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Gardar Eide Einarsson

Ohne Titel, 2013 
Acrylfarbe, Leinwand 
7 Tafeln, je 80 x 80 x 2 cm 

Gardar Eide Einarsson (*1976 in Oslo, NO) eignet sich in seinen Gemälden, Skulpturen und Installationen gefundene Bilder an und kontextualisiert sie neu, um auszuloten, wie Menschen als Individuen mit gesellschaftlichen und staatlichen Machtstrukturen umgehen. Er fängt die Extreme des Zeitgeists ein, indem er beobachtet, wie die Welt von wenigen Mächtigen und unzähligen Unterdrückten zugleich geformt wird. 

Auf den ersten Blick mag es so scheinen, als knüpften seine großen geometrischen Werke in Schwarz-Weiß an die minimalistische visuelle Sprache vieler Künstler an, die sich für die formalen Aspekte von Form und Komposition interessieren. Ohne Titel setzt sich aus sieben Tafeln zusammen. Sie zeigen jeweils zwei schwarze Dreiecke, die von den Rändern einer ansonsten weißen Leinwand aus nach innen gerichtet sind. Bei genauerem Hinsehen stellt sich jedoch heraus, dass die eigentlich strenge Geometrie durch zufällige schwarze Farbkleckse unterbrochen wird, die den Eindruck erwecken, das Gemälde sei in Eile entstanden, in jedem Fall aber das Werk eines Menschen und keiner programmierten Maschine. Und so regen diese Bilder vielleicht dazu an, über das Aristoteles zugeschriebene philosophische Diktum nachzudenken, dass die Menschen von Natur aus gleich, aber durch Zufall verschieden sind. 

© Gardar Eide Einarsson, mit Genehmigung von STANDARD (OSLO), Foto: Vegard Kleven