Artikel 23(4) - ABl. 1985, 249
Beschluss des Präsidiums der Beschwerdekammern
vom 31. Mai 1985 über die Übertragung von
Aufgaben auf die Geschäftsstellenbeamten
der Beschwerdekammern
ABl. 1985, 249
mit Änderungen gemäß ABl. 2002, 590
Das in der Regel 10 Absatz 2 der Ausführungsordnung zum Europäischen Patentübereinkommen erwähnte Präsidium -
gestützt auf Artikel 5 der Verfahrensordnung der Beschwerdekammern - erlässt hiermit folgenden Beschluss:
Artikel 1
Übertragung von Aufgaben
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(1)
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Gemäß Artikel 5(2) der Verfahrensordnung der Beschwerdekammern werden den Geschäftsstellenbeamten der Beschwerdekammern die in Artikel 2 aufgeführten Aufgaben übertragen. |
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(2)
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Die Übertragung einer Aufgabe, die einer Beschwerdekammer obliegt, auf einen Geschäftsstellenbeamten lässt die Zuständigkeit der Kammer, selbst zu entscheiden, unberührt. |
Artikel 2
Die übertragenen Aufgaben
Den Geschäftsstellenbeamten der Beschwerdekammern werden folgende Aufgaben übertragen:
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(1)
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Mitteilung an Beschwerdeführer, dass die Beschwerde der Regel 64 Buchstabe a) EPÜ nicht entspricht, und Aufforderung, die festgestellten Mängel zu beseitigen (Regel 65(2) EPÜ); |
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(2)
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Mitteilung an Beschwerdeführer, dass die Beschwerde voraussichtlich gemäß Regel 65(1) EPÜ als unzulässig zu verwerfen sein wird; |
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(3)
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Aufforderung an den Anmelder, zu dem Antrag auf Akteneinsicht nach Artikel 128(1) EPÜ Stellung zu nehmen, und Gewährung der Akteneinsicht im Falle der Zustimmung des Anmelders; |
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(4)
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Durchführung der Akteneinsicht nach Weisung der Kammer im Falle des Artikels 128(2) EPÜ; |
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(5)
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Gewährung der Akteneinsicht in den Fällen des Artikels 128(3) und (4) EPÜ; |
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(6)
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Auskunft aus den Akten nach Regel 95 EPÜ; |
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(7)
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Ausstellung von Prioritätsbelegen; |
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(8)
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Ladung zur mündlichen Verhandlung nach Regel 71(1) EPÜ nach Anordnung durch den Vorsitzenden; |
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(9)
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Ladung zur Beweisaufnahme nach Regel 72(2) EPÜ nach Anordnung durch den Vorsitzenden; |
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(10)
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Mitteilung von Rechtsverlusten nach Regel 69(1) EPÜ und Belehrung über mögliche Rechtsbehelfe (Wiedereinsetzung ; Weiterbehandlung); |
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(11)
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Unterrichtung des Betroffenen nach Regel 69(2) Satz 2 letzter Halbsatz EPÜ; |
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(12)
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Fristsetzung zur Einreichung der Erwiderung auf die Beschwerdebegründung; |
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(13)
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Mitteilung einer von der Kammer beschlossenen Verlängerung einer Frist nach Regel 84 EPÜ; |
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(14)
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Gewährung von Weiterbehandlung (Artikel 121 EPÜ); |
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(15)
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Aufforderung an die Beteiligten, Schriftstücke, die anderen Personen mitzuteilen sind, in der entsprechenden Stückzahl einzureichen (Regel 36(4) EPÜ); |
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(16)
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Mitteilung von Schriftstücken an die übrigen Verfahrensbeteiligten; |
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(17)
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Aufforderung an den Beteiligten, ein nicht unterzeichnetes Schriftstück zu unterzeichnen, und Bestimmung einer Frist hierfür (Regel 36(3) EPÜ); |
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(18)
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Prüfung, ob ein Vertreter ordnungsgemäß bestellt ist, und Prüfung von Vollmachten sowie damit zusammenhängende Mitteilungen nach Anordnung durch den Vorsitzenden; |
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(19)
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gestrichen1 |
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(20)
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Mitteilung des Verzichts auf das Patent oder des Erlöschens des Patents an den Einsprechenden (Regel 60(1) EPÜ); |
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(21)
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Anordnung von Gebührenrückzahlungen in Fällen, in denen keine diesbezügliche Entscheidung der Beschwerdekammer erforderlich ist; |
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(22)
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Vorbereitende Handlungen im Hinblick auf eine Entscheidung über den Widerruf eines Patents aufgrund einer ausdrücklichen oder sinngemäßen Erklärung des Patentinhabers, dass er mit keiner Fassung des Patents einverstanden ist. |
Artikel 3
Dieser Beschluss tritt am 1. Juli 1985 in Kraft.
Geschehen zu München am 31. Mai 1985.
Für das in Regel 10 Absatz 2 erwähnte Präsidium
Der Vorsitzende
Paul Braendli
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1
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Siehe Beschluss des Präsidiums der Beschwerdekammern vom 15. Juli 2002, ABl. EPA 2002, 590. |