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EPO_Portrait of an examiner

Katerina Theodoridou bleibt auf ihrem Weg zum Büro oft an Großbaustellen und Straßen- arbeiten stehen und beobachtet den mächti- gen und geräuschvollen Tanz der Maschinen. Die 47-jährige Chemikerin ist kein besonders großer Fan von Baggern und interessiert sich auch nicht für moderne Architektur. Ihr Blick ruht stattdessen auf den Sandhaufen und Be- tonmischern, den Substanzen und Verfahren, die die gewaltigen Hochhäuser und Brücken im Innersten zusammenhalten. Katerina Theo- doridou kennt die geheimen Zutaten bestens von ihrem Arbeitsplatz: Im EPA arbeitet sie seit 23 Jahren im Bereich der Industriellen Chemie und ist Expertin für Beton und Zement. "Es macht Spaß zu sehen, wie Gebäude in die Höhe wachsen oder Brücken einen Fluss über- spannen", sagt Katerina Theodoridou, sie spürt dann: meine Arbeit hat einen Sinn. Das EPA beschäftigt insgesamt rund 4000 Patentprüfer an den Standorten Den Haag, München und Berlin. Mehr als ein Viertel der Prüfer befassen sich mit Erfindungen und Innovationen aus dem Bereich Chemie. Die Expertise über die Experimente und Ele- mente der Chemie kommt im EPA in vielen ver- schiedenen Technologiefeldern zur Anwen- dung. Katerina Theodoridou hat sich zu Beginn ihrer Karriere im Patentamt zum Beispiel mit der Zusammensetzung und dem Design von Autoreifen beschäftigt – "plötzlich habe ich auf der Straße immer auf den schwarzen Kunst- stoff an den PKWs geachtet", sagt sie – und wechselte dann in eine der Direktionen für In- dustrielle-Chemie. Auf ihrem Tisch landen Patent- anmeldungen über Zementmischverfahren und neue Betonzusätze. Sie ist fasziniert da- von, wie "simple Materialien wie Sand oder Ton in der richtigen Mischung und in Kombination mit bestimmten Zusätzen ganz erstaunliche Potenziale entwickeln." Katerina Theodoridou ist durch ihre Ausbildung in vielen Bereichen einsetzbar: "Das Wissen über Chemie erlaubt uns Prüfern eine gewisse Flexibilität", sagt sie, "zwischen der Chemie des Zements und der Struktur von Keramik und Glas zum Beispiel gibt es viele Schnittmengen. Für das Prüfen von Patentanmeldungen im Bereich der Poly- mere aber müsste ich sehr viel dazulernen." Im EPA arbeiten Experten für organische, an- organische, physikalische Chemie und auch für Biochemie. Diese hoch spezialisierten Bereiche haben auch etwas gemeinsam, wie Katerina Theodoridou findet: "Man hat einige Grund- elemente, die durch einen Impuls oder eine andere Substanz in etwas komplett Neues transformiert werden. Das hat ein bisschen was von Magie." Die Griechin studierte Chemie in Thessaloniki und machte später einen Master of Business Administration in England. Sie begann 1987 im EPA und dachte zunächst, dass "ich mir das ein paar Jahre anschaue". Mittlerweile arbeitet sie jedoch mehr als zwei Jahrzehnte im Haus. "Ich setze mich gerne mit den Ideen und Ge- dankengängen eines Erfinders oder Ingenieurs intellektuell auseinander." Der Anmelder muss seine Erfindung vor Katerina Theodoridou komplett offenlegen: Patentschutz erhält nur eine Idee, die neu ist, gewerblich anwendbar und auch eine erfinderische Leistung beinhal- tet. Im Jahr arbeitet Katerina Theodoridou an knapp 100 Patentanmeldungen. Der Arbeitstag beginnt für Katerina Theodoridou mit einer gelben Dokumentenmappe, die auf ihrem Schreibtisch leuchtet wie die auf- gehende Sonne. In der Mappe befindet sich das Schriftstück, in dem ein Anmelder seine Erfindung darlegt und in dem auch genau auf- Die Magie der Chemie The magic of chemistry La magie de la chimie MEHR ALS 25 PROZENT DER PATENTPRÜFER SIND CHEMIKER – KATERINA THEODORIDOU ARBEITET SEIT 23 JAHREN IM EPA UND HAT SO MANCHEN UMBRUCH ERLEBT. OVER A QUARTER OF PATENT EXAMINERS ARE CHEMISTS – KATERINA THEODORIDOU HAS BEEN WITH THE EPO FOR 23 YEARS AND HAS SEEN A LOT OF CHANGES. PLUS DE 25% DES EXAMINATEURS DE BREVETS SONT DES CHIMISTES – KATERINA THEODORIDOU TRAVAILLE À L’OEB DEPUIS 23 ANS ET A CONNU BIEN DES BOULEVERSEMENTS. DEUTSCH 1 Europäisches Patentamt European Patent Office Office européen des brevets