Nikolaus Gerhart

gerhart-7813Geöffnete Granite II, 1992
Granit, achtteilig
Jeweils 420 x 85 x 70 cm
München, Bayerstraβe 34, Hof 3

Nikolaus Gerhart (*1944 Starnberg, D) sucht in einem Steinquader die bereits vorhandene Form und will diese an die Oberfläche holen. Seine Arbeiten entstehen durch Aushöhlen und Wegnehmen. So entsteht eine Spannung zwischen bearbeiteter und unbearbeiteter Oberfläche, mit der er den Stein zum Sprechen bringt. Die Eingriffe, die Gerhart in den Stein vornimmt, sind von geringem, aber gezieltem Ausmaß. Mal schlägt er einen Keil in den Quader, mal ritzt er Symbole in die unbearbeitete Oberfläche. Mit dieser reduzierten Formensprache gelingt es ihm trotzdem, Inhalte und Assoziationen zu transportieren, verstärkt durch die Platzierung und Anordnung der einzelnen Elemente. Seine Skulpturen sollen von den Betrachtern umrundet und begangen werden und erschließen sich erst dann in ihrer ganzen Dimension und Bedeutung. Die Blockhaftigkeit der kreisförmig angeordneten Stelen, im unteren Bereich bis auf die Einritzung von Quadraten unbearbeitet, wird durch die aufgesetzten penibel geglätteten Quader aufgelöst. Durch die direkt am Aufsatzpunkt angebrachte quadratische Aushöhlung dringt das Sonnenlicht in das Zentrum des Kreises. Im Kontrast zur modernen und klaren Fassade der Dienstgebäude des EPA, zwischen denen die Skulptur platziert ist, erinnert sie an einen archaischen Steinkreis, der eine besondere Magie ausstrahlt und zum Begehen und Verweilen einlädt.

Nikolaus Gerhart - Geöffnete Granite II, 1992 Geöffnete Granite II, 1992
Granit, achtteilig
je 420 x 85 x 70 cm




Nikolaus Gerhart - Geöffnete Granite II, 1992Geöffnete Granite II, 1992
Granit, achtteilig
je 420 x 85 x 70 cm



 Abbildungen: (c) Nikolaus Gerhart

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