Gutes Timing for High-End Technologien
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XIGNAL (571 KB)
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XIGNAL ist ein kleines deutsches Unternehmen, das in der von globalen Playern dominierten Halbleiterbranche aktiv ist. Trotz seiner begrenzten Ressourcen nutzt es das Patentsystem so gut es kann, um seine Ziele zu erreichen und die Risiken zu minimieren.
"Für ein kleines Unternehmen ist es sehr wichtig, eine Reihe von Patenten zu haben."
Die Art und Weise, wie ein kleines Technologieunternehmen sein geistiges Eigentum verwaltet, kann über sein Überleben entscheiden. In den Entscheidungen des Tagesgeschäfts und in der allgemeinen Geschäftsstrategie des Unternehmens wird dies allerdings oft nicht berücksichtigt. Vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen und zahlreicher Herausforderungen gilt geistiges Eigentum meist nicht als Priorität. "Als kleines Unternehmen konzentrieren wir uns auf die Schaffung modernster Technologien und Produkte mit einem wesentlichen technologischen Vorsprung. Für ein kleines Unternehmen wie uns ist es von grundlegender Bedeutung, wichtige Erfindungen zu patentieren, um unsere Technologien zu schützen und die für unsere Technologien relevanten Patente zu überwachen, um nicht Patente anderer zu verletzen", sagt Dr. Heribert Geib, Vice President Technology and System Engineering bei Xignal Technologies.
Das 1999 durch drei ehemalige Ingenieure von Infineon Technologies gegründete Unternehmen Xignal ist ein gutes Beispiel für ein kleines Technologieunternehmen, das sein geistiges Eigentum verwaltet, so gut dies angesichts des knappen Budgets und des harten Wettbewerbsumfelds eben möglich ist.
Die Elektronikgiganten als Kunden im Visier
Xignal hat seinen Sitz am Stadtrand von München und ist im sehr wettbewerbsintensiven Halbleitergeschäft aktiv. Das Unternehmen befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Fünfundzwanzig seiner zweiunddreißig Mitarbeiter sind in Forschung und Entwicklung tätig. Nach der Umstellung des Geschäftsmodells von einem IP-Unternehmen auf ein Fabless Halbleiterunternehmen hat die Firma mit dem Aufbau von Vertriebskanälen und direkten Kundenkontakten (in vertikalen Märkten) begonnen.
Xignal ist ein sogenanntes Fabless Halbleiterunternehmen. Das bedeutet, es hat keine eigene Fertigung, sondern vergibt die Fertigung seiner Produkte extern - in diesem Falle an ein Unternehmen in Taiwan. Da der Markt von großen Unternehmen wie Infineon, STMicroelectronics und Philips Electronics in Europa dominiert wird, konzentriert Xignal sich auf zwei Nischenprodukte. Einen Hochleistungstaktgeber, der als das Metronom eines Halbleiters dient, und einen technisch sehr fortschrittlichen Analog-Digital-Wandler mit äußerst geringem Leistungsverbrauch, der in der Medizintechnik sowie in industriellen Anwendungen wie Prüf- und Messgeräten und in der Automobilindustrie einsetzbar ist.
Zu den Zielkunden gehören Giganten wie General Electric, Philips und Siemens, und die internationalen Märkte schließen die USA, Europa und Japan ein. Angesichts der Vielzahl potenzieller Marktanwendungen für seine Produkte - von Ultraschallgeräten bis zur Unterhaltungselektronik - geht das Unternehmen auch Beziehungen mit Vertriebsunternehmen ein, um ein möglichst großes Anwendungsspektrum (horiziontale Märkte) anzusprechen.
