Adrian V.S. Hill

Hochwirksamer Malariaimpfstoff


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Preiskategorie
Forschung
Technisches Gebiet
Biotechnologie
Hochschule
Oxford University Innovation, Jenner Institute
Malaria verursacht jährlich über 600 000 Todesfälle, darunter hauptsächlich jüngere Kinder. Obwohl selbst ein ganzes Jahrhundert Forschung nur begrenzte Ergebnisse lieferte, setzte es sich ein entschlossener Sir Adrian V.S. Hill zum Ziel, den Durchbruch zu schaffen. Er leitete die Entwicklung von R21/Matrix-M, einem Impfstoff, der einen deutlich besseren Schutz als bisherige Mittel bietet.

Schon lange forschen Wissenschaftler an der Entwicklung eines wirksamen Malariaimpfstoffs, mehr als und 150 Impfstoffkandidaten wurden bereits in Versuchen am Menschen erprobt. Doch die meisten Impfstoffe lieferten nur einen mäßigen oder zeitlich stark begrenzten Schutz. Gerade bei jüngeren Kindern lag die Wirksamkeit oft nur bei rund 30–50 %. Frühere Versuche lieferten keine ausreichende Menge des malariaspezifischen Antigens, um eine Immunantwort auszulösen, und enthielten Bestandteile, die das menschliche Immunsystem schwächten. 

Der Impfstoff R21/Matrix-M bietet eine Lösung für diese über viele Jahre bestehenden Einschränkungen. Er bildet winzige Nanopartikel, die in Größe und Form einem Virus ähneln, die das menschliche Immunsystem besonders gut erkennen kann und auf die es stark reagiert. Im Gegensatz zu früheren Kandidaten ist R21/Matrix-M vollständig mit malariaspezifischen Antigenen beschichtet und enthält keine Bestandteile, die das menschliche Immunsystem schwächen. In Kombination mit dem Adjuvans Matrix-M löst der Impfstoff eine deutlich stärkere Immunantwort aus und bietet eine Wirksamkeit von rund 75-80 %.  

Der von Hill entwickelte Impfstoff ist zudem besonders gut für den Einsatz unter realen Bedingungen geeignet. Er ist kostengünstig in der Herstellung, kann bis zu zwei Jahre lang stabil in einem herkömmlichen Kühlschrank gelagert werden und bleibt selbst bei 37 °C rund 30 Tage lang stabil, sodass auch kurze Unterbrechungen der Kühlkette kein Problem darstellen. Dank dieser Eigenschaften lässt sich der Impfstoff im großen Maßstab herstellen und zuverlässig selbst in entlegenen und ressourcenknappen Gegenden bereitstellen. 

Entschlossen, etwas zu bewegen

In den späten 1980er Jahren arbeitete Hill als Forscher an einem Krankenhaus in Gambia. Diese Erfahrung sollte sein Leben grundlegend ändern und sich maßgeblich auf seine Karriere auswirken. "Ich sah Kinder vor meinen Augen an Malaria sterben. Diese Erfahrung hat mich geprägt und davon überzeugt, dass wir unbedingt ein besseres als die bisher verfügbaren Mittel benötigen." 

Im Laufe der folgenden Jahrzehnte setzte Hill seine wissenschaftlichen Bemühungen zur Entwicklung eines wirksameren Malariaimpfstoffs fort, doch die Fortschritte hingen von mehr als nur Laborfachwissen ab. Eine breite, langfristige internationale Zusammenarbeit und umfangreiche öffentliche Finanzierungen waren erforderlich. Die Unterstützung durch Organisationen wie der Medical Research Council des Vereinigten Königreichs oder der Wellcome Trust sowie mehrere wichtige Programme der Europäischen Union ermöglichten die anhaltende wissenschaftliche Forschung, wie sie für ein Projekt dieses Maßstabs erforderlich ist.  

An der Universität Oxford spielte außerdem die Technologietransferstelle der Hochschule – Oxford University Innovation – eine wichtige Rolle, indem sie Partnerschaften mit der Industrie sicherte, die den Schritt von der frühen Forschung zu einem in der realen Welt einsetzbaren Impfstoff ermöglichten. Der Impfstoff R21/Matrix-M entstand in Zusammenarbeit der Universität Oxford mit dem Serum Institute of India, dessen Fähigkeit, eine kostengünstige Produktion im industriellen Maßstab zu realisieren, was die Herstellung der erforderlichen Mengen des Impfstoffs ermöglichte. Das in Schweden von Novavax entwickelte Adjuvans Matrix-M ergänzt die Formulierung. Klinische Versuche in führenden afrikanischen Forschungszentren in Burkina Faso, Kenia, Mali und Tansania lieferten äußerst hochwertige Daten. Die afrikanischen Aufsichtsbehörden übernahmen hier eine Führungsrolle: Mehrere Länder erteilten die Genehmigung für R21, bevor die WHO ihre entsprechende Empfehlung aussprach. 

R21/Matrix-M wird inzwischen in über zwanzig afrikanischen Ländern eingeführt. Die breite Einführung stützt das langfristige Ziel, Malaria auszurotten – ein Ziel, das Hill als ehrgeizig, aber erreichbar einschätzt. 

Über den Erfinder

Sir Adrian V.S. Hill ist Erstdirektor des Jenner Institute und Vorsitzender des Zentrums für klinische Vakzinologie und Tropenmedizin an der Universität Oxford. Der gebürtige Ire studierte am Trinity College Dublin Medizin, bevor er in Oxford in Humangenetik promovierte. Hill hat die Entwicklung und Bereitstellung von Impfstofftechnologien geleitet, die Grundlage des Oxford-AstraZeneca  Impfstoffs gegen COVID-19 und des Malariaimpfstoffs R21/Matrix-M sind. Zusammen haben diese beiden Impfstoffe im Zeitraum zwischen 2021 und 2025 über sechs Millionen Menschenleben gerettet. 


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