DER VERWALTUNGSRAT DER EUROPÄISCHEN PATENTORGANISATION,
gestützt auf das Europäische Patentübereinkommen, insbesondere auf Artikel 33 Absatz 1 Buchstabe c,
gestützt auf den Beschluss CA/D 15/07 vom 14. Dezember 2007 zur Änderung der Gebührenordnung,
auf Vorschlag der Präsidentin des Europäischen Patentamts,
nach Stellungnahme des Ausschusses "Patentrecht" sowie des Haushalts- und Finanzausschusses,
BESCHLIESST:
Artikel 1
Die Ausführungsordnung
zum EPÜ wird wie folgt geändert:
1. Regel 17 Absatz 3 EPÜ erhält folgende Fassung:
"(3) Die
Benennungsgebühr ist innerhalb von sechs Monaten nach dem Tag zu entrichten, an
dem im Europäischen Patentblatt auf die Veröffentlichung des europäischen
Recherchenberichts zu der neuen Anmeldung hingewiesen worden ist. Regel 39
Absätze 2 und 3 ist anzuwenden."
2. Regel 36 Absatz 4 EPÜ erhält folgende Fassung:
"(4) Die Benennungsgebühr ist innerhalb von sechs Monaten nach dem Tag zu entrichten, an dem im Europäischen Patentblatt auf die Veröffentlichung des europäischen Recherchenberichts zu der Teilanmeldung hingewiesen worden ist. Regel 39 Absätze 2 und 3 ist anzuwenden."
3. Regel 38 EPÜ erhält folgende Fassung:
"(1) Die Anmeldegebühr und die Recherchengebühr sind innerhalb eines Monats nach Einreichung der europäischen Patentanmeldung zu entrichten.
(2) Die Gebührenordnung kann als Teil der Anmeldegebühr eine Zusatzgebühr vorsehen, wenn die Anmeldung mehr als 35 Seiten umfasst.
(3) Die in
Absatz 2 genannte Zusatzgebühr ist innerhalb eines Monats nach Einreichung
der europäischen Patentanmeldung oder innerhalb eines Monats nach Einreichung
des ersten Anspruchssatzes oder innerhalb eines Monats nach Einreichung der
beglaubigten Abschrift nach Regel 40 Absatz 3 zu entrichten, je
nachdem, welche Frist zuletzt abläuft."
4. Regel 39 EPÜ erhält folgende Fassung:
"(1) Die Benennungsgebühr ist innerhalb von sechs Monaten nach dem Tag zu entrichten, an dem im Europäischen Patentblatt auf die Veröffentlichung des europäischen Recherchenberichts hingewiesen worden ist.
(2) Wird die Benennungsgebühr nicht rechtzeitig entrichtet oder wird die Benennung aller Vertragsstaaten zurückgenommen, so gilt die europäische Patentanmeldung als zurückgenommen.
(3) Unbeschadet der Regel 37 Absatz 2 Satz 2 wird die
Benennungsgebühr nicht zurückerstattet."
5. Regel 49 Absätze 3 und 10 EPÜ erhält folgende Fassung:
"(3) Die Unterlagen der Anmeldung sind auf biegsamem, festem, weißem, glattem, mattem und widerstandsfähigem Papier im Format A4 (29,7 cm mal 21 cm) einzureichen. Vorbehaltlich des Absatzes 9 und der Regel 46 Absatz 2 h) ist jedes Blatt in der Weise zu verwenden, dass die kurzen Seiten oben und unten erscheinen (Hochformat).
(10) Größen sind in internationalen Standards entsprechenden Einheiten anzugeben, soweit zweckdienlich nach dem metrischen System unter Verwendung der SI-Einheiten. Soweit Angaben diesem Erfordernis nicht genügen, sind die internationalen Standards entsprechenden Einheiten zusätzlich anzugeben. Es sind nur solche technischen Bezeichnungen, Formeln, Zeichen und Symbole zu verwenden, die auf dem Fachgebiet allgemein anerkannt sind."
6. Regel 51 Absatz 1 EPÜ erhält folgende Fassung:
"(1) Die Jahresgebühren für die
europäische Patentanmeldung sind jeweils für das kommende Jahr am letzten Tag
des Monats fällig, der durch seine Benennung dem Monat entspricht, in den der
Anmeldetag für diese Anmeldung fällt. Die Jahresgebühr kann frühestens drei Monate vor ihrer
Fälligkeit wirksam entrichtet werden."
7. Regel 57 j) EPÜ erhält folgende Fassung:
"j) die Anmeldung den in Regel 30
vorgeschriebenen Erfordernissen entspricht."
