Sieben Punkte, die Sie vor Beginn Ihrer Recherche beachten sollten

Im Folgenden werden einige Grundlagen erläutert, die beim Recherchieren hilfreich sind.

  1. Konzeptansatz

    Bei einer Recherche im Stand der Technik geht es darum, verschiedene Konzepte miteinander zu kombinieren, die die gesuchte Erfindung definieren. Hierzu recherchieren Sie normalerweise in

    • den Zusammenfassungen, in denen das Wesen der Erfindung umrissen ist, oder
    • den Klassifikationssymbolen, die den technischen Inhalt des Patentdokuments nach einem vereinbarten System charakterisieren.

    Beschränken Sie sich nicht auf eine Schlagwortsuche. Ein technisches Konzept lässt sich auch durch ein Klassifikationssymbol darstellen. Eine solide Recherchenstrategie umfasst daher eine logische Kombination aus Schlagwörtern und Klassifikationssymbolen.

    Die Erfahrung zeigt, dass es nicht leicht ist, von Anfang an alle möglichen Synonyme und Klassifikationssymbole zu beachten, die ein bestimmtes Konzept definieren. Vielmehr werden Sie Ihre Recherche nach und nach in dem Maße anpassen, in dem Sie einschlägige Dokumente finden und ihnen neue Wege zur Beschreibung des Konzepts entnehmen. Mit diesen neuen Konzepten lassen sich dann weitere Dokumente finden. Daraus entwickelt sich ein iterativer Prozess, den ein erfahrener Rechercheur beendet, wenn er den Eindruck hat, dass zusätzliche Bemühungen keine weiteren Ergebnisse brächten.

  2. Je mehr Dokumente, desto einfacher die Suche

    Eine Recherche im Stand der Technik ist um so effektiver, je mehr einschlägige Dokumente die Sammlung enthält, in der recherchiert wird.

    Wenn es Hunderte von Dokumenten gibt, die sich auf den gesuchten Gegenstand beziehen, werden Sie wahrscheinlich auch mit einer nicht ganz optimalen Kombination von Schlagwörtern ein einschlägiges Dokument finden. Wenn nämlich Hunderte von einschlägigen Dokumenten vorliegen, bedeutet das, dass es Hunderte verschiedener Zusammenfassungen gibt, in denen ähnliche Erfindungen beschrieben sind. Dementsprechend hoch sind die Chancen, dass die von Ihnen gewählten Schlagwörter in einigen dieser Zusammenfassungen verwendet werden.

    Umgekehrt kann eine Recherche sehr schwierig werden, wenn die Datenbank nicht sehr viele Ihrem Gegenstand entsprechende Dokumente enthält. Zumeist werden dann keine oder nur sehr wenige Dokumente gefunden. In einem solchen Fall ist der bereits erläuterte iterative Ansatz äußerst effizient.

  3. Denken Sie lateral

    Versuchen Sie, durch laterales Denken neue Konzepte zu finden, die Ihren Gegenstand definieren. Verfolgen Sie nicht einen einzigen Ansatz, sondern sondieren Sie statt dessen viele verschiedene Möglichkeiten und Ansätze.

  4. Die Grenzen des Konzeptansatzes

    Versuchen Sie, durch laterales Denken neue Konzepte zu finden, die Ihren Gegenstand definieren. Verfolgen Sie nicht einen einzigen Ansatz, sondern sondieren Sie statt dessen viele verschiedene Möglichkeiten und Ansätze.

  5. Keine Fundstellen

    Die Abwesenheit von Beweisen ist kein Beweis für die Abwesenheit.

    Auch erfahrene Rechercheure erleben Fälle, in denen es keine Treffer gibt. Dies bedeutet aber nicht, dass kein einschlägiges Dokument existiert oder gefunden werden kann.

    Bei Patentrecherchen kann dies aus verschiedenen Gründen vorkommen:

    • Der Rechercheur hat vielleicht - mangels Erfahrung - nicht die optimale Schlagwortkombination verwendet.
    • Einige Felder - wie die Klassifikation - sind in manchen Patentdatensätzen nicht vorhanden; dies kann z. B. bei Datenbanken der Fall sein, die nicht klassifizierte Sammlungen enthalten.
  6. Machen Sie umfassenden Gebrauch vom Internet

    Manchmal lohnt es sich, sowohl im Internet als auch in den Patentdatenbanken zu recherchieren.

    Oft werden Patente oder Erfinder im Internet genannt, was zusätzliche Hinweise für die anschließende Suche in Patentdatenbanken liefert.

  7. Verwenden Sie die richtigen Tools

    Die Arbeit mit kostenlosen Recherchentools ist nicht unbedingt preiswerter als die Verwendung gebührenpflichtiger Datenbanken. Bedenken Sie Ihre Personalkosten - Zeit ist Geld! Gebührenpflichtige Systeme bieten einen Mehrwert, was die Suchgeschwindigkeit, die Indexierung, die Textaufbereitung und -formatierung sowie die Anzeige der Suchergebnisse angeht.

    Auch sollten Sie sich der Beschränkungen kostenloser Produkte bewusst sein. In Espacenet beispielsweise sind manche Felder - anders als in kommerziellen Datenbanken - nicht immer verfügbar.

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