden Standortführers. Mit einem innovativen und ökologisch ausgewoge­ nen Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Milch­ ladehofes in der Nähe der Hackerbrücke setzte das EPA in den Jahren 2003 – 2007 ein Projekt um, das dem zunehmenden Raumbedarf der Behörde infolge ver­ mehrter Neueinstellungen von hoch qualifiziertem Personal Rechnung tragen sollte. Das EPA hatte zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als 5 000 Mitarbeiter aus über 25 Nationen und benötigte 700 weitere Arbeitsplätze, um der Bearbeitung der rasant ge­wach­­ senen Patentanmeldungen jener Jahre gerecht zu werden. Der repräsentative Gebäudekomplex, dessen Zugang über eine Corten-Stahl-Brücke an der Grasser­straße gewährleistet ist, besteht aus zwei längsrechteckigen Trapezen, die im Inneren von jeweils einem geräumigen Lichtschacht erhellt werden und durch eine verglaste Brücke miteinander verbunden sind. Der Stahlbetonskelettbau mit Alu-Glas-Element­­ fassade schließt topografisch an die sogenannten PschorrHöfe des EPA an, die seit den frühen 1990er Jah­ ren aus verschiedenen Raumerweiterungsplänen her­ vorgegangen sind und peu à peu auf dem ehemaligen Gelände der Hacker-Pschorr-Brauerei errichtet wurden. Der Neubau an der Grasserstraße ist dabei der fünfte Neubau des EPA in München, wobei er Facetten in der Gestaltung und Ausstattung offenbart, die sich von den anderen Gebäuden der PschorrHöfe unterscheiden. Mit der Entscheidung für die Präsentation von aktu­ eller Kunst waren konkrete Erwartungen des Bauherrn verknüpft. Ein Anspruch des Kunstkonzepts war es, dass die komplexeren künstlerischen Installationen bereits in der Planungsphase der Architektur ent­ wickelt und als Bestandteil des Gebäudes umgesetzt wurden. Mit ortsbezogenen Interventionen von Heimo Zobernig, Tomás Saraceno, Katarina Löfström, Philippe Decrauzat, John Armleder und Keith Sonnier etwa wurden postminimalistisch-ungegenständliche Positionen an prominenten Standorten des Gebäu­ des installiert, die zu den besonders frequentierten Bereichen zählen und in allen Fällen eine ganz be­ sondere Verbindung von Kunst und Architektur sym­ bolisieren, ganz gleich, ob die gewählten Standorte eher repräsentativer oder sozialer Natur sind. Mit Jean- Luc Mylayne,Wolfgang Tillmans,Thomas Feuerstein und Josephine Pryde stehen herausragende Positionen konzeptueller Fotografie neben Vertretern ungegen­ ständlicher bis postminimalistischer Malerei, wie sie durch Poul Gernes, Olivier Mosset, Philippe Decrauzat, Hubert Scheibl, Rémy Hysbergue oder Tauba Auer­ bach repräsentiert ist.

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