8. Regel 68 Absatz 4 EPÜ erhält im Englischen folgende Fassung:
"(4) If the claims were not filed on the date
of filing of the application, this shall be indicated when the application is
published. If, before the termination of the technical preparations for
publication of the application, the claims have been amended under Rule 137,
paragraph 2, the new or amended claims shall be included in the publication in
addition to the claims as filed."
9. Regel 71 Absätze 3, 5, 7 und 10 EPÜ erhält folgende Fassung:
"(3) Bevor die Prüfungsabteilung die Erteilung des europäischen Patents beschließt, teilt sie dem Anmelder mit, in welcher Fassung sie das europäische Patent zu erteilen beabsichtigt, und fordert ihn auf, innerhalb einer Frist von vier Monaten die Erteilungs- und Veröffentlichungsgebühr zu entrichten sowie eine Übersetzung der Patentansprüche in den beiden Amtssprachen des Europäischen Patentamts einzureichen, die nicht die Verfahrenssprache sind. Wenn der Anmelder innerhalb dieser Frist die Gebühren entrichtet und die Übersetzung einreicht, gilt dies als Einverständnis mit der für die Erteilung vorgesehenen Fassung.
(5) Stimmt die Prüfungsabteilung einer nach Absatz 4 beantragten Änderung oder Berichtigung nicht zu, so gibt sie, bevor sie eine Entscheidung trifft, dem Anmelder Gelegenheit, innerhalb einer zu bestimmenden Frist Stellung zu nehmen und von der Prüfungsabteilung für erforderlich gehaltene Änderungen und, soweit die Patentansprüche geändert werden, eine Übersetzung der geänderten Patentansprüche einzureichen. Reicht der Anmelder solche Änderungen ein, so gilt dies als Einverständnis mit der Erteilung des Patents in der geänderten Fassung. Wird die europäische Patentanmeldung zurückgewiesen oder zurückgenommen oder gilt sie als zurückgenommen, so werden die Erteilungs- und Veröffentlichungsgebühr sowie nach Absatz 6 entrichtete Anspruchsgebühren zurückerstattet.
(7) Werden die Erteilungs- und Veröffentlichungsgebühr oder die Anspruchsgebühren nicht rechtzeitig entrichtet oder wird die Übersetzung nicht rechtzeitig eingereicht, so gilt die europäische Patentanmeldung als zurückgenommen.
(10) Die Mitteilung
nach Absatz 3 enthält einen Hinweis auf die Website des Europäischen
Patentamts, auf der Informationen über die Übersetzungserfordernisse der
Vertragsstaaten nach Artikel 65 Absatz 1 veröffentlicht werden."
10. Regel 71 Absatz 8 EPÜ erhält folgende Fassung:
"(8) Wird die
Benennungsgebühr nach der Mitteilung nach Absatz 3 fällig, so wird der Hinweis
auf die Erteilung des europäischen Patents erst bekannt gemacht, wenn die
Benennungsgebühr entrichtet ist. Der Anmelder wird hiervon unterrichtet."
11. Regel 77 Absatz 1 EPÜ erhält im Englischen folgende Fassung:
"(1) If the Opposition Division notes
that the notice of opposition does not comply with Article 99, paragraph 1, or
Rule 76, paragraph 2(c), or does not sufficiently identify the patent against
which opposition has been filed, it shall reject the opposition as
inadmissible, unless these deficiencies have been remedied before expiry of the
opposition period."
12. Regel 82 Absatz 2 EPÜ erhält folgende Fassung:
"(2) Ist ein Beteiligter mit der von der
Einspruchsabteilung mitgeteilten Fassung nicht einverstanden, so kann das
Einspruchsverfahren fortgesetzt werden. Andernfalls fordert die
Einspruchsabteilung den Patentinhaber nach Ablauf der Frist nach Absatz 1 auf,
innerhalb einer Frist von drei Monaten die vorgeschriebene Gebühr zu entrichten
und eine Übersetzung der geänderten Patentansprüche in den Amtssprachen des
Europäischen Patentamts einzureichen, die nicht die Verfahrenssprache sind.
Diese Aufforderung enthält einen Hinweis auf die Website des
Europäischen Patentamts, auf der Informationen über die
Übersetzungserfordernisse der Vertragsstaaten nach Artikel 65 Absatz 1
veröffentlicht werden."
13. Regel 92 Absatz 1 EPÜ erhält folgende Fassung:
"(1) Der Antrag auf Beschränkung oder
Widerruf eines europäischen Patents ist schriftlich in einer der Amtssprachen
des Europäischen Patentamts zu stellen. Er kann auch in einer
Amtssprache eines Vertragsstaats eingereicht werden, sofern innerhalb der in
Regel 6 Absatz 2 genannten Frist eine Übersetzung in einer der
Amtssprachen des Europäischen Patentamts vorgelegt wird. Die Vorschriften des Dritten Teils der Ausführungsordnung sind auf die
im Beschränkungs- oder Widerrufsverfahren eingereichten Unterlagen entsprechend
anzuwenden."
14. Regel 95 Absatz 3 EPÜ erhält folgende Fassung:
"(3) Ist einem Antrag auf Beschränkung nach
Absatz 2 stattzugeben, so teilt die Prüfungsabteilung dies dem Antragsteller
mit und fordert ihn auf, innerhalb einer Frist von drei Monaten die
vorgeschriebene Gebühr zu entrichten und eine Übersetzung der geänderten
Patentansprüche in den Amtssprachen des Europäischen Patentamts einzureichen,
die nicht die Verfahrenssprache sind; Regel 82 Absatz 3 Satz 1 ist entsprechend
anzuwenden. Nimmt der Antragsteller diese Handlungen rechtzeitig vor, so
beschränkt die Prüfungsabteilung das Patent. Die Aufforderung enthält einen
Hinweis auf die Website des Europäischen Patentamts, auf der Informationen über
die Übersetzungserfordernisse der Vertragsstaaten nach Artikel 65 Absatz 1
veröffentlicht werden."
15. Die Überschrift der Regel 153 EPÜ erhält folgende Fassung:
"Regel 153 -
Zeugnisverweigerungsrecht"
16. Regel 153 Absatz 1 erhält im Französischen folgende Fassung:
"(1) Lorsqu'un mandataire agréé est consulté
en cette qualité nul ne peut être contraint, dans les procédures devant
l'Office européen des brevets, de divulguer les communications échangées à ce
propos entre ce mandataire et son mandant ou toute autre personne et relevant
de l'article 2 du règlement en matière de discipline des mandataires agréés, à
moins que le mandant n'ait expressément renoncé à ce droit."
17. Regel 155 Absatz 3 EPÜ erhält im Englischen folgende Fassung:
"(3) Article 135, paragraph 4, shall
apply if the request for conversion referred to in Article 135, paragraphs
1(a) and (2), is not transmitted before the expiry of a period of twenty months
from the date of filing or, if priority has been claimed, the date of
priority."
18. Regel 159 Absatz 1 d) EPÜ erhält folgende Fassung:
"d) die Benennungsgebühr zu
entrichten, wenn die Frist nach Regel 39 Absatz 1 früher abläuft;"
19. Regel 160 EPÜ erhält folgende Fassung:
"(1) Wird die Übersetzung der internationalen Anmeldung nicht rechtzeitig eingereicht oder der Prüfungsantrag nicht rechtzeitig gestellt oder wird die Anmeldegebühr, die Recherchengebühr oder die Benennungsgebühr nicht rechtzeitig entrichtet, so gilt die europäische Patentanmeldung als zurückgenommen.
(2) Stellt das Europäische Patentamt fest,
dass die Anmeldung nach Absatz 1 als zurückgenommen gilt, so teilt es dies dem
Anmelder mit. Regel 112 Absatz 2 ist entsprechend anzuwenden."
20. Regel 163 Absatz 2 EPÜ erhält folgende Fassung:
"(2) Wird die Priorität einer früheren Anmeldung in Anspruch genommen und ist das Aktenzeichen der früheren Anmeldung oder deren Abschrift nach Regel 52 Absatz 1 und Regel 53 nicht innerhalb der Frist nach Regel 159 Absatz 1 eingereicht worden, so fordert das Europäische Patentamt den Anmelder auf, das Aktenzeichen oder die Abschrift innerhalb von zwei Monaten einzureichen. Regel 53 Absatz 2 ist anzuwenden."
Artikel 2
(1) Die mit Artikel 1 Nummern 5 bis 8, 10 bis 17 und 20 dieses Beschlusses neu gefassten Bestimmungen der Ausführungsordnung treten am 1. April 2009 in Kraft.
(2) Die mit Artikel 1 Nummern 1 bis 4, 9, 18 und 19 dieses Beschlusses neu gefassten Bestimmungen der Ausführungsordnung treten am 1. April 2009 in Kraft und gelten für europäische Patentanmeldungen, die ab diesem Zeitpunkt eingereicht werden, sowie für internationale Anmeldungen, die ab diesem Zeitpunkt in die regionale Phase eintreten.
Dieser Beschluss tritt am 21. Oktober 2008 in Kraft.
Geschehen zu München am 21. Oktober 2008
Für den
Verwaltungsrat
Der Präsident
Roland GROSSENBACHER