Akademisches Forschungsprogramm
Hochwertige Forschung zu patentbezogenen Themen ist von entscheidender Bedeutung, um fundierte politische und unternehmerische Entscheidungen zu unterstützen und die zentrale Rolle von Patenten für die Förderung von Innovation und Wirtschaftswachstum aufzuzeigen. Unser seit 2017 bestehendes Akademisches Forschungsprogramm zielt darauf ab, die Forschung im Patentbereich voranzutreiben und die Verbreitung von Forschungsergebnissen zu fördern.
Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen für 2026–2028
Der sechste Aufruf im Rahmen des Akademischen Forschungsprogramms konzentriert sich entsprechend dem Strategieplan 2028 auf praktische, lösungsorientierte Forschungsprojekte, die zwei leistungsstarke Tools des EPA nutzen: die Technology Intelligence Platform und PATSTAT. Der neue Aufruf ist eine einzigartige Gelegenheit für Forscher/innen, Patent Intelligence zu generieren, die für Innovatorinnen und Innovatoren, Unternehmen, Entscheidungsträger/innen, Anleger/innen und die nächste Generation in einer immer komplexeren Welt einen echten Mehrwert schafftt.
Einreichungsfrist: 27. Februar 2026, 23.59 Uhr (MEZ)
- Forschungszusammenarbeit, die Mehrwert schafft
Die akademische Forschung kann einen entscheidenden Beitrag zur politischen Entscheidungsfindung, zu Innovation und zum Wirtschaftswachstum in Europa und darüber hinaus leisten. Zwischen 2017 und 2019 entstanden fast ein Drittel der Arbeitsplätze in der Europäischen Union in Industrien, die intensiv von geistigen Eigentumsrechten (IPR) Gebrauch machen. Branchen, die IPR wie Patente, Marken oder Geschmacksmuster nutzen, beschäftigten über 61 Millionen Menschen in der EU direkt und schufen zusätzliche 20 Millionen Arbeitsplätze bei Unternehmen, die Güter und Dienstleistungen an IPR-intensive Branchen liefern.
Die Ergebnisse akademischer Forschung schaffen die Grundlage für eine fundierte Politikgestaltung. Das Patentrecht muss ein Gleichgewicht herstellen zwischen dem Anreiz zur Schaffung und zum Schutz von Erfindungen und dem Ziel, den Zugang der Öffentlichkeit zu Wissen zu gewährleisten. Empirische und theoretische Forschung hilft dabei zu beurteilen, wie dieses Gleichgewicht auf effektive und faire Weise erreicht werden kann, sodass Erfinder/innen, Patentanmelder und die Öffentlichkeit gleichermaßen davon profitieren.
Zudem kann die akademische Forschung, durch Analyse der Auswirkungen von Patenten auf Investitionen in F&E und die Technologieverbreitung, Trends und Bedingungen identifizieren, die nachhaltige Innovation und wirtschaftliche Entwicklung fördern.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist entscheidend. Akademische Forschung fördert den Dialog zwischen verschiedenen Disziplinen, was neue Perspektiven eröffnet und zu innovativen Ansätzen und praktischen Lösungen führt. Forschungsfragen im Patentbereich umfassen unter anderem Recht, Wirtschaft, Management, Ingenieurwesen und Data Science.
Das akademische Forschungsprogramm des EPA richtet sich an Forscherinnen und Forscher, die einen Beitrag zu diesem spannenden Feld leisten möchten. Nach acht Jahren und fünf früheren Aufrufen zur Einreichung von Vorschlägen hat das Programm über zwanzig Forschungsprojekte in den verschiedensten patentbezogenen Themenbereichen finanziert – von der Skalierung digitaler Daten über Schulungslösungen bis hin zu technischen Standards und Wissenstransfer.
- Themenbereiche
Im Rahmen der aktuellen Ausschreibung können Forscherinnen und Forscher bis zum 27. Februar 2026 maximal einen Forschungsprojektvorschlag pro Themenbereich einreichen:
Themenbereich A: Fortschrittliche Methoden für die Erstellung von Prognosen über Patentanmeldungen
Datengesteuerte Einblicke in die von Innovationen eingeschlagene Richtung können uns dabei helfen, die Trends bei technologischen Entwicklungen zu verstehen und zu lenken. Im Rahmen dieser Themenbereich sollen Methoden zum Prognostizieren der zukünftigen Patentanmeldungen in verschiedenen Ländern, Branchen und Technologiebereichen entwickelt werden.
Themenbereich B: Lokale Ökosysteme akademischer Erfinder und Hochschulen
In Zeiten rasanter technologischer Änderungen hängt die Wettbewerbsfähigkeit Europas von der Kenntnis ab, was an welchem Ort, von wem und mit welchen möglichen Auswirkungen entwickelt wird. In diesem Themenbereich können Vorschläge für Forschungsprojekte eingereicht werden, die sich mit akademischen Erfindern und Hochschulen, deren Leistung als wichtige Akteure in Innovationssystemen in Europa und den damit verbundenen Herausforderungen wie dem Zugang zu Finanzierung und Barrieren bei der Vermarktung befassen. Das EPA lädt Forschungsteams ein, aufbauend auf seiner Studie zur Rolle europäischer Hochschulen bei Patentierung und Innovation (2024) Forschungsprojekte zu diesem Thema zu entwickeln.
- TIP und PATSTAT, zwei leistungsstarke EPA-Tools
Den Forscherinnen und Forschern können zwei leistungsstarke EPA-Tools für ihr Forschungsprojekt nutzen.
Die Technology Intelligence Platform ist das hochmoderne Tool des EPA zur Verarbeitung, Analyse und Visualisierung von Patentdaten. Die Plattform bietet Forscher/innen, Unternehmen und allen Personen mit Interesse an Daten und Innovation die Möglichkeit, anspruchsvolle Analysen von Patentdaten aus den PATSTAT-Datenbanken und zahlreichen anderen hochwertigen Datensätzen auszuführen. Die Technologiefrüherkennungsplattform ist kostenlos und bietet freien Zugriff auf PATSTAT.
PATSTAT enthält eine Fülle an bibliografischen Patentdaten und Rechtsereignisdaten von mehr als 100 Patentämtern weltweit. PATSTAT wurde über die letzten 20 Jahren vom EPA zusammengestellt und ist heutzutage eine führende, erstklassige Quelle für Patent Intelligence und Statistiken. Zu den PATSTAT-Nutzern zählen führende internationale Organisationen, Patentinformationszentren (PATLIBs) in ganz Europa und nationale Patentämter weltweit.
- Unsere Unterstützung
Im Rahmen des neuen Aufrufs wird das EPA finanzielle Unterstützung für hochwertige Forschung zu Themen leisten, die unmittelbar relevant für eine der beiden Themenbereichen sind. Es steht ein Gesamtbudget von 300 000 EUR für beide Themenbereiche zur Verfügung, mit dem bis zu sechs Forschungsprojekte mit einer Dauer von bis zu 18 Monaten unterstützt werden können, wobei jedes Projekt eine Beihilfe von bis zu 50 000 EUR erhalten kann.
Expertinnen und Experten aus verschiedenen EPA-Abteilungen unterstützen die Forschungsteams während des Forschungsprojekts und geben ihr Fachwissen an sie weiter.
- Bewerbung einreichen
Projektvorschläge können von einzelnen Forschungseinrichtungen mit Sitz in einem Mitgliedstaat der Europäischen Patentorganisation oder Gruppen von Einrichtungen eingereicht werden. Im letzteren Fall können die Partnereinrichtungen weltweit ansässig sein, solange der offizielle Bewerber für das Forschungsprojekt (Vertragspartner) seinen Sitz in einem Mitgliedstaat der Europäischen Patentorganisation hat. Die Staatsangehörigkeit der leitenden oder mitwirkenden Forscherinnen und Forscher ist dabei unerheblich. Besonders interessiert sind wir an Forschungsvorschlägen von mehreren Partnern aus dem akademischen Bereich.
Bewerbungen müssen auf Englisch unter Verwendung des dafür vorgesehenen Bewerbungsformulars eingereicht werden, das auch die Richtlinien enthält.
Einreichungsfrist: 27. Februar 2026, 23.59 Uhr (MEZ)
Fragen zum Bewerbungsverfahren und ausgefüllte Bewerbungen richten Sie bitte an [email protected].
Bitte beachten Sie, dass das EPA Sie während der Bewerbungsphase nicht zum Inhalt Ihres Forschungsvorschlags beraten und Ihnen auch kein Feedback geben kann.
- Auswahlverfahren
Das Auswahlverfahren wird von einem wissenschaftlichen Ausschuss unter dem Vorsitz des Chefökonomen des EPA geleitet und gewährleistet die wissenschaftliche Prägnanz und die Orientierung an den strategischen Zielen des EPA, die im Strategieplan 2028 festgelegt sind, sowie am kürzlich gestarteten Zweijahresarbeitsplan (2026-2027) der Beobachtungsstelle für Patente und Technologie des EPA.
Die Auswahl der eingereichten Forschungsvorschläge erfolgt auf der Grundlage von Gutachten durch externe Expertinnen und Experten, die auf den jeweiligen Bereich spezialisiert sind, anhand von Kriterien wie:
- Originalität und Innovativität der vorgeschlagenen Forschungsfrage
- Klarheit und Qualität des vorgeschlagenen Forschungsprojekts und seiner Methodik
- Fähigkeit zur erfolgreichen Abwicklung des Forschungsprojekts
- Aspekte der Forschungszusammenarbeit
- Multidisziplinarität des Forschungsansatzes
potenzielle politische/wirtschaftliche/gesellschaftliche Auswirkungen des Forschungsprojekts und seiner erwarteten Ergebnisse
- potenzielle Anwendbarkeit der erwarteten Ergebnisse
Das Auswahlverfahren wird voraussichtlich bis Sommer 2026 abgeschlossen sein, und die Bewerber werden dann über das Ergebnis informiert.
- Zeitplan
- Weitere Ressourcen
Akademisches Forschungsprogramm des EPA: FAQ
Beihilfen für 2021 ausgewählte und 2024 abgeschlossene Projekte
Technology Intelligence Platform (TIP)
Studie: Die Rolle europäischer Hochschulen bei Patentierung und Innovation (2024)
Zweijahresarbeitsplan für 2026-2027 der Beobachtungsstelle des EPA