Lena Policzka

Lena Policzka

Biographie

1987 Geboren in Penzberg, DE
2009-14 Studium an der Akademie der Bildenden Künste München bei Matthias Wähner und Nairy Baghramian
2014 Jahresausstellung, Historische Aula, Akademie der Bildenden Künste München, kuratiert von Gregor Schneider
Gruppenausstellung Nature fiction, AkademieGalerie, München
2015 Gruppenausstellung Werden und Vergehen, Historischer Bahnhof, Starnberg
2017 Einzelausstellung Rush, størpunkt Galerie, München
Gruppenausstellung Kopfkino, Wasserturm, Dachau
2018 Stipendium Bildende Kunst 2018, Stadt München
1. Preis Kunst am Bau, Röthenbach an der Pegnitz
1. Preis BBK Oberbayern Nord & Ingolstadt
Gruppenausstellung Biopsie, Raum für drastische Maßnahmen, Berlin
2019 Gruppenausstellung, Neues Rathaus, München

Basis für die künstlerischen Arbeit von Lena Policzka (*1987 Penzberg, DE) ist eine konzeptionelle Auseinandersetzung mit Sachverhalten aus den Bereichen Natur und Wissenschaft sowie mit gesellschaftlichen Konventionen der postindustriellen Welt. Lena Policzka studierte zwischen 2009 und 2014 an der Akademie der Bildenden Künste München bei Matthias Wähner und Nairy Baghramian und arbeitet seitdem als freischaffende Künstlerin.

In der Installation mit dem Titel Chapel of the Optimum werden zwei Arbeiten unterschiedlicher Werkzyklen in einem kapellenartig gestalteten Raum gezeigt.

Optimatics ist eine fortlaufende Werkreihe, die den künstlerischen Werdegang von Lena Policzka von Beginn an prägt. Ausgehend von wissenschaftlicher Ethik in der Stammzellenforschung übersetzt die Künstlerin dieses gesellschaftlich brisante Thema in ein Denkmodell über die Grenzen menschlichen Optimierungsdrangs. Das Leitmotiv hierfür ist eine Laborsituation, die sich aus den Formensprachen von Science-Fiction, Industriedesign und Forschung speist. Auf einer medizinisch stilisierten Bühne werden synthetisch gezüchtete Wesen zur Schau gestellt. Reduziert auf ein einziges Lebenszeichen, der individuellen Atemfrequenz, wandeln sie zwischen materiellem Objekt und lebendem Subjekt.

Chapel of the Optimum, installation view, exhibition START-UP 2019 (c) Lena Policzka
Chapel of the Optimum, Installationsansicht, Ausstellung START-UP 2019
(c) Lena Policzka

Im Triptychon Golden Spike aus ihrem aktuellem Werkzyklus Rush thematisiert die Künstlerin die Fragestellung, ob der Mensch die Natur als gestaltende Kraft abgelöst hat. Der geologische Nachweis in der Sedimentschicht der Erde (der sogenannte ‚Golden Spike‘) fehlt bisher der Wissenschaft, um das weltweit diskutierte Zeitalter des Anthropozäns ausrufen zu können. Davon ausgehend entwickelt Lena Policzka ein formales, metaphorisches Konzept, das von strenger Geometrie geprägt ist. Sie kombiniert industrielle Materialien wie Aluminium und Aluminiumkaliumsulfat und integriert diese in einen experimentellen Werkprozess. Genauer nutzt sie deren chemische Reaktionseigenschaften, um künstliche Ablagerung und Kristallisation zu erzeugen. Die so gewonnene Kristallschicht baut eine visuelle Spannung auf. In der Wahrnehmung ist sie anziehendes Juwel und abstoßende Wucherung zugleich. Ergänzend zur Materialität spielt in Policzkas Werk auch die Farbcodierung eine tragende Rolle. Neben silbernem Aluminium der industriellen Welt nimmt die ambivalente Wechselbeziehung zwischen schwarz überwucherter Realität und dem rosa Schein der Utopie eine vorrangige Stellung ein. Zudem arbeitet die Künstlerin mit Assoziationen wie ‚gold rush‘ oder ‚rush hour‘ - Sinnbilder verhängnisvollen Fortschritts.

Optimatics, detail view, exhibition START-UP 2019 (c) Lena Policzka
Optimatics, Detailansicht, Ausstellung START-UP 2019
(c) Lena Policzka

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