Neue Lebensformen
Die neuesten Entwicklungen in den Bereichen digitale Technik, Computer, Drahtlosnetzwerke und künstliche Intelligenz (KI) verändern alles. Und sie bestimmen auch unsere Kultur. Immer mehr Künstler, die auch Programmierer sind, nutzen Daten, Maschinensprache, maschinelles Lernen und Algorithmen, und machen daraus generative Kunst. Auch die Weltraumforschung mit ihren verschiedenen Technologiefeldern ist eine reiche Inspirationsquelle. Doch zu Beginn des neuen Zeitalters, wo Synergien zwischen Mensch und Maschine, Ästhetik und Kunstproduktion immer offenkundiger werden, bleiben immer noch viele Fragen offen. Wie wird die KI in Zukunft unser Leben bestimmen? Wo werden uns die digitale Entwicklung und die Weltraumtechnologie hinbringen?
In diesem Bereich provoziert das britische Künstlerduo Superflux eine kritische Auseinandersetzung mit einem Video, das die Grenzen des täglichen Lebens auslotet - angeleitet von Chatbots. Der niederländisch-brasilianische Pionier der Internetkunst Rafaël Rozendaal hingegen nutzt Computercodes, um die Elemente von Webseiten auf magische Weise in einen farbenfrohen Wandteppich zu verwandeln. Die Installation von Daniel Canogar wendet sich dem Nachrichtenkarussell und dem Reframing der ständigen Informationsflüsse zu. Eine spezielle Software verwandelt immer neu hochgeladene CNN-Webvideos in einen unendlichen Wasserfall sich niemals wiederholender Bilder. Der in L.A. und Madrid tätige Medienkünstler erfasst in Echtzeit den ständigen Strom des heutigen ununterbrochenen Medienkonsums.
Der in Berlin lebende niederländische Konzeptkünstler Harm van den Dorpel untersucht, wie Algorithmen ästhetische Entscheidungen beeinflussen. Im Gegensatz zu traditionellen künstlerischen Medien, bei denen der Künstler das Werk mit eigenen Händen erschafft, arbeitet van den Dorpel mit digitalen Archiven und entwickelt seine eigene Software. Durch ständige Feedback-Schleifen trainiert er seine Software darauf, unvorhersehbare ästhetische Ergebnisse zu liefern. Der Künstler hat eine digitale Umgebung geschaffen, in der sich die Programme frei entwickeln können. Die dabei entstandenen Algorithmen nutzt er als Input für seine komplexen Kompositionen. Ein malerischer, subjektiver und arbeitsintensiver Prozess.
Andreas Zybach schließlich wendet sich komplett von irdischen Belangen ab. Rotating Space verweist auf die Bestrebungen der Weltraumforschung zur Entwicklung einer Raumstation, die durch Drehung um die eigene Achse eine Schwerkraft wie auf der Erde aufweist. Dadurch soll den negativen Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf die menschliche Gesundheit entgegengewirkt werden, und man möchte aus Boden, Wasser und Samenkörnern im All eine Umgebung schaffen, wie wir sie von der Erde gewohnt sind. Die künstlerische Arbeit war erstmals in einer Ausstellung im Alten Botanischen Garten in München zu sehen.
Und so schließt sich der Kreis zum Thema "Umwelt". Die Welt, die uns umgibt und vom menschlichen Leben untrennbar ist. Innovationen nehmen ständig eine neue Richtung. Wie stellen Sie sich die Zukunft von Technologie vor? Gerade jetzt, wo sich auch Kunst und Innovation immer mehr einander annähern.