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Maurizio Nannucci

MEHR ALS DAS AUGE SEHEN KANN, 1999 
Neonröhren, Acrylglas 
50 x 1250 x 12 cm 

Maurizio Nannucci (*1939, IT), einer der bedeutendsten Konzept- und Lichtkünstler der Post-Moderne, untersucht die Beziehung zwischen Sprache, Schrift und Bild. Von der Konkreten Poesie kommend, verwendet Nannucci Sprache als Kunstform, wobei er sowohl ganze Sätze als auch einzelne Wörter oder gar Wortauflösungen visualisiert. Ein gelbes A, daran angeschmiegt ein blaues D, ein rotes E und ganz links, erst auf den zweiten Blick wahrzunehmen, ein grünes I. Das sind die Elemente, aus denen die Neonarbeit IDEA bestehet. Ein optisches Rätsel; mit Hilfe des Titels IDEA kommt der Betrachter auf das dargestellte Wort. Ein Wort, das Kreativität, Innovation wie auch geistiges Eigentum impliziert. In der Form von Neonröhren holt Nannucci Buchstaben in den Raum, gibt ihnen durch Licht die zusätzliche Funktion, Räume zu beeinflussen. Dabei entsteht zwischen den Buchstaben und dem Licht eine Wechselwirkung: wie die Buchstaben, die erst durch die richtige Aneinanderreihung zu einem Wort verschmelzen, ergeben die verschiedenen Lichtfarben der einzelnen Buchstaben erst zusammen einen gemeinsamen Lichteindruck, der dem umgebenden Raum die beabsichtigte Stimmung verleiht. Oftmals kommt es zu einem Wechselspiel von Sprache und dem Gesehenem, wie bei MEHR ALS DAS AUGE SEHEN KANN. Der Satz spielt auf die der Kunst oft immanente Imagination an. Mit Sprache wird somit die Idee eines tradierten Bildbegriffs ersetzt. 

IDEA
 IDEA, 1993
Glasröhren, Neonglas 
250 x 250 cm 

©Maurizio Nannucci