Rechtsübergänge 
5.11.001
Eine europäische Patentanmeldung oder ein europäisches Patent kann als Ganzes oder teilweise für einen oder mehrere der benannten Vertragsstaaten übertragen werden. 
5.11.002
Auf Antrag trägt das EPA den Rechtsübergang einer anhängigen europäischen Patentanmeldung in das Europäische Patentregister ein, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Der Rechtsübergang eines europäischen Patents kann nur während der Einspruchsfrist oder der Dauer eines Einspruchsverfahrens vor dem EPA eingetragen werden. 
5.11.003
Damit ein Rechtsübergang in das Europäische Patentregister eingetragen werden kann, müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein: 
a) 
Stellung eines Antrags auf Eintragung eines Rechtsübergangs einer oder mehrerer europäischer Patentanmeldungen oder Patente. Hierfür kann das über die Website des EPA (epo.org) abrufbare EPA Form 5050 verwendet werden;
b) 
Zahlung der entsprechenden Verwaltungsgebühr für jede betroffene europäische Patentanmeldung bzw. jedes betroffene europäische Patent. Der Antrag gilt erst dann als gestellt, wenn diese Gebühr entrichtet worden ist. Die Gebührenhöhe richtet sich nach dem aktuellen Verzeichnis der Gebühren und Auslagen des EPA; 
c) 
Vorlage von Dokumenten zum Nachweis des Rechtsübergangs. 
5.11.004
Zum Nachweis des Rechtsübergangs sind geeignete schriftliche Beweismittel jeder Art zulässig. Darunter fallen förmliche Urkundenbeweise wie der Übertragungsvertrag (im Original oder in Kopie) oder andere amtliche Urkunden oder Auszüge hieraus, sofern sich der Rechtsübergang daraus direkt ergibt. Auf den als Nachweis für die Übertragung vorgelegten Dokumenten müssen die Unterschriften der Parteien des Übertragungsvertrags zu sehen sein. Wird der Antrag elektronisch beim EPA eingereicht (vgl. 4.3.001), kann das Dokument anstelle von handschriftlichen Unterschriften qualifizierte elektronische Signaturen im Sinne der Mitteilung des EPA vom 22. Oktober 2021 tragen. Liegt das Originaldokument nicht in einer der drei Amtssprachen des EPA vor, so kann das EPA eine beglaubigte Übersetzung in einer der Amtssprachen verlangen. Eine von den Vertragsparteien unterzeichnete Erklärung, aus der sich der Rechtsübergang ergibt, ist ebenfalls ausreichend, z. B. das über die Website des EPA (epo.org) abrufbare EPA Form 5050.
5.11.005
Wird ein Dokument im Namen einer juristischen Person unterzeichnet, so dürfen nur solche Personen unterzeichnen, die nach Gesetz und/oder Satzung der juristischen Person oder einer besonderen Vollmacht dazu berechtigt sind. In dieser Hinsicht gelten die nationalen Rechtsvorschriften. 
5.11.006
Wird festgestellt, dass die Beweismittel nicht ausreichen, so unterrichtet das EPA die den Rechtsübergang beantragende Partei entsprechend und fordert sie auf, die angegebenen Mängel zu beseitigen. Entspricht der Antrag den Erfordernissen der Regel 22, so wird der Übergang unter dem Eingangstag des Antrags, der erforderlichen Beweismittel oder der Gebühr beim EPA eingetragen, je nachdem, welcher Tag der letzte ist. Weist der Antrag einen geringfügigen Mangel auf, d. h. wurden zwar alle Erfordernisse berücksichtigt, waren aber nicht vollständig erfüllt (z. B. weil der Antrag zwar unterzeichnet, aber der Name oder die Stellung des Unterzeichnenden nicht angegeben ist), so wird nach Beseitigung der Mängel der Übergang unter dem Eingangstag des ursprünglichen Antrags erfasst.

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