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​​Antoine Hubert und Team​

​​Vertikale Insektenfarm zur Produktion von Futtermitteln, Lebensmitteln und Dünger 

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Preiskategorie
Kleine und mittlere Unternehmen
Technisches Gebiet
Biotechnologie
Firma
​​Ÿnsect​
​​Antoine Hubert ist ein französischer Biochemiker, der damit bekannt wurde, dass er aus Insekten nachhaltige Nebenprodukte herstellte. Er leitete ein Team, das eine neue Methode der Insektenzucht zur Erzeugung von Nahrungsmitteln für Pflanzen, Tiere, Haustiere und letztendlich auch für den Menschen entwickelt hat.

Finalisten für den Europäischen Erfinderpreis 2023

Das Unternehmen Ÿnsect, das Hubert 2011 mitgründete, war das erste, das eine EU-Zulassung für einen aus Insekten hergestellten Dünger erhielt. Auf Grundlage der von dem Unternehmen vorgelegten Anträge erklärte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zwei Arten von Mehlwürmern als für den menschlichen Verzehr geeignet.  

Zur Gewinnung ihres Proteins züchtet das Team von Ÿnsect Mehlkäfer in vertikalen Insektenzuchtanlagen aus übereinandergestapelten Modulen. Autonome Maschinen sortieren, füttern, erhitzen, reinigen und überwachen die Insekten. Dann kommen chemische Verfahren zum Einsatz, um die Nährstoffe zu extrahieren und zu Ölen und Pulvern zu verarbeiten. Ÿnsect produziert jährlich Tausende Tonnen Insektenproteine. Ein Proteingehalt von bis zu 72 %, essenzielle Aminosäuren, Vitamine und Mineralien machen die daraus hergestellten Produkte sowohl für Tiere als auch für Menschen zu nährstoffreichen Nahrungsmitteln.  

Insekten als Nahrungsquelle könnten dazu beitragen, die in der konventionellen Landwirtschaft anfallenden CO2-Emissionen zu senken und Nahrungsmittelknappheit zu verringern. Auch wenn Insekten bereits in vielen Ländern und Kulturen Teil der Ernährung sind, so stößt dieses Konzept jedoch noch nicht überall auf der Welt auf Akzeptanz. Aber Hubert ist optimistisch, dass hier ein Umdenken stattfinden wird: “Ich gehe davon aus, dass das in zehn Jahren völlig normal sein wird. Die Verbraucher werden nicht mehr im geringsten verwundert darüber sein, diese Produkte im Supermarkt zu finden… Es wird Burger, Würstchen und Pastagerichte aus Insekten geben. Sie werden in allem Möglichem enthalten sein, das wird absolut nichts Ungewöhnliches oder Unerwartetes mehr sein.” 

Metamorphose des Unternehmens durch geistiges Eigentum 

2017 erteilte das EPA Ÿnsect die beiden ersten Patente für die chemischen Verfahren zur Gewinnung von Nährstoffen aus den Schalen von Insekten. Seitdem hat das Unternehmen sein Patentportfolio um Patente für die autonome Aufzucht von Mehlkäfern und Verfahren zur Verarbeitung der Insekten zu Nahrungsmitteln erweitert. 2014 war die Patentlandschaft für insektenbasierte Erzeugnisse und deren Herstellungstechnologien noch sehr überschaubar. Ÿnsect verfolgte von Anfang an eine aktive IP-Strategie für sämtliche Produktionsstufen. Das Unternehmen schafft auch Anreize für seine Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie für seine Ingenieurinnen und Ingenieure, damit sie effiziente Methoden bei der Planung und Konstruktion einsetzen und ihre Arbeit durch Patente geschützt werden kann. 

Auch wenn Hubert und seine Kollegen diverse Herausforderungen meistern müssen, wächst das Unternehmen rasch: “Als wir anfingen, gab es drei Knackpunkte. Der erste war regulatorischer Art. Wir durften ja zunächst einmal kaum Produkte vertreiben und mussten erst mal Lobbyarbeit in der gesamten Branche betreiben. Beim zweiten ging es eher um kommerzielle Aspekte, darum, dass der Kunde auch mitmacht. Kunden kaufen Produkte nicht nur, weil sie gut für die Umwelt sind: sie müssen auch gut gemacht sein. Der dritte Knackpunkt war natürlich die Technologie selbst, […] man muss ja auch in der Lage sein, in großem Maßstab zu produzieren, und das mit gesunden Gewinnmargen.” 

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