Angeliki Triantafyllou
Enzymatischer Prozess zur Herstellung von Hafergetränken
Erste Versuche, Milchalternativen auf Haferbasis herzustellen, führten oft zu einer körnigen Konsistenz und einem geringen Gehalt an löslichem Protein. Um die Löslichkeit zu erhöhen, wurde bei einigen Prozessen Proteinase eingesetzt, was bei der Verarbeitung unter hohen Temperaturen häufig zu bitterem Fremdgeschmack und unerwünschter Bräunung führte. Diese Enzyme zerlegten die Haferproteine in kleine Fragmente, was die Stabilität und den Geschmack des Getränks beeinträchtigte.
Triantafyllous Lösung bestand in einem präziseren enzymatischen Ansatz. Sie setzte neben Amylasen eine Proteindeamidase ein, um das Haferprotein löslich zu machen, ohne es in kleinere, bittere Fragmente zu zerlegen. Der Prozess läuft in der Regel bei 55 °C ab, was zu einer weißeren Flüssigkeitsgrundlage, einem verbesserten Proteingehalt und einem feineren, stabileren Schaum führt. Dieses cremige Gefühl im Mund verbesserte das Trinkerlebnis und machte das Getränk nicht nur für den täglichen Genuss geeignet, sondern auch für ein breiteres Publikum attraktiv, das über Menschen mit Ernährungseinschränkungen hinausging.
Vom Nischenprodukt zum Mainstream
In den 1990er Jahren machten sich der Lebensmittelwissenschaftler Rickard Öste und ein Team der Universität Lund daran, eine praktische Frage zu beantworten: Kann Hafer eine nahrhafte, bekömmliche Alternative zu Kuhmilch werden – insbesondere für Menschen mit Laktoseintoleranz – und gleichzeitig den Wert kostengünstiger Hafernebenprodukte steigern, die normalerweise als Tierfutter verkauft werden? Das Projekt begann als Zusammenarbeit mit dem schwedischen Bauernverband, gewann jedoch schnell an Dynamik. Angeliki Triantafyllou schloss sich während ihrer Promotion in Biotechnologie dem Projekt an und wurde bald zu einer treibenden Kraft hinter dem enzymatischen Prozess.
Frühe Prototypen, hergestellt auf modifizierten Sojamilchanlagen, stießen auf Skepsis. Einige Branchenkenner bezeichneten das Getränk aufgrund seines ungewohnten Geschmacks als "ungenießbar", doch das Team gab nicht auf. 1994 gründeten Triantafyllou und Öste gemeinsam Cereal Base Ceba AB, den Vorgänger von Oatly. Die Sicherung des geistigen Eigentums war dabei entscheidend: "Wir waren sehr klein und hätten gegen die großen multinationalen Lebensmittelkonzerne keine Chance gehabt, wenn wir nicht den Weg über Patente verfolgt hätten." Triantafyllou half bei der Verteidigung des ursprünglichen Patents von 1993, und ihre spätere enzymatische Innovation erwies sich als bahnbrechend. Sie ermöglichte es Oatly, die Barista-Reihe auf den Markt zu bringen und Hafergetränke von einer Nischenalternative zu einem Massenprodukt zu machen.
Triantafyllou setzt ihre Arbeit an der Entwicklung und Verfeinerung enzymatischer Verfahren mit ihrem Unternehmen Cerealiq AB fort und konzentriert sich dabei auf hochwertige Getränke auf Hafer- und Hülsenfruchtbasis. "Wir leben in einer sich wandelnden Welt, mit immer mehr Menschen und immer weniger verfügbaren Ressourcen. Wir müssen unsere grundlegenden Lebensmittelerzeugungssysteme intelligenter und effizienter machen."
Über die Erfinderin
Angeliki Triantafyllou ist Biotechnologin und seit langem führend im Bereich Lebensmittelinnovation. Nach ihrem Abschluss in Chemie an der Universität Ioannina (1987) promovierte sie 1996 an der Universität Lund in Biotechnologie und absolvierte zudem eine Ausbildung in Käseherstellung am Reaseheath College. Von 1996 bis 2016 war sie bei Oatly AB in leitenden Positionen in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Forschungsleitung tätig und prägte über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg die Produktentwicklung des Unternehmens. Seit 2019 ist sie Verwaltungsratsvorsitzende bei Cerealiq AB und entwickelt dort weiterhin Lösungen für hochwertige Getränke auf Hafer- und Hülsenfruchtbasis.
Media gallery
Patentnummer
Related finalists
Pressematerial
Zugang zu Materialien für Journalisten:
Pressemitteilung: Verbesserung von Geschmack und Textur von Hafermilch: Griechisch-schwedische Erfinderin als Finalistin für den Europäischen Erfinderpreis 2026 ausgewählt Pressebilder und Video-Material
(für Videos im MXF-Format wenden Sie sich bitte an [email protected])