Der Schutz seines geistigen Eigentums ist dem kleinen Unternehmen wichtig. IP gehört zwar nicht zu den Kernaufgaben, aber das Unternehmen beabsichtigt, das Patentsystem zu nutzen, um seine Ziele zu erreichen. Ehe Mittel für ein neues Forschungsprojekt bewilligt werden, recherchiert ein Ingenieur intern in einer kommerziellen Datenbank, um sicherzugehen, dass der Aufwand nicht umsonst ist, weil es die Technologie oder die Erfindung bereits gibt. Beispielsweise gibt Xignal kein Geld für den Nachbau von Erfindungen aus, die es von anderen lizenzieren kann. Deshalb überprüft es durch eine Datenbankrecherche die bereits vorhandenen Technologien, ehe es daran geht, seine eigenen zu entwickeln. Bisher ist das Unternehmen auf dem Gebiet der Lizenzierung weder als Lizenznehmer noch als Lizenzgeber aktiv geworden, aber Dr. Geib räumt ein, dass Xignal vorhandene Technologien nutzt, die das taiwanesische Fertigungsunternehmen, das seine Produkte herstellt, zur Verfügung stellt.
Die Patentierung neuer Erfindungen hat einen hohen Stellenwert und die Erfinder werden belohnt, aber in diesem frühen Entwicklungsstadium des Unternehmens wird ein Patentkomitee mit der Untersuchung beauftragt, ob etwas patentierungswürdig ist und ob bereits ein möglicherweise kollidierendes Patent besteht. Ein externer Anwalt verfasst die Patentanmeldungen und überprüft die von der Firma durchgeführte Patentrecherche. Xignals Executive and Marketing Assistant leistet ebenfalls Unterstützung.
Patentieren ist besser als geheimhalten
Und so läuft das Verfahren ab: Ein Ingenieur erfindet etwas, das womöglich patentiert werden sollte. Dr. Geib, auf den bereits mehr als ein Dutzend Patente zurückgehen (deren Eigentümer jetzt ehemalige Arbeitgeber wie Infineon sind) und zwei Ingenieure bilden eine Art Lenkungsausschuss. Sie analysieren den potenziellen Markt und ermitteln anhand einer Recherche in einer kommerziellen Datenbank, ob etwaige bestehende Patente sie in ihrer Handlungsfreiheit einschränken und/oder sie von der Erwirkung eines Patents für ihre eigene Erfindung abhalten könnten. Sie entscheiden auch, ob das Patent die Art von Know-how schützen würde, an dem Wettbewerber interessiert wären. Dann ermitteln sie, ob die Exklusivität der Technologie bedeutend genug ist, um den Aufwand zu rechtfertigen. Die Kosten sind kein abschreckender Faktor: "Für ein kleines Unternehmen ist es sehr wichtig, eine Reihe von Patenten zu haben", sagt Dr. Geib.
Als Nächstes wird dem externen Anwalt eine Liste von Patenten in verwandten Technologien sowie Informationen über die Technologie oder das Verfahren, das patentiert werden soll, übergeben. Der Anwalt prüft die möglicherweise kollidierenden Patente und verfasst die Patentanmeldung, sofern es keine Probleme gibt. Die Anmeldung erfolgt zuerst auf nationaler Ebene, dann in den USA und vielleicht beim EPA. Insgesamt hat das Unternehmen 18 Patente sowohl beim Deutschen Patent- und Markenamt als auch beim amerikanischen Patent- und Markenamt (USPTO) angemeldet. Es hält neun Patente in beiden Ländern und weitere Erfindungen sind derzeit in Arbeit.
Der Patentierungsprozess ist bei Xignal zwar noch nicht sehr hoch entwickelt, aber Patente sind unerlässlich. "In unserem Geschäft ist es besser, Erfindungen zu patentieren als sie geheimzuhalten", sagt Dr. Geib. "Wenn man sie nicht patentiert, tut es jemand anderer."
Reverse Engineering ist ein großes Problem
Letztendlich geht es mehr darum, Risiken zu minimieren als darum, Chancen zu nutzen. Angesichts seiner beschränkten Mittel ist Xignal bewusst, dass die Verfolgung von Unternehmen, die seine Patente verletzen, eine echte Herausforderung wäre. Das Unternehmen führt deshalb kein systematisches Monitoring der Aktivitäten seiner Wettbewerber durch. Stattdessen verlässt Xignal sich auf seine Kenntnis der Technologien und Strategien der Konkurrenz und hofft das Beste. Es versucht, die Risiken zu begrenzen, indem es seine Erfindungen patentiert und kurze Zeit danach nur ein Minimum an Einzelheiten veröffentlicht, um andere an der Nutzung seiner Erfindungen zu hindern. Leider ist das nicht immer möglich. Reverse Engineering, wobei Unternehmen ein Produkt zerlegen, um herauszufinden, wie es hergestellt wurde, ist in der Halbleiterindustrie ein großes Problem. Im Gegensatz zu großen Unternehmen erwirkt Xignal in der Regel keine Schutzpatente um ein Patent herum.
Xignal arbeitet kontinuierlich an weiteren Innovationen und ist bestrebt, Patente noch gezielter einzusetzen. Doch wie bei vielen kleinen Unternehmen sind die Mittel auch nach zwei Wagniskapitalrunden noch immer knapp und das interne IP-Know-how ist begrenzt. Das Unternehmen hofft, diesen Bereich seines Geschäfts in Zukunft verbessern zu können. Der bei Patentangelegenheiten unterstützend mitwirkende Executive and Marketing Assistant nimmt an Schulungen teil, und Xignal erwägt, die Bearbeitung von IP-Themen in Zukunft einer externen Firma zu übertragen.
Bis dahin verlässt sich das Unternehmen auf seinen externen Anwalt, was seine eigenen Herausforderungen mit sich bringt. Im Gegensatz zu großen Unternehmen wie Infineon, wo viele Mitarbeiter früher tätig waren, hat Xignal keine eigene Abteilung mit umfassender Patenterfahrung in der Halbleiterindustrie.
Integration des Signalwegs - ermöglicht durch Xignals CT Sigma-Delta-ADC-Technologie
Produktfakten
Xignals modernste Mixed-Signal-ICs zeichnen sich durch ultrageringen Leistungsverbrauch (in der Regel 50-75% geringer als bei alternativen Lösungen), sehr hohe Integrationsebenen zur erheblichen Reduzierung der Systemkosten und bahnbrechende Leistungsgrade aus, die neue und effektivere Architekturlösungen für das Systemdesign ermöglichen. Wichtigste Produktfamilien sind hochleistungsfähige Low-Jitter-Taktgeberprodukte für die Kommunikation und Continuous-Time-Sigma-Delta-ADCs (Analog-Digital-Wandler).
Unternehmensprofil
Xignal Technologies AG entwickelt und vertreibt Mixed-Signal-ICs, die durch erheblich verbesserte Leistung und Leistungsaufnahme neue Systemarchitekturen ermöglichen.
Mitarbeiter: 32
Schlüsselprodukte: Hochleistungs-Taktgeber und Hochleistungs-A/D-Umwandler mit geringer Leistungsaufnahme
Kunden: Zu den Zielkunden zählen General Electric, Philips und Siemens
Xignal Technologies AG
Leipziger Strasse 16
82008 Unterhaching
Deutschland
www.xignal.com
IP-Hintergrund
Patentschutz: Neun deutsche Patente und neun US-Patente in neun Familien
Anmeldereihenfolge der Patente: Zuerst auf nationaler Ebene, dann in den USA und möglicherweise beim EPA
IP-Abteilung: Informelles Team aus drei Ingenieuren. Es wird ein externer Patentanwalt beauftragt
Erfolgsfaktoren: Konzentration auf hochleistungsfähige Produkte
Herausforderungen: Mangelnde Ressourcen für das IP-Management und das Vorgehen gegen etwaige Patentverletzungen. Rechtliches Know-how in der Branche des Unternehmens
Ansprechpartner
Europäisches Patentamt
Erhardtstr. 27, 80469 München, Deutschland
Tel.: +49 89 2399 4636
E-Mail: sme@epo.org
www.epo.org
Deutsches Patent- und Markenamt
Zweibrückenstr. 12, 80331 Munich, Germany
Tel.: +49 89 2195-0
E-mail: info@dpma.de
www.dpma.de