Markus Stangl

Markus Stangl - Untitled, 1993Ohne Titel, 1993
Granit, Stahl
520 x 230 x 80 cm
München, Bayerstraβe 34, Hof 2

Markus Stangl (*1962 Dachau, DE) liebt das Spiel mit Stabilität und Instabilität. Er erschafft Skulpturen, die den optischen Eindruck erwecken, jeden Augenblick in sich zusammenstürzen zu müssen. Die Materialien Papier, Stein und Sand bringt er an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Sogar Luft verwendet er, in dem er Granitblöcke wie umgestürzte Dominosteine arrangiert und dazwischen aufgeblasene Luftballone klemmt. Ausgebildet bei Eduardo Paolozzi (*1924 Leith, GB, † 2005 London, GB) und James Reineking (*1937 Minot, North Dakota, USA) orientiert sich Stangl formal an Minimal Art und Konkrete Kunst. Seine Ausdrucksweise ist sehr klar und reduziert. Spannung entsteht in seinen Arbeiten allein durch die Auslotung der Materialgrenzen und Rohstoffkombinationen. Im Gegensatz aber zu dem ebenfalls bei Paolozzi ausgebildeten Christian Hinz (*1964, Birkenfeld an der Nahe, DE), der seine architektonischen Skulpturen durch Freilegen und Betonen der bereits im ausgesuchten Material vorhandenen Strukturen herausarbeitet, zwingt Stangl den Rohstoff in Formen, die seiner naturgegebenen Beschaffenheit entgegenstehen. Er schafft es, aus sechs gleich großen, mit einander verbundenen Steinquadern einen Dreiviertelkreis zu formen, den er vertikal aufrichtet. Obwohl es scheint, die Konstruktion müsse jeden Moment kippen, ist der Schwerpunkt der Skulptur so perfekt ausgerichtet, dass sie entgegen dem optischen Befund stabil steht.

Markus Stangl - Untitled, 1993Ohne Titel, 1993
Granit, Stahl
520 x 230 x 80 cm



Abbildungen: (c) Markus Stangl

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