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Günther Haese

Sirius, 1975
Messing, Phosphorbronze
60 x 47 x 16 cm

Günther Haese (*1924 Kiel, DE) erschafft fragile und zugleich stabile Objekte. Sie sind sorgfältig komponiert; die kleinen beweglichen Bestandteile, Kugeln, Federn und Spiralen aus Messing und Phosphorbronze werden zu einem transparenten Gesamtbild zusammengelötet, das sich durch den kleinsten Lufthauch verändern kann. Die Elemente für seine Arbeiten nimmt Haese aus der Uhrenproduktion: nur diese vorgefertigten Fabrikteile haben die gewünschte Stabilität und Leichtigkeit für die kinetischen Skulpturen. Die Beweglichkeit der einzelnen Elemente ist beabsichtigt, die Oberfläche soll einer ständigen Veränderung unterworfen sein. Haese ist mit seinen körperlichen Objekten Teil der industrieverliebten Objektkunst und der technikaffinen kinetischen Kunst der 1960er und 1970er Jahre und lehnt sich an die Kunsttheorie der Künstlergruppe ZERO an, deren Mitglieder Otto Piene (*1928, Lassphe, DE - 2014, Berlin, DE), Heinz Mack (*1931 Lollar, DE) und Günther Uecker (*1930 Wendorf, DE) zeitgleich mit Haese in Düsseldorf studiert haben. Mit der Bezeichnung ZERO wollen die Künstler einen Nullpunkt markieren, einen Neustart der Kunst. Auch Haese ist auf der Suche nach neuen Darstellungsformen für Körperlichkeit und findet eine Struktur, die sich zwischen Abstraktion und völliger Auflösung befindet. Mit seinen Titeln will Haese dem Betrachter helfen, den optischen Eindruck der kleinen Körper mit einer Bedeutung zu ergänzen. „Sirius“ ist dabei wie ein kleines Rätsel. Auf der Suche nach einem Zusammenhang zwischen Objekt und Titel kann der Betrachter über die Simultaneität von Stabilität und Fragilität staunen.

 Sirius, 1975 Messing, Phosphorbronze 60 x 47 x 16 cm Detail    © VG-Bildkunst, BonnSirius, 1975
Messing, Phosphorbronze
60 x 47 x 16 cm
Detail

 

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