Fausto Melotti

Fausto Melotti - Rondeau Musical, 1978Rondeau Musical, 1978,
Edelstahl, Messing, verkupfert, vernickelt, vergoldet, Kupferblech, vermessingt,
192 x 122 x 253 cm
(c) Fausto Melotti

Fausto Melotti (*1901 Rivereto, IT, †1986 Mailand, IT) kombiniert bildende Kunst mit Musik und Poesie. Er erschafft eine Kunst, die den Raum selbst zum Aktionsraum erhebt. Dafür kreiert er filigrane Objekte aus unterschiedlichen Materialien, die sich anschicken, sich durch die Vorstellung des Betrachters in den umgebenden Raum hinein unendlich fortzusetzen. In den 1930er Jahren wird er zusammen mit seinem engen Freund Lucio Fontana (*1899 Rosario, RA, † 1968 Combino, IT), der die Eroberung des Raumes durch die Kunst mit aufgeschlitzten Leinwänden zum Ausdruck bringt, zum führenden Vertreter der Abstraktion in Mailand. Melotti bricht zu diesem Zeitpunkt mit der Arbeit an blockhaften Skulpturen mit festgelegten Ansichtspunkt. Seine Arbeiten beginnen sich aufzulösen, werden immer fragiler und gleichzeitig raumgreifender. Dabei folgen seine Kompositionen einem strengen Konzept. Er überträgt mathematische Ordnung und musikalische Harmonie in die Objekte. Wie der Klang eines Musikstücks sich im Raum ausbreitet, sollen sich auch seine Werke in der Vorstellung des Betrachters weiter fortsetzen. Ausdruck dieses Konzepts, das Melotti verfolgt, ist die Auftragsarbeit „Rondeau Musical“ (1979-80). Mit diesem monumentalen Werk, das seine unterschiedliche Oberflächenstruktur komplizierten Galvanisierungsverfahren verdankt, erarbeitet Melotti einen Rhythmus, der den filigranen Einzelteilen den Eindruck von Bewegung verleiht. Wie Noten auf einer Partitur sitzen die verschiedenen Metallobjekte auf der Spirale und scheinen sich nach oben weiter in den Raum fortzusetzen.

Fausto Melotti - Rondeau Musical, 1978Rondeau Musical, 1978,
Edelstahl, Messing, verkupfert, vernickelt, vergoldet, Kupferblech, vermessingt,
192 x 122 x 253 cm
(c) Fausto Melotti